15.01.2020 - 17:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Afrikanischer Kinoabend setzt Vorurteile schachmatt

Schach der Armut. Klar, mattsetzen kann man sie in den meisten betroffenen Ländern kaum. Aber die Entwicklungshilfevereine Projekthilfe Luppa und Socialis for The Gambia leisten einen Beitrag, Not zu lindern. Nun wieder mit einem Kinoabend.

Ein Sozialarbeiter entdeckt im Slumkind Phiona (rechts) ein hochintelligentes Mädchen, das zum neuen Schachgenie in Uganda wird. Mit viel Selbstvertrauen setzt sich die anfangs erst Zehnjährige gegen Widerstände in Gesellschaft und Familie durch und schafft es mit ihrem Aufstieg und eisernem Willen, der Armut zu entfliehen.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Bereits zum achten Mal seit 2011 flimmern im Ring-Theater Filme aus Afrika für den guten Zweck über die Leinwand - diesmal am Freitag, 14. Februar, ab 19 Uhr. Sie wollen nicht nur unterhalten, sondern auch auf die Situation und die Lebensbedingungen vieler Menschen auf dem Schwarzen Kontinent aufmerksam machen. Dabei geht es vor allem darum, Verständnis und Sympathie für die Einwohner besonders armer Länder zu wecken, denn gerade die einfachen Leute haben sich ihr trauriges Schicksal nicht ausgesucht, sind meist nicht selber für die Mangelzustände in ihrer Heimat verantwortlich.

Im Gegenteil ist es nicht selten eine korrupte politische Klasse, die sie kleinhält und sich selber bereichert. In solchen Staaten ist oft der einzige Lichtblick Hilfe von außen - Unterstützung durch Entwicklungshilfeorganisationen, die ihre Gelder und Güter am Hand aufhaltenden Staat vorbei direkt zu den Menschen bringen. So versuchen die Projekthilfe Dr. Luppa schon über 56 Jahre und Socialis for The Gambia seit 1999 Hoffnung und etwas mehr Gerechtigkeit für die Armen zu schaffen. Darum und um den Antrieb vieler Afrikaner, mit eigenen Kräften, eigenem Können und Talent, selbst dem Teufelskreis zu entfliehen, dreht sich im Grunde auch der Film am 14. Februar.

Er heißt "Queen of Katwe" und handelt von der zehnjährigen Phiona in Uganda, die als Slumkind zwar vom Müllsammeln lebt, aber hochintelligent ist. Ein Sozialarbeiter bringt ihr Schach bei und lässt sie gegen ältere erfahrene Spieler antreten, die sie zur Überraschung der Sportszene reihenweise besiegt. Phionas Mutter ist anfänglich gegen diese Entwicklung und die fremde neue Welt, die sich für ihre Tochter auftut.

Aber bald merkt auch sie, dass im außergewöhnlichen Talent des Mädchens eine Chance für die Familie, vielleicht sogar ihren ganzen Ort steckt, dem Elend zu entkommen. Phiona darf erst in den Sudan, dann nach Moskau reisen, um ihre Gabe unter Beweis zu stellen. Dabei muss sie selber erst mal Selbstvertrauen und Mut sammeln, sich auf dieses Experiment einzulassen, was ihr aber gelingt und was symbolisch für den starken Willen vieler Afrikaner ist, wie Projekthilfe-Vorsitzender Dr. Ulrich Siebenbürger hervorhebt.

Bevor der gut zweistündige Film beginnt, gibt es ab 18 Uhr im Foyer neben Fingerfood und Getränken auch wieder Informationen zur aktuellen Arbeit der beiden Entwicklungshilfeorganisationen. Eintrittskarten zum Preis von zehn Euro sind an der Abendkasse und im Vorverkauf unter der Amberger Rufnummer 3 17 54 erhältlich.

 

 

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