23.09.2018 - 11:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger sollen beim ISEK kräftig mitreden

Amberg hat viele schöne Seiten. An manchen Stellen herrscht jedoch noch Verbesserungsbedarf. Deshalb wird an einem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept gearbeitet - kurz ISEK. Und das lebt von der Beteiligung der Bürger.

„Die Regensburger Straße ist das Erste, was Autofahrer sehen, wenn sie aus Richtung Schwandorf nach Amberg kommen.“ Deshalb muss das Erscheinungsbild der Stadteinfahrt laut Bärbel Neumüller verbessert werden. Im Zuge des ISEK können Bürger ihre eigenen Ideen einbringen.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Bereits im vergangenen Jahr konnten die Amberger unter anderem an mobilen Ständen ihre Vorschläge für die zukünftige Entwicklung der Stadt kommunizieren und auch Schulen beteiligten sich mit Planungsworkshops. "Die Schüler haben so kreativ gearbeitet, das war besonders wertvoll", erzählt Bärbel Neumüller vom städtischen Baureferat.

Nach der Bestandsaufnahme sind nun im Oktober drei weitere Veranstaltungen geplant. Hier sollen Konzepte für bestimmte Teilbereiche der Stadt mit den Bürgern diskutiert und weiterentwickelt werden. Die Amberger können dann erneut ihre eigenen Ideen und Anregungen einbringen. Konkret wird es bei diesen Gesprächen um die Altstadt, das Dreifaltigkeitsviertel und die Luitpoldhöhe gehen.

"Ursprünglich waren die drei Gebiete gar nicht als Schwerpunkte angedacht, aber ISEK ist kein starrer Prozess. Jeder hat die Gelegenheit, sich zu beteiligen. Das ist ja das gute daran", erläutert Neumüller. Bei der Analyse der zu Beginn gesammelten Daten kam die mit ISEK beauftragte Münchener Stadtplanungs-Gesellschaft Dragomir zu dem Ergebnis, dass diese drei Schlüsselbereiche genauer untersucht werden sollten. Hier gebe es besonders viel Diskussionsbedarf bei den Bürgern. "Das heißt aber nicht, dass bei den Gesprächen nur direkte Anwohner erwünscht sind", erklärt Neumüller. Beim ISEK gehe es um ganze Amberg. "Aber wir mussten uns auf drei Gebiete festlegen, die intensiver betrachtet werden. Man kann nicht das gesamte Stadtgebiet mit der gleichen Detailschärfe untersuchen."

Neben den Bürgerbeteiligungen und Schülerideen wurden auch andere Daten ausgewertet, Dragomir-Mitarbeiter sind durch Amberg gelaufen. Der ISEK-Planungsprozess wird zudem von einem Steuerkreis begleitet, der als Multiplikator dient und Input zu wichtigen Fragen gibt. Außerdem wurden Positionierungs-Workshops abgehalten, um die Marke Stadt Amberg zu erarbeiten.

Darauf aufbauend wurden dann die Handlungsfelder und Ziele für die zukünftige Entwicklung Ambergs formuliert. Dies sei ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zum ausführlichen Entwicklungskonzept. Neumüller: "Bevor jedoch konkrete Maßnahmen festgelegt werden, sollen noch einmal die Bürger ihre Meinung sagen. Deshalb hoffen wir, dass viele kommen und mitmachen." Bei den drei Terminen werden Luftbilder, Fotos und Karten ausgelegt sein. "Jeder kann dann loswerden, was er für sinnvoll und erforderlich hält." Themen seien dabei nicht nur Verkehr, sondern unter anderem auch Wohnen, Gewerbe, Soziales, Kultur, Freizeit, Barrierefreiheit und Mobilität. Das Büro Dragomir werde alle Ideen dokumentieren.

Nur wer sich beteiligt, kann etwas verändern und verbessern.

Bärbel Neumüller

"Es ist wirklich interessant, was die Bürger so vorschlagen", sagt Neumüller. Negative Erfahrungen mit Nörglern habe sie noch nicht gemacht, die Kritik sei meist konstruktiv. "Es wird auch viel Positives angebracht, die Leute sind schon recht zufrieden. Die Stadt Amberg ist ja auch lebenswert." Es gehe aber um die "Zukunft und zukünftige Herausforderungen". Natürlich könne nicht alles umgesetzt werden. "Bestimmte Gesetze oder Eigentumsverhältnisse machen manche Vorschläge vielleicht unmöglich."

Dennoch sollen konkrete, verortbare Maßnahmen das Ergebnis des ISEK sein. "Nicht nur theoretisch, sondern wirklich auf die Umsetzung ausgerichtet", betont Neumüller. Das erarbeitete Konzept solle einmal als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage für die zukünftige Entwicklung der Stadt dienen. Die Bedeutung der Bürgerbeteiligung schätzt sie dabei sehr hoch ein: "Nur wer sich einbringt, kann etwas verändern und verbessern." Die Fachplaner nehmen auch per E-Mail an ISEKAmberg[at]dragomir[dot]de Anregungen entgegen.

Neben der Regensburger Straße herrscht auch in anderen Teilen des Dreifaltigkeitsviertels Entwicklungsbedarf. Zum Beispiel hier in der Bäumlstraße.
Was ist ISEK?:

Wie soll sich Amberg in Zukunft entwickeln? Wo herrscht der größte Handlungsbedarf? Diese Fragen soll das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) beantworten. Neben Vertretern der Politik und Stadtverwaltung werden auch die Bürger intensiv in den informellen Planungsprozess einbezogen. Das gesamte Stadtgebiet soll betrachtet werden, Qualitäten und Defizite erkannt sowie Leitlinien definiert. Bärbel Neumüller vom Baureferat fasst zusammen: „Am Ende wird es ein Handlungskonzept geben, das in konkreten Zielen und Maßnahmen mündet. Ein Leitfaden für die zukünftige Entwicklung der Stadt.“

Abgehängt: Das Wohngebiet auf der Luitpoldhöhe muss aufgrund der etwas abgeschnittenen Lage am Hang in direkter Nachbarschaft zur Schwerindustrie besondere Herausforderungen meistern.
Bärbel Neumüller vom städtischen Baureferat hofft auf eine rege Beteiligung der Amberger Bürger.
Termine der Bürgergespräche:

Dreifaltigkeitsviertel:

"Wirtshausgespräch" am Montag, 1. Oktober, um 18.30 Uhr in der Mensa des Gregor-Mendel-Gymnasiums (Eingang Dreifachturnhalle an der Krumbacher Straße).

Altstadt:

Planungswerkstatt am Mittwoch, 10. Oktober, um 18.30 Uhr im Casino-Saal beim Stadttheater.

Luitpoldhöhe:

"Wirtshausgespräch" am Montag, 15. Oktober, um 18.30 Uhr im Pfarrsaal Luitpoldhöhe (Dr.-Robert-Strell-Straße 38).

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