02.12.2019 - 20:32 Uhr
Altmannshof bei PoppenrichtOberpfalz

BBV: "Wir brauchen bäuerliche Vertreter in den Parlamenten"

"Wir Bauern müssen uns authentischer und besser verkaufen": Das forderte Georg Wimmer, der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbands, bei der Mitgliederversammlung des BBV-Kreisverbands.

BBV-Generalsekretär Georg Wimmer (links) und BBV-Kreisobmann Peter Beer bei der Mitgliederversammlung des BBV-Kreisverbands.
von Autor GFRProfil

Bei der Versammlung im Gasthof Kopf in Altmannshof meinte Hermann Böhm, 2. Bürgermeister der Gemeinde Poppenricht, dass die Gesellschaft "in Sachen Landwirtschaft" gespalten sei. Böhm betonte: "Wir brauchen unsere Landwirte, sie versorgen uns tagtäglich mit hochwertigen und gesunden Lebensmitteln." Wenn es um das Tierwohl gehe, seien die "finsteren Löcher" früherer Schweineställe verschwunden. Rinder hätten heute in modernen Ställen uneingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Zu Unrecht am Pranger

Kein Verständnis hatte Böhm dafür, dass die Landwirtschaft für nahezu alle Probleme der Umwelt an den Pranger gestellt werde. Zur Zukunft der Land- und Forstwirtschaft war der BBV-Generalsekretär Georg Wimmer angekündigt. Doch der Funktionär ging stattdessen voll auf die aktuellen Themen ein, mit der die Landwirtschaft derzeit täglich konfrontiert werde. Die "Roten Gebiete" und das Thema "Ferkel-Kastration" würden in Bayern "rauf und runter diskutiert", Resolutionen erstellt - aber aus den Bayerischen Ministerien für Umwelt oder Landwirtschaft gebe es keine Reaktionen. Immer mehr schikaniere eine ausufernde Umwelt-Bürokratie die Landwirte, während ungehindert Streusalz ausgebracht werden könne.

Auch wolle niemand zur Kenntnis nehmen, wie vielfach Kläranlagen der Umwelt schaden. Die Gewässerrandstreifen "tun uns Landwirten weh", sagte Wimmer. Dabei sei ihre Berechnung unklar: Die einen gingen von der Böschungsoberkannte aus, die anderen von der Uferlinie.

Obwohl man sich mit Hubert Aiwanger auf die Uferlinie geeinigt habe, habe sein Ministerium die Böschungsoberkante herangezogen. Wie Bauern für diese Gewässerrandstreifen zu entschädigen seien, darüber sei noch keine Einigung mit dem Umweltministerium in Sicht. Dies sei aber Voraussetzung für einen Entschädigungsantrag an die EU.

Nicht nur reden: Handeln

Wenn die Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber für bäuerliche Probleme Verständnis zeige, dann sei das einfach zu wenig, sagte Wimmer: Sie müsse auch handeln. Er kritisierte auch die Verschärfung der Düngeverordnung. Bei der Diskussion über Insektenschutz sollte man überlegen, dass über Jahrzehnte Pflanzenschutzmittel ausgebracht worden seien und seit wenigen Jahren sollten plötzlich Probleme auftreten. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, sollten Bauern mit ihren Schleppern "auf der Straße" demonstrieren. Nur damit könnte die Politik zum Überlegen und zum Umdenken veranlasst werden. Wimmer betonte, die Landwirtschaft müsse in den Parlamenten vertreten sein. "Aber unser Problem ist, dass unseren Vollerwerbslandwirten dafür einfach die Zeit fehlt."

Kreisbäuerin Brigitte Trummer meinte, dass viele Verbraucher bereit seien, für regionale Produkte mehr zu bezahlen: Aber das sollte dann auch bei den Landwirten ankommen.

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