09.08.2018 - 14:00 Uhr
Altmannshof bei PoppenrichtOberpfalz

Widerstand gegen Erweiterung der Bahnbrücke über die AS 31

Die Volksseele in Altmannshof und Speckshof kocht, wenn es um den geplanten Ausbau der Bahnbrücke über die AS 31 zwischen Altmannshof und Obersdorf geht, denn mit dem dann zu erwarteten Schwerlastverkehr will sich keiner abfinden.

Die Bürger aus Altmannshof und Speckshof nutzten das Bürgergespräch mit Landrat Richard Reisinger, um ihren Unmut gegen den Schwerlastverkehr durch ihre Ortschaften kund zu tun.

"Ich kann sie dahingehend beruhigen, dass wir gegen Ihre Interessen keine Entscheidung treffen werden", sagte Landrat Richard Reisinger am Montag bei einem von der CSU angeregten Bürgergespräch. Hermann Böhm, der Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Poppenricht, hatte dazu eingeladen. Landrat Richard Reisinger erläuterte dabei den aktuellen Stand der Planungen.

Geld leicht unterzubringen

Wenn die Bahn schon einmal zugebe, dass eine marode Brücke saniert werden müsse, dann dürfe man sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und müsse Nägel mit Köpfen machen, sagte der Landrat. Sollte sich der Landkreis nicht beteiligen, werde die Bahn die Brücke eigenständig sanieren und es bleibe bei der derzeitigen Durchfahrtshöhe von knapp 3,50 Metern und knapp vier Metern Breite. Reisinger räumte ein, dass einige Industrie- und Gewerbegebiete in unmittelbarer Nähe durch die Maßnahme zu vermehrtem Verkehrsaufkommen führen.

"Wenn ich mich hier nicht an den Kosten für den Brückenausbau beteiligen muss, bringe ich diese Gelder schnell anderweitig unter, denn einige Bürgermeister im Landkreis fordern eindringlich Geld für Baumaßnahmen", so Reisinger. Um die Ortschaften Speckshof und Altmannshof besser vor dem Schwerlastverkehr zu schützen, kann sich Reisinger vorstellen, hier ein Verbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen anzuordnen.

Keine Vergrößerung

Der Kreis-Bauausschuss habe sich für eine Beteiligung des Landkreises am Brückenausbau ausgesprochen, der, so Matthias Kolb, der Leiter des Tiefbauamtes, mit einer lichten Höhe von 4,70 Metern und einer Breite von 10,50 Metern geplant sei. Man wolle keine Vergrößerung dieser Brücke, so die offen ausgesprochene und scheinbar einhellige Meinung in Altmannshof.

Häufig komme es vor, dass große Lkw, die von der Staatsstraße 2120 her durch Speckshof fahren, bereits Probleme an der Engstelle bei der Altmannshofer Kapelle hätten und wenige Meter hinter der Ortschaft feststellen, dass es an der Bahnunterführung kein Durchkommen gebe. Zeitaufwendig seien die Wendemanöver, so Andreas Kopf, ihn nerve das Dauerpiepsen beim Wenden, um sich dann eine andere Fahrtroute in das Gewerbegebiet Unterschwaig zu suchen. "Wir müssen auch den täglichen Verkehr vieler Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsplätzen verkraften", meinte Hermann Böhm.

Zudem werde die AS 31 jetzt schon vom Schwerlastverkehr zur Anfahrt der Deponie Laubberg und in die Industriegebiete Immenstetten und Unterschwaig genutzt. Befürwortet wurde der Brückenausbau von der Landwirtschaft, denn mit immer größeren und schwereren Fahrzeugen müssten sie ihre Felder rund um Altmannshof erreichen können. Landrat Richard Reisinger sagte, der Poppenrichter Gemeinderat solle sich erst einmal darüber im Klaren werden, ob der Brückenausbau befürwortet werde. Er werde auf jeden Fall dieses Votum abwarten, bevor der Landkreis der Bahn gegenüber eine Kostenbeteiligung zu- oder absage.

Vom Ist-Zustand überzeugte sich die Poppenrichter CSU. Tiefbauamtsleiter Matthias Kolb (3.v.l.) meinte, daß es bei derzeitiger Höhe und Breite der Durchfahrt bleibe, sollte sich der Landkreis nicht am Ausbau der Brücke beteiligten. Landrat Richard Reisinger (r.) will sich erst entscheiden, wenn eine klare Aussage des Poppenrichter Gemeinderates vorliegt.

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