26.01.2020 - 12:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Auch 11. Französische Filmnacht ein Erfolg

Mit Badekappe und Schwimmbrille – so präsentierten die Vorsitzenden vom Freundeskreis Périgueux die 11. Französische Filmnacht im Becken des Ringtheaters. Auch die Besucher passten sich der Filmauswahl an: Selfies fürs Familienalbum.

Die Vorsitzenden des Freundeskreises Périgueux, Anne-Marie Brey und Eugen Burger, begrüßten die Liebhaber des französischen Films. Zur Erheiterung setzten sie Badekappe und Schwimmbrille auf und verkündeten: „Wir lieben auch das Hocko. Film ab.“ „Ein Becken voller Männer“ lief im Originalton.

Seit elf Jahren derselbe Flyer, die gleichen Häppchen und der konstant bleibende Ablauf. Ein Erfolgsgarant für den Freundeskreis Périgueux und den Kulturverein Amberg. Obgleich sie belächelt wurden bei ihrer Pressekonferenz im Jahr 2009 zur Vorstellung des Konzepts der Französischen Filmnacht. Böse Zungen behaupteten gar, die Amberger seien Kulturbanausen, das Interesse an ausländischen Filmen sei nicht vorhanden. So erinnert sich Anne-Marie Brey an ihr "erstes Mal".

Ausverkauft war das Ringtheater damals nicht. Aber immerhin verkauften die Vereine etwa 120 Karten. Mittlerweile ist "La Nuit du Cinéma" ein Selbstläufer. Kaum wurde der Vorverkauf angekündigt, bildete sich eine Schlange vor dem Ringtheater. Auch außergewöhnlich lange Fahrten werden in Kauf genommen, um dabei zu sein.

Von Kritikern gelobte Filme

Im Foyer wurde es eng am Freitagabend. Und obwohl die Mitglieder der Vereine Tische im Saal aufstellten, entschieden die meisten dann doch, sich mittendrin im Geschehen zu tummeln. Auffällig in diesem Jahr waren die vielen Selfies voller Freude und treuen Freundschaften. Man treffe sich schließlich gar nicht oft, so der Tenor.

"Frische Filme sollen es sein. Neu, für alle Altersgruppen geeignet mit gesellschaftlich verbindenden Themen und dennoch voller Witz und Charme", erklärte die Vorsitzende des Freundeskreis Périgueux. "Ein Becken voller Männer - Le grand bain" in der Originalfassung und "Das Familienfoto - Photo de famille" flimmerten in diesem Jahr über die Leinwand. Zwei von Kritikern hochgelobte Filme, die ebenfalls von dieser Redaktion empfohlen werden.

Krisengeschüttelte Männer mit Bierbäuchen vereinen sich zum Synchronschwimmen unter der Leitung zweier Frauen. Eine im Rollstuhl sitzende Schönheit mit Feldwebel-Allüren, die andere rauchend und dem Alkohol verfallen. Gemeinsam planschen sie sich zur Europameisterschaft, aber Probleme lösen sie dadurch nicht. Zwar gibt es zu "Ein Becken voller Männer" bereits eine britische Version, aber die Franzosen schaffen eine Tragikkomödie, die das trostlose Leben der Protagonisten in den Vordergrund stellt.

Weiterhin nur einmal jährlich

Obwohl der Geseimteindruck einer tausendfach erzählten Geschichte in "Das Familienfoto" entsteht, überzeugt die Darstellung einer sich auseinandergelebten Großfamilie nicht nur aufgrund der Starbesetzung. Die Schauspieler Chantal Lauby, Vanessa Paradis und Jean-Pierre Bacri helfen der Regisseurin Cécilia Rouaud, in ihrem zweiten Film ein realistisches Bild zwischenmenschlicher Beziehungen zu zeichnen.

Ohne große Dramaturgie begleiten drei Generationen die an Demenz erkrankte Großmutter zur Beerdigung ihres Mannes. Diese wiederum hat den Wunsch ihre letzten Jahre an einem bestimmten Ort zu verbringen. Ein fast gelungener Selbstmord, unerfüllter Kinderwunsch, scheiternde Liebesgeschichten und ein Berg an unverdautem Groll gilt es zu überwinden, um der fröhlichen Großmutter gerecht zu werden.

Wer diesen Abend voller Esprit verpasst hat, muss sich bis 2021 gedulden. Auch wenn der Vorschlag im Raum stand, die Französische Filmnacht zweimal pro Jahr zu organisieren, sind sich die Macher einig: "Es bleibt exquisit!"

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