Blühendes Nischenprodukt

Sebastian Grillmeier geht neue Wege in der Landwirtschaft: Er baut Mohn an. Dabei wird er tatkräftig von seinem Vater Alois unterstützt, denn neue Wege sind steinig.

Das Mohnfeld bei Altmugl mit Blick auf den Tillenberg
von Autor ENZProfil

Es sind nicht nur bürokratische Hürden zu nehmen, sondern auch Erfahrungen vonnöten. Deshalb sind für dieses Projekt mutiger Unternehmergeist und Durchhaltevermögen bei Rückschlägen Voraussetzung. Auf der Suche nach einem Nischenprodukt kam die Idee des Anbaus durch einen Artikel in einer Fachzeitschrift. Dann machte man sich kundig, kontaktierte andere Mohn-Bauern in Franken, Sachsen und Tschechien und besorgte sich Saatgut. Es sind nur zwei Sorten in Deutschland zugelassen, die einen so geringen Gehalt an Alkaloiden haben, dass Opiate daraus nicht hergestellt werden können. In Altmugl wird es also auch zukünftig bestimmt keine Hexenküche geben. Außerdem wird eine Genehmigung von der Bundes-Opium-Stelle für den Anbau benötigt. Nach zwei Jahren des Probierens steht nun das Mohnfeld in voller rosaroter Blüte. Es ist ein Paradies für Hummeln und Bienen. Aber es soll ja nicht nur Insekten und Fotografen anziehen oder die Kulturlandschaft beleben, sondern eines Tages auch Ertrag abwerfen. Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt: Der Mohn muss noch geerntet, gereinigt und die Absatzmöglichkeiten erkundet werden. Als regionales Produkt kann er besonders für Bäckereien und Hausfrauen interessant sein, denn bisher wird Mohn meist importiert.

Der Mohnanbau ist seit ca. 6000 v. Chr. nachgewiesen. Es handelt sich also um eine sehr alte Kulturpflanze. Mohn ist reich an Calcium, Kalium, Eisen, Zink, Mangan, Vitamin B, Vitamin E und enthält Omega-3 u. Omega-6-Fettsäuren. Neben der Verarbeitung zu Süßspeisen und Gebäck kann er auch zu Öl gepresst werden, ein exklusives Produkt mit nussigem Geschmack für die Gourmet-Küche.

Vater und Sohn Grillmeier blicken zuversichtlich in die Zukunft, nunmehr auch die letzten Hürden nehmen zu können.

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