28.08.2020 - 10:25 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg: Basteln am Corona-Weihnachtsmarkt

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Es weihnachtet schon sehr in den Hinterstübchen von Geschäftsleuten und Behörden. Bereits jetzt müssen die Vorbereitungen für den Amberger Weihnachtsmarkt getroffen werden. Fest steht schon jetzt: Corona wird den Markt deutlich verändern.

Die gute Stube der Stadt Amberg im weihnachtlichen Glanz: Auch heuer soll es einen Weihnachtsmarkt geben, allerdings stehen die Buden wohl nicht so eng beieinander.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Andreas Raab schwitzt zwar wegen der Sommerhitze, allerdings steht dem Vorsitzenden der Amberger Park- und Werbegemeinschaft der Schweiß auch wegen des Weihnachtsmarktes auf der Stirn. Die 35. Auflage auf dem Amberger Marktplatz sollte etwas ganz besonderes werden - mit einer Erweiterung der Budenzeile. Nun greift tatsächlich ein großzügigeres Raumkonzept - wegen Corona. Ein Interview über das Virus, den Amberger Einzelhandel und den Budenzauber.

ONETZ: Herr Raab, die Michaeli-Dult ist abgesagt, dann gibt es also auch keinen verkaufsoffenen Sonntag?

Andreas Raab: So ist es. Der Marktsonntag ist an die Dult gekoppelt. Nachdem die Stadt das Volksfest abgesagt hat, war klar, dass es auch keinen verkaufsoffenen Sonntag geben wird. Normalerweise fände der zum Abschluss der Dultwoche statt, das wäre heuer der 4. Oktober.

ONETZ: Ist das ein weiterer Schlag in die Magengrube für den Einzelhandel?

Andreas Raab: Natürlich hätten wir lieber Normalbetrieb. Aber den Einzelhändlern in der Innenstadt macht etwas anderes viel mehr sorgen - der Online-Handel. Wir fordern schon seit langem, die Internet-Riesen in Sachen Besteuerung endlich in die Pflicht zu nehmen. Hier herrscht keine Waffengleichheit gegenüber kleinen Geschäften. Und das ist ein Skandal.

ONETZ: Demnächst stehen die ersten Lebkuchen in den Supermarkt-Regalen. Wie laufen die Planungen für den Weihnachtsmarkt?

Andreas Raab: Die Planungen sind schon angelaufen als Corona noch kein Thema war. Heuer wollten wir ja unser neues Konzept für einen größeren Weihnachtsmarkt umsetzen. Jetzt geht es nicht um die Erweiterung, sondern um die Hoffnung, dass wir überhaupt was abhalten können.

ONETZ: Haben Sie Hoffnung?

Andreas Raab: Es wird schwierig, aber ja, ich habe Hoffnung. Etwa 90 Prozent der Fieranten haben signalisiert, dass sie auch unter Corona-Bedingungen mitmachen würden. Das wird aber nicht ganz einfach werden.

ONETZ: Wie wirken sich diese Bedingungen aus?

Andreas Raab: Es gelten die bekannten Vorgaben. Das heißt: Einbahnstraßen vor den Getränke- und Essensständen, kleinere Stehtische und viel Abstand zwischen den Tischen. Wir hatten ja die Erweiterung des Marktes geplant. Das könnten wir jetzt gleich umsetzen, um Platz zu gewinnen. Das heißt, wir ziehen auch den Platz um den Hochzeitsbrunnen und auch die Rathausstraße in unsere Überlegungen ein. Im September wollen wir unseren Vorschlag mit den Behörden besprechen.

ONETZ: Menschengedränge vor der Bühne ist kaum vorstellbar. Bleibt es beim Programm?

Andreas Raab: Wir müssen abspecken. Ganz ohne Programm kommen wir aber nicht aus, sonst zahlen die Fieranten wirklich drauf. Denen ist jetzt schon bewusst, dass sie - selbst wenn alles wie geplant läuft - unter dem Strich mit einer Null dastehen. Ich könnte mir vorstellen, dass wir Künstler engagieren, bei denen sich nur kleinere Trauben bilden, die aber trotzdem für ein wenig Atmosphäre auf dem Platz sorgen.

ONETZ: Wäre es eine Möglichkeit, schon früher anzufangen, um die Umsatzeinbußen aufzufangen?

Andreas Raab: Nein, das ist keine Option. Wir fangen wie üblich am Donnerstag vor dem ersten Advent an und hören am 23. Dezember auf. Allerdings wollen wir heuer schon Anfang November mit den Aufbau-Arbeiten beginnen.

ONETZ: Wie gehen die Planungen für Sie persönlich weiter?

Andreas Raab: Ich fahre in den nächsten Tagen nach Nürnberg, um mir die Dult am Lorenzer Platz anzuschauen. Vielleicht können wir von dem Konzept, das dort angewandt wird, etwas lernen.

Andreas Raab ist der Vorsitzende der Amberger Park- und Werbegemeinschaft (PWG) und als solcher Veranstalter des Amberger Weihnachtsmarktes.

So war der Weihnachtsmarkt in Amberg im vergangenen Jahr

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