26.03.2020 - 14:40 Uhr
AmbergOberpfalz

"Alles gut" nach Rückkehr aus Teneriffa

Ein schöner Urlaub mit Sonne, Strand und Meer war's nur eine Woche. Danach durften Willi Demleitner aus Traßlberg und seine zwei Begleiterinnen ihr Appartement auf Teneriffa mehrere Tage nicht mehr verlassen. Jetzt sind sie wieder daheim.

Ohne irgendein Gedränge – aber auch ohne Warnhinweise und Verhaltensregeln – gestaltete sich die Ankunft in München. Die Maschine aus Teneriffa war zu diesem Zeitpunkt die einzige, die angekommen war. Der nächste Flieger landete erst eine Stunde später.
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

"Jetzt ist alles wieder gut", schildert Willi Demleitner seine aktuelle Gefühlswelt - trotz Corona. Bis vor wenigen Tagen war das noch anders. Da saß der 63-Jährige mit seinen Begleiterinnen Sieglinde Dontschenko und Gerda Bauriedel in einem Appartement der Hotelanlage Bahia Fanabé Suites in Costa Deje auf Teneriffa fest (AZ vom 19. März, Seite 19 "Auf Teneriffa wie eingesperrt") - wegen Corona. Die erste von zwei dort gebuchten Urlaubswochen hatte mit Sonne, Sand und Meer, mit Geschäften Restaurants, Bars und Nachtclubs genau das gebracht, was sich das Trio aus der Oberpfalz erhofft hatte. Dann jedoch räumte die Polizei den Strand. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre.

Während davon zunächst die Hotelanlage mit Pools, Fitnessbereichen und Lokalen ausgenommen war, änderte sich das zu Beginn der vorigen Woche. Da vermeldete Demleitner per SMS: "Wir dürfen nur noch zum Essen raus - wird von der Polizei strengstens kontrolliert." So blieb's dann auch bis zum vergangenen Sonntag, dem ursprünglich geplanten Rückflugtag von den Kanaren. Bis dahin freilich herrschte Ungewissheit und war Bescheidenheit Trumpf - trotz all inclusive: "Denn mehr als zum Speisesaal und von dort wieder zurück war nicht drin", schildert der Traßlberger. Was tun mit der vielen freien Zeit? Kreuzworträtsel lösen, Fernseh schauen, auf dem Balkon sonnen, Telefonieren und Whatsapp. Zwischendrin durften einzelne Personen das Hotel zum Einkaufen im 200 Meter entfernten Supermarkt verlassen. Tag für Tag habe sich die Anlage immer weiter geleert. Dazwischen sei für ihn und seine zwei Begleiterinnen stets unklar geblieben, ob der Heimflug am Sonntag klappen würde.

Das Trio habe deshalb Kontakt aufgenommen zum Auswärtigen Amt der Bundesrepublik in Madrid, erzählt Demleitner. Nicht zuletzt um möglicherweise mit einem der von der Bundesregierung veranlassten Sammelflüge zurück nach Deutschland zu kommen: "Im Hotel war ja bekannt, dass es bis zum Beginnen dieser Woche geräumt sein musste, um danach geschlossen zu bleiben." Die Mail-Antwort aus der spanischen Hauptstadt aber sei eher unverbindlich gewesen.

Am Samstag indes die Gewissheit, dass der für Sonntag geplante Condor-Flug nach München starten würde. "Wir wurden ohne Hektik zu dritt in einem Kleinbus abgeholt und zum Flughafen gebracht. Alles ohne Komplikationen." Ähnlich sei es nach der Landung in München gewesen, denn: "Unsere Maschine war die einzige. Das nächste Flugzeug war erst eine Stunde später auf der Anzeigetafel angekündigt." Worüber sich Demleitner und die zwei Frauen freilich wunderten, war die Tatsache, dass es keine Kontrollen oder gar Untersuchungen wegen des Coronavirus' gab. Sie kamen schließlich aus einer Krisenregion. "Ja nicht einmal Warn- oder Hinweisschilder auf die aktuelle Lage im Land, auch keine Handzettel für Verhaltensweisen."

Dass unterdessen in Bayern die Ausgangsbeschränkung galt, wurde den Oberpfälzern auf der Heimfahrt über die Autobahn und die B 85 nach Amberg deutlich: "Es gab kaum Autos." Dafür jedoch jede Menge Erleichterung daheim.

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