Amberg
05.10.2018 - 15:07 Uhr

80 Prozent der Oberpfälzer Lehrer für München

"Das ist ungerecht": Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl (SPD) schreibt an die Staatsregierung, weil der Großteil der Oberpfälzer Lehrer nach Oberbayern pendeln muss. Die Antwort hilft nicht unbedingt weiter.

Bild: Patrick Pleul/dpa

Etwa 80 Prozent der Oberpfälzer Junglehrer müssen nach Oberbayern. So zu lesen in einer Pressemitteilung des BLLV vom Juli. Demnach seien Oberpfälzer Lehrer beim diesjährigen Einstellungsverfahren benachteiligt worden.

Ein Grund für Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl (SPD) bei der Staatsregierung nachzufragen, warum bei der Einstellung von Junglehrern mit zweierlei Maß gemessen werde. Von allen zur Verfügung stehenden Lehrkräften, die nach der zweiten Lehramtsprüfung oder der vollendeten Zweitqualifizierungsmaßnahme neu eingestellt wurden, müssten aus der Oberpfalz nicht nur alle ledigen, sondern auch die verheirateten ohne Kinder im neuen Schuljahr 2018/2019 ihren Dienst in Oberbayern antreten.

Etwa 80 Prozent der Oberpfälzer müssten demnach nach Oberbayern. In anderen Regierungsbezirken dagegen dürften zum Teil alle Verheirateten im Heimatbezirk bleiben. "In meinem Brief an die Staatsregierung bitte ich diese, dieser ungerechten Einstellungspraxis entgegenzuwirken. Eine Versetzung von mehr als zwei Drittel der Oberpfälzer Junglehrer nach Oberbayern finde ich äußert ungerecht". Der Abgeordnete verstehe schon, dass in Regierungsbezirken mit erhöhtem Lehrerbedarf die vakanten Stellen zu besetzen sind, aber eine so massive Lehrerabwanderung aus der Oberpfalz sei nicht gerecht und mache den Lehrerberuf für die nachkommenden Studenten nicht attraktiver. Er halte eine entsprechende Stellenmehrung für Regierungsbezirke mit erhöhtem Bedarf für deutlich effektiver. Das Kultusministerium schreibt in seiner Antwort an Strobl, dass in den bevölkerungsreichen und damit schülerstarken Landesteilen wie Oberbayern und Schwaben viele Klassen keinen Lehrer bekämen, wenn dafür nur Absolventen aus diesen südlichen Bezirken zur Verfügung stünden.

Das Ungleichgewicht zwischen recht vielen Schülern einerseits und relativ wenigen Lehramts-Absolventen in Südbayern und Schwaben (im Vergleich zu den nördlichen Regierungsbezirken) andererseits sieht das Ministerium auch darin begründet, dass es in Nordbayern wesentlich mehr Universitäten gibt, die Lehrerausbildung für Grund- und Mittelschulen anbieten.

"Warum ist das eigentlich so?", fragt sich der Abgeordnete. "Warum gibt es dort, wo ein großer Bedarf an Lehrkräften ist, nicht mehr Universitäten, die eine Lehrerausbildung vor allem für Grund- und Mittelschulen anbieten. Das wäre für mich sinnvoller, als Lehrer aus anderen Regierungsbezirken abziehen zu müssen, um den Bedarf zu decken."

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