04.12.2019 - 10:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Achtmal Kunst an acht ungewöhnlichen Orten - das ist AM.Puls

Kunst und Kultur an ungewöhnlichen Orten: Das verbindet die Erlebnis-Kunstnacht AM.Puls zum ersten Mal am 18. April 2020. Bespielt werden unter anderem der Keller des Schmalzstadels und die Spitalkirche.

Tief unten im Keller des Schmalzstadels: Künstler Marcus Trepesch, Ina Bogner, Bildhauerin Hanna Regina Uber und Thomas Eichenseher stellen die Pläne zum neuen Performance-Kunstfestival AM.Puls vor.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Ein ehemaliges Lager für Obst, Bier und Gemüse in knapp fünf Metern Tiefe - das ist der Schmalzstadel in der Neustift. An diesem Vormittag gehen Künstler Marcus Trepesch, Ina Bogner und Thomas Eichenseher vom Stadtmarketing sowie Bildhauerin Hanna Regina Uber die breiten Steinstufen hinab, um wortwörtlich Licht ins Dunkel des verlassenen Ortes zu bringen: Mit AM.Puls wollen die Kreativen aus Amberg und das Stadtmarketing ein neues Kunstfestival etablieren. Die Premiere ist am 18. April 2020 an acht außergewöhnlichen Orten - wie dem Schmalzstadel - innerhalb des Altstadt-Eis. "Teilweise sind es internationale Künstler und Kreative aus der Region. Alle haben jedoch einen Bezug zu Amberg. Sie bespielen mit ihrer Kunst Räume", erklärt Uber.

Einmaliges Erlebnis

Das Besondere dabei ist: "Die Interaktion zwischen Besuchern und Künstlern steht im Fokus." Das heißt konkret, dass Stimmungen und Performance für jeden Ort speziell entwickelt werden. "Wer an diesem Tag das Erlebnis verpasst, hat es für immer verpasst."

AM.Puls soll die Kreativität der Stadt zeigen, erklärt Ina Bogner. "Mit ihrer ganzen Vielfalt an hochwertiger Kunst und Kultur." Dadurch zeige sich das komplette künstlerische Potenzial der Stadt.

Und wer bietet unter anderem was? Da ist zum einen das Foyer im Stadttheater angedacht. Belle Shafir ist eine israelische Künstlerin mit Amberger Wurzeln, die in ihrer Arbeit Videokunst aus historischen Familienfotos mit Tanz kombiniert. Im Keller des Schmalzstadels bietet Hanna Regina Uber eine "Katharsis in der Unterwelt" an. "Hier erleben die Besucher bewusst Emotionen, die sie läutern und reinigen sollen", erklärt sie. Alle Sinne würden angesprochen, wenn sie in den fünf Kunsträumen unterbewusste Wünsche und Ängste von Menschen erlebbar macht.

Ins Kulturstift lädt die Schweizer Tanzperformancekünstlerin Ania Losinger ein. Sie erzeugt mit ihren Bewegungen rhythmische und melodische Strukturen auf einem eigens entwickelten Fuß-Xylophon. Der in der Region bestens bekannte Künstler Marcus Trepesch zeigt seine großformatigen Bilder in der Spitalkirche. "Die Bilder stehen mal enger, mal freier im Zusammenhang mit Szenen aus der Bibel", erklärt er. Beim Betreten des Gebäudes drückt man den Besuchern eine Bibelausgabe in die Hand. "Dann darf man selbst auf die Suche gehen." Sinnlich, optisch und womöglich auch mit der Nase.

Wie ein improvisiertes Konzert gelingen kann, zeigt das Prager Topos Kolektiv im Wimmerstadl beziehungsweise in der Stadtmauer. Die sechsköpfige Gruppe spielt elektronische Musik, die sich an der Stimmung des Ortes orientiert. "Jedes Konzert ist ein Einzelstück", sagt Bogner. Wie der Name AM.Puls schon verrate, sei es den Machern wichtig gewesen, dass das Kunsterlebnis voller Emotionen stecke. "Es soll pulsieren und lebendig sein", sagt Uber. Weg von statischer Kunst oder ausgestellten Plastiken.

Rund 30 Minuten

Daher habe man mehr als ein Jahr lang am Konzept getüftelt, um namhafte Größen nach Amberg zu bringen und sich außergewöhnliche Spielstätten zu überlegen. "Toll ist, dass uns von Anfang an alle Stadtratsfraktionen unterstützt haben", sagt Bogner. Das sei auch notwendig gewesen, fügt Eichenseher hinzu. "Schließlich wird die Veranstaltung im Haushalt der Stadt mit 30.000 Euro berücksichtigt."

AM.Puls soll nach dem Debüt im April im Wechsel mit der Amberger Luftnacht alle zwei Jahre stattfinden. Angedacht ist auch ein Begleitprogramm zur Veranstaltung. Die einzelnen Auftritte zwischen 17 und 23 Uhr dauern jeweils rund 30 Minuten. Vorab wird es ein Kontingent an Eintrittskarten für rund zehn Euro geben. Damit lassen sich sechs Veranstaltungen besuchen.

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