15.06.2018 - 13:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg kämpft mit Niem-Öl gegen Eichenprozessionsspinner

Kinder schmiert man im Sommer mit Sonnencreme ein. Bäume mit Niem-Öl. Die Substanz wirkt angeblich gegen den Eichenprozessionsspinner. Die Stadt Amberg hat gute Erfahrungen damit gemacht.

An dieser Parkbucht bei Bernricht sind die Kronen von mindestens fünf Eichen kahlgefressen.

Dennoch hat sich die Raupe flächendeckend im Stadtgebiet und auch in vielen Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach ausgebreitet. Mit verheerenden Folgen: 2015 nistete sich die Raupe zum ersten Mal in den Eichen an der Parkbucht der Staatsstraße 2238 bei Bernricht ein. Damals ließ die Stadt die Nester umgehend von einer Spezialfirma absaugen. Das Tierchen kam trotzdem jeden Sommer wieder. Aktuell sind an der Stelle sämtliche Eichen kahlgefressen, die Bäume nachhaltig geschädigt.

"Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir die Raupe so schnell nicht mehr losbringen", sagt Susanne Schwab, Pressesprecherin der Stadt Amberg. Das Team Grün habe schon im Vorfeld reagiert und auf ein Mittel gesetzt, das bereits andernorts erfolgreich zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners eingesetzt worden sei: Öl, das aus dem in den Tropen und Subtropen beheimateten Niem-Baum stammt. "Die Mitarbeiter der Stadt haben das Öl an neuralgischen Punkten, im Stadtgraben und an Spielplätzen zum Beispiel, ausgebracht und es hat entsprechende Wirkung gezeigt." Vereinzelt, etwa im Waldfriedhof, seien auch Bäume abgesaugt worden.

Alle Eichen im Stadtgebiet mit Niem-Öl zu besprengen, war allerdings nicht möglich. Und so bereitete der Stadtverwaltung vor allem der Mariahilfberg und das anstehende Bergfest Bauchschmerzen. "Oben am Festplatz stehen hauptsächlich Linden. Der Eichenprozessionsspinner ist dort nicht das Thema", erklärt Schwab. Bei den Parkplätzen und entlang der Wege stellt sich die Situation aber anders dar. "Nächste Woche werden dort zwei Spezialfirmen im Einsatz sein, die insgesamt rund 60 Bäume absaugen." Schwab empfiehlt Spaziergängern am Berg, sich befallenen Eichen nicht zu nähern und grundsätzlich auf den Wegen zu bleiben.

Jeder Eigentümer eines Baumes ist selbst für diesen verantwortlich. Bürger, die die Raupe mit den Brennhaaren in ihrem Garten haben, können sich im Sachgebiet Grün der Stadt Rat holen. Die Mitarbeiter dort haben ein Merkblatt mit den wichtigsten Schutzmaßnahmen zusammengestellt. "Wir überlegen uns gerade, wie wir den betroffenen Ambergern noch besser unter die Arme greifen können", sagt Schwab. Niem-Öl wird übrigens als verdünnte Emulsion verwendet. Der Liter kostet um die 30 Euro.

Die Eichen bei Bernricht sind nachhaltig geschädigt.

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