04.08.2019 - 12:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Hochzeit: Prinz auf kurzem Dienstweg gefunden

Im echten Leben sind Ulrike Schröder und Fabian Kammholz Kollegen. Für einen Tag aber waren sie ein Paar. Für die Amberger Hochzeit von 1474 schlüpften sie in die Rollen von Kurprinz Philipp von der Pfalz und Margarete von Bayern-Landshut.

Für einen Tag waren Ulrike Schröder und Fabian Kammholz Margarete von Bayern-Landshut und Kurprinz Philipp von der Pfalz. Ab sofort sind die beiden gebürtigen Amberger wieder Arbeitskollegen, die an der Eichstätter Justizvollzugsanstalt beschäftigt sind.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Lange hatten die Verantwortlichen von Cantus Ferrum um Vorsitzenden Jörg Pickelmann nach den passenden Darstellern gesucht. Eine Prinzessin war mit der gebürtigen Ambergerin Ulrike Schröder (24) schnell gefunden - ein Prinz ließ aber vergeblich auf sich warten.

Als die Zeit langsam drängte und die Veranstalter einen erneuten Aufruf starteten, wurde die Prinzessin aktiv und suchte sich selbst einen Gemahl: "Fabian ist ja auch aus Amberg. Ich habe ihn gefragt, ob er auch aufs Brunnenfest geht." Kammholz (26), der wie Schröder in der Eichstätter Justizvollzugsanstalt beschäftigt ist, hatte das bejaht - und schon war die Idee geboren, gemeinsam als Philipp und Margarete aufzutreten.

"Es war perfekt, alles top organisiert und ein außergewöhnliches Erlebnis", freute sich Ulrike Schröder auch am Sonntagvormittag noch. Tags zuvor hatte sie hoch zu Ross an der Seite ihres Arbeitskollegen dem Volk zugejubelt und den 350 Mann starken Festzug bereichert, der sich unter dem Beifall der Zuschauer vom Malteser bis zum Markplatz und in die Max-Allee zog. Dort war die Festtafel aufgebaut, an der die Amberger Hochzeit eine Neuauflage erfuhr. Sieben Gänge kamen auf den Tisch: Brote mit Schmalz oder Kräuterquark, Rinderbrühe, Fisch, Braten mit Knödeln, Käse mit Trauben sowie Rinderzungen- und Ziegenkäse-Pasteten. Die flüssige Nahrung bestand aus Branntwein. Wer unabhängig von dem Historienspiel, zu dem auch Schaukämpfe gehörten, in das Mittelalter versetzt werden wollte, hatte bereits am Freitagabend und den ganzen Sonntag über die Gelegenheit dazu. Das Brunnenfest lockte an allen drei Tagen unzählige Besucher an, die auf die 11. Auflage allerdings ein Jahr länger als üblich warten müssen. Denn Cantus Ferrum durchbricht ausnahmsweise den Zwei-Jahres-Rhythmus. Wie Vorstandsmitglied Martin Malitzke bestätigte, wird ein Jahr zusätzlich Pause gemacht und erst 2022 wieder gefeiert. Dadurch fällt das übernächste Fest auf das Jahr 2024, was eine 550-Jahr-Feier der Amberger Hochzeit von 1474 möglich macht.

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