Als 2010 das Kulturreferat der Stadt Amberg und Regionalkantor Bernhard Müllers von der Pfarrei St. Martin die Orgelkonzertreihe in das Leben riefen, ahnte wohl keiner der Initiatoren, dass das sommerliche Musikereignis in der Schulkirche zum absoluten Publikumsmagneten von Freunden guter Musik und Kultur sowie Erholungssuchenden wird. Außergewöhnlich war die Zeit der 30-minütigen Konzerte, die punkt 12 Uhr begannen und bei denen stets die Königin der Instrumente im Mittelpunkt stand. Außergewöhnlich war sicherlich auch der Veranstaltungsort in der Schulkirche als bedeutendster Rokokokirchen Deutschlands, die Gläubige zum Gebet und alle anderen Besucher zum Verweilen, Staunen und zur Ruhe zu kommen einlädt.
Bereits zum zehnten Mal ist es dem Kulturreferat der Stadt Amberg unter dem jetzigen Kulturamtsleiter Reiner Volkert und Kulturfachkraft Barbara Cosima Frey gemeinsam mit Regionalkantor Bernhard Müllers gelungen, ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Musikprogramm für die diesjährige Konzertreihe auf die Beine zu stellen. Der Gesamterlös der Geburtstagsauflage der Orgelkonzertreihe in der Schulkirche zum Zehnjährigen mit der Rekordsumme von 5000 Euro kam erneut dem Verein „Projekt Orgel Sankt Martin“ unter dem Vorsitz von Franz Meier zugute. Dieser freute sich, dass durch die großzügigen Spenden der Konzertbesucher diese Rekordsumme zusammengekommen sei, der in die die Restaurierung bzw. den Neubau der Orgel der Basilika St. Martin fließe.
„Wann ist der Zenit der Orgelkonzertreihe erreicht?“ Diese Frage habe sich Regionalkantor Bernhard Müllers nach seinen Aussagen in all den Jahren gestellt. Jetzt könne er mit Sicherheit sagen, dass es die diesjährige Auflage zum 10-Jährigen der sommerlichen Orgelkonzertreihe gewesen sei. Er erinnerte auch an die Neuerungen heuer, denn aufgrund der großen Besucherzahl habe man die „Orgel plus“-Konzerte in zweierlei Hinsicht angeboten. Zusätzlich zu den üblichen Konzerten am Samstagmittag um 12 Uhr sei eine Wiederholung des Konzerts um 13 Uhr erfolgt. „Orgel plus“-Konzert auch deshalb, weil die Konzerte zusätzlich zur Orgel jeweils ein weiteres Soloinstrument oder ein Gesangssolist laut Müllers geprägt hätten. Er zeigte sich noch immer beeindruckt vom Heimspiel des Solohornisten Joachim Pfannenschmidt, von dem wunderbaren Klang der Orgel und Panflöte mit Matthias Schlubeck und Ignace Michiels, aber auch von dem krönenden Abschluss mit barocker Trompetenmusik des italienischen Trompetensolisten Alberto Bardeloni. Absolute Höhepunkte waren nach Aussagen von Bernhard Müllers weiter das Sonderkonzert in genialer Kombination mit einem Stummfilm in der Basilika St. Martin sowie das reine Orgelkonzert von Martin Sturm, des neu ernannten Professors für Orgel an der Hochschule Weimar, in der Schulkirche.
Bürgermeister Martin Preuß hob die ausgezeichnete Zusammenarbeit von Stadt und Kirche als Basis für dieses kulturelle Highlight auf hohem Niveau im Sommer hervor, das sich binnen 10 Jahren im Veranstaltungskalender der Stadt bestens etabliert hat. Er bedankte sich bei Bernhard Müllers, Kulturamtsleiter Reiner Volkert und bei Kulturfachkraft Barbara Cosima Frey für deren Engagement bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Ein Vergelt’s Gott ging außerdem an Stadtpfarrer Thomas Helm, der erneut die Schulkirche mit ihrer klangvollen Orgel zur Verfügung gestellt hatte, sowie an die Volksbank-Raiffeisenbank Amberg und ihren Vorstand Dieter Paintner, durch deren finanzielle Unterstützung die hervorragenden Musiker engagiert werden konnten. „Der Erfolg der diesjährigen Orgelmusikreihe hat alle Erwartungen übertroffen“, betonte Bürgermeister Martin Preuß. Pfarrer Thomas Helm von St. Martin zeigte sich sehr dankbar allen Beteiligten gegenüber, ganz besonders aber gegenüber Kirchenmusiker Bernhard Müllers sowie Franz Meier als Vorsitzenden des Orgelbauvereins. „Bernhard Müllers und Franz Meier haben viel Zeit und Engagement für die Durchführung der Orgelkonzerte aufgebracht und das heuer bereits im zehnten Jahr“, machte Pfarrer Helm bewusst. In dieser Zeit seien nach seinen Aussagen die Orgelkonzerte am Samstagmittag in der Schulkirche ein echter Selbstläufer geworden. Sie erfreuten sich laut Geistlichen großer Beliebtheit bei den zahlreichen Besuchern und seien ein wichtiger Beitrag der Pfarrei zum kulturellen Leben der Stadt. „Die halbe Stunde Orgelmusik am Mittag birgt auch ein spirituelles Moment in sich. Sie lädt nicht nur zum Verweilen und Genießen der ansprechenden Musik in unserer schönen Schulkirche ein, sondern ermöglicht auch die Erfahrung von Transzendenz. Somit wird Musik auch ein Weg zu Gott ", so Pfarrer Helm, der mit seiner Sicht der Dinge einen neuen Aspekt der Orgelkonzertreihe zum Bewusstsein bringt.













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