03.06.2020 - 11:13 Uhr
AmbergOberpfalz

22-Jährige übergibt getuntes Auto ihres Freundes an Polizei

Eine 22-Jährige aus Kulmbach ist mit dem Auto ihres Freundes in Amberg unterwegs und wird von der Polizei kontrolliert. Der BMW ist zu laut. Nach einem Telefonat wird klar: Er ist uneinsichtig, sie sauer, die Beamten bekommen die Schlüssel.

Alles eine Frage der Technik und von der hatte eine 22-jährige Autofahrerin in Amberg keine Ahnung. Ihr Freund, der Besitzer des BMW, schon. Aber der blieb bei einer Polizeikontrolle uneinsichtig.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Im Amberger Stadtwesten war am Mittwochmorgen, 3. Juni, kurz nach Mitternacht, eine 22-Jährige aus der Region Kulmbach mit dem Auto ihres Freundes unterwegs. Der 3er BMW weckte aufgrund seines hohen Standgeräusches die Aufmerksamkeit einer Polizeistreife. Während der Fahrzeugschein 80 dB(A) bei 3975 U/min. vorgab, erzielte eine Messung 96,3 dB(A). Dieser erhebliche Unterschied wird laut Polizeibericht in verschiedenen Tabellen mit der Lärmkulisse in der Nähe einer Verkehrsstraße und dem Standort vor einem dröhnenden Disco-Lautsprecher verglichen.

Die technisch versierten Beamten fanden dazu zwar eine dem äußeren Anschein nach konforme, überlaute Abgasanlage vor, mussten einen möglichen Defekt jedoch aufgrund der satten und konstanten Klangfarbe ausschließen. Somit war der Grund für die Lautstärke wohl eine vorsätzliche technische Manipulation. "Außerdem fiel auf, dass die Serienfrontscheinwerfer nachträglich mit zweifelhaften LED-Standlichtringen versehen waren", heißt es im Pressebericht der Amberger Inspektion weiter. "Die junge Fahrerin versicherte absolut glaubhaft, sich den BMW, das Herzstück ihres Freundes, eines Kfz-Mechanikers, nur für diese einmalige Fahrt nach Amberg ausgeliehen zu haben." Sie selbst fände an der technischen Seite und an Tuningmaßnahmen kein Interesse.

Die Beamten brauchten nun allerdings Beweise für den Zustand des Autos. Dafür sei entweder ein TÜV-Gutachten notwendig, wofür der BMW stillgelegt werden würde, oder aber der Autobesitzer muss die Veränderungen einräumen. "Die Beamten hätten ausnahmsweise eine einmalige Rückfahrt gestattet und auf eine Stilllegung des Fahrzeugs verzichtet", schildert Erster Polizeihauptkommissar Hans-Peter Klinger die nächtliche Situation. So nahm die Oberfränkin also telefonisch Kontakt mit ihrem Partner auf – und erlebte eine völlige Überraschung. Denn trotz der offensichtlichen Beweislage habe sich der 19-jährige "Fachmann" komplett uneinsichtig gezeigt, das geht aus dem Polizeibericht hervor. "Nach einem wohl eher heftigen Meinungsaustausch mit ihm erklärte die schwer enttäuschte junge Dame ihr komplettes Unverständnis zum Verhalten ihres Freundes. ,Mit größtem Vergnügen' übergab sie die Fahrzeugschlüssel zur Sicherstellung und kümmerte sich um alternative Möglichkeiten der Rückreise."

Immer wieder hat die Polizei mit Autobesitzern zu tun, die ihre Pkw unerlaubt manipulieren

Amberg
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