Der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer erinnert sich noch gut an die finanziellen Zwänge und das krampfhafte Suchen nach den einsparbaren Millionen: "Es hat teilweise nur für die Pflichtaufgaben gereicht. Vieles haben wir geschoben." Das Stadttheater warte beispielsweise immer noch auf einen barrierefreien Aus- und Umbau.
Ein zusätzliches Parkdeck am Bahnhof, dort, wo heute ein Netto-Markt steht, sei ebenfalls von der Wunschliste geflogen. Zudem seien sämtliche Ausgaben für den Straßenunterhalt "auf Null gestellt" worden. Der Alt-OB sieht das heute eher etwas selbstkritisch: "Das hätte man so vielleicht nicht machen sollen." Die Pro-Kopf-Verschuldung habe damals etwa 1300 Euro betragen. Großen Spielraum habe es nicht gegeben. Was Dandorfer in der Rückschau besonders schmerzt: "Das Schlimmste war immer, dass wir das Personal sehr knapp gehalten haben."
18 Millionen Schulden
Jetzt, sechs Jahre später, zeigt sich ein anderes Bild: Die Haushaltsplanung sah bis zum Jahresabschluss eine Verringerung der Verbindlichkeiten von 28,4 Millionen auf 28 Millionen Euro vor - der Höchststand lag einmal bei rund 50 Millionen. Der aktuelle Schuldenstand liegt aufgrund außerplanmäßiger Sondertilgungen bei 18 Millionen. "Der Stadt geht's finanziell gut", freut sich der Alt-OB, der sich nicht in die aktuell Stadtpolitik einmischen möchte, aber am Tag der Haushaltssitzung gegenüber der Amberger Zeitung und den Oberpfalz-Medien deutlich sagt: "Jetzt müsste man möglichst schnell neue Gewerbegebiete schaffen. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man eine Anfrage hat, aber keine Flächen." Ähnlich verhalte es sich mit der Ausweisung weiterer Baugebiete: "Man müsste im Prinzip jetzt schon weitere Bebauungspläne aufstellen", um junge Familie in die Stadt zu holen. Möglichkeiten und Bedarf sieht Dandorfer vor allem in Ammersricht: "Der Stadtteil bräuchte dringend ein neues Baugebiet, damit auch die Schule eine Grundlage hat." Auch der Bau von Geschosswohnungen sollte grundsätzlich wieder mehr in den Mittelpunkt rücken: "Ich bin da leider auch etwas gescheitert. Das gebe ich gerne zu." Die Absichten seien vorhanden gewesen, nicht aber die dafür erforderlichen Flächen.
In Altstadt investieren
Angesichts der vollen Stadtkasse und sprudelnder Steuereinnahmen würde Dandorfer die Altstadtsanierung vorantreiben. Mit einem reinen Fassadenprogramm sei es da nicht getan: "Wie läuft das eigentlich? Man hört ja gar nichts mehr." Konkret geht es dem 69-Jährigen darum, weitere Plätze nach dem Vorbild des Roßmarkts auszubauen und so die Attraktivität weiter zu steigern. Vorstellbar sei das auf dem Paulaner- und Paradeplatz. Auch die aufgeschobene Sanierung des Schmalz-Stadls in der Neustift könnte nun eigentlich in Angriff genommen werden: "Das kann kein privater Investor machen. Das kann nur die Stadt. Sie muss das irgendwann mal angehen."














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