11.10.2018 - 14:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Wie wird Amberg attraktiver?

ISEK, das integrierte städtebauliche Entwicklungsprogramm, soll Amberg attraktiver machen. Nach Gesprächen in der Fußgängerzone, im Dreifaltigkeitsviertel und in Schulen steht jetzt die Innenstadt im Fokus.

von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Rund 60 Leute interessierten sich am Mittwochabend im Casino-Saal für den Fachvortrag der Stadtplaner und Ingenieure. OB Michael Cerny stellte zu Beginn klar, dass die Veranstaltung eine "Werkstatt der Möglichkeiten" sein soll. "Sie müssen nicht darauf achten, ob zehn dafür und drei dagegen sind. Wir wollen einfach Ideen sammeln, jede die kommt, ist gut. Es muss kein Konsens gefunden werden."

Martin Birgel (Planungsbüro Dragomir) stellte das ISEK vor, das den Rahmen für die künftige Stadtentwicklung bildet und einen Zeithorizont von 15 bis 20 Jahren habe. Die Chancen, die ein ISEK bietet, seien klar: "Es wird Amberg attraktiver gestalten." Ziel ist, relevante Fachbereiche wie Stadt-, Landschafts-, Verkehrsplanung, Einzelhandel und Gewerbe zusammenzuführen und daraus ein gesamtheitliches Konzept zu entwickeln. Alle Anwesenden durften, wie bei ISEK-Veranstaltungen üblich, ihre Ideen zu Papier bringen. "Nur das, was aufgeschrieben ist, zählt", sagte Birgel.

Gastronomie: Sehr gut!

Eine gesunde Basis für verwegene Einfälle brachte die Ist-Analyse, die für den Handel und das Gewerbe im Schnelldurchlauf von Joachim Vossen (Institut für Stadt- und Regionalmanagement) vorgestellt wurde. "In der Altstadt ist etliches geboten, aber mit Qualitätsmängeln in den Seitenbereichen", startete Vossen die Präsentation. Innerhalb der Altstadt sei die Nahversorgung grenzwertig. "Wenn ein zweiter Supermarkt kommt, würde sich das ganz schnell ändern", so der Professor. 435 Personen wurden für weitere Analysen befragt. So kam heraus, dass 70 Prozent Amberg als attraktive, mittelalterliche Stadt bezeichnen würden. Nur 50 Prozent sehen sie aber auch als attraktive Einkaufsstadt. Arg kritisiert worden sei das Parkplatzangebot. "Der Einzelhandel kommt relativ gut weg", lautete das Urteil, das mit Tortendiagrammen belegt wurde.

Wie sehen die Amberger selbst ihre Stadt? "Vor diesem Ergebnis haben wir uns ein bisschen gefürchtet", so Vossen. Doch auch hier zeigten sich 70 Prozent zufrieden. Die Gastronomie in Amberg komme sogar mit sehr guten Noten weg.

Zum Thema Verkehr stellte Ulrich Glöckl vom Büro Schlothauer und Wauer (Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr) die Analysen vor. Bis zu 25.000 Fahrzeuge täglich kommen am Nabburger Torplatz vorbei. "Der Ring entfaltet eine starke Trennwirkung zur Altstadt", sagte Glöckl. Diese sei "wunderschön, aber man kommt nicht hin".

Barrierefreiheit fehlt

Die mangelnde Barrierefreiheit am Bahnhof wurde ebenso zur Kenntnis genommen wie die beiden engen Unterführungen in Richtung Marien- und Regensburger Straße. "Dort ist ein wichtiges Viertel. Hier entwickelt sich Amberg." Menschen, die das neue Parkdeck mit 890 Stellplätzen besuchen, werden auf angenehme Wege in die Altstadt kommen wollen. "Hier muss also was passieren."

Birgel rief die Zuhörer dazu auf, ihre Ideen auf Stellwände zu pinnen. Wie können Wohnräume attraktiver gemacht werden? Welche Art Wohnraum soll geschaffen werden? Welche Geschäfte werden vermisst? Die Anwesenden suchten Antworten darauf. Die Erkenntnisse daraus werden ausgewertet und von den Projektleitern dem Stadtrat präsentiert.

Eine weitere ISEK-Veranstaltung ist für Montag, 15. Oktober, um 18.30 Uhr im Pfarrsaal Luitpoldhöhe geplant (Wirtshausgespräch).

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