25.04.2019 - 10:18 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Neubau: THW-Parallelen zum Berliner Flughafen

Seit zehn Jahren wartet der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) darauf, eine neue Unterkunft beziehen zu können. Nun scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Wieder einmal.

Zuversicht hinsichtlich des Neubaus der THW-Unterkunft in Amberg strahlen Paul Johannes Fietz (Vorstandsmitglied der Bundesimmobilienanstalt/Dritter von links)) und CSU-Bundestagsabgeordneter Alois Karl (Vierter von rechrs) aus. Ortsbeauftragter Marco Hubert (Zweiter von links) ist von den Verzögerungen aber eher genervt.
von Autor GFRProfil

Zumindest stand am Ende des Besuchs des CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Karl und von Paul Johannes Fietz, einem Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, fest, dass zeitnah der Neubau eines Domizils geplant und auch realisiert werden soll. In einer kurzen Einführung erinnerte Christian Birner, der örtliche Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, daran, dass der Ortsverband 1953 gegründet wurde. 1960 konnte die Unterkunft nahe der Drahthammerkreuzung bezogen werden, 1980 erfolgte eine Erweiterung. Etwa 200 Mitglieder gehören dem THW in Amberg an, 65 davon sind aktive Kräfte.

Erste Planungen 2009

Mit Blick auf den gewünschten Neubau sagte Birner, dass bereits 2009 erste Planungen liefen und die Kosten auf 1,9 Millionen Euro veranschlagt worden seien. Im Lauf der nächsten Jahre habe es mehrere Begehungen und Grundstücksverhandlungen gegeben. 2012 seien bundesweit alle angedachten THW-Neubauten auf Eis gelegt worden, aber bereits zwei Monate später sei erneut geplant worden. Sogar ein Privatinvestor sei ins Spiel gebracht worden.

Im Dezember 2015 hätten sich Innen-, Finanz- und Bauministerium mit der Maßnahme befasst, das örtlich Bauamt sei eingebunden worden und die geschätzten Kosten seien bei 2,5 Millionen Euro angesiedelt worden. 2018 seien 3,2 Millionen Euro in den Bundeshaushalt eingestellt worden. Danach sei das Vorhaben konkreter geworden. Das THW hat laut Birner von der Stadt 2000 Quadratmeter in Erbpacht erhalten. Seit Jahresbeginn würden Unterlagen aber zwischen Bundesanstalt, Landesbaudirektion und Bundesinnenministerium hin- und hergereicht.

"Fast eine Tragödie"

Da das THW im Sommer dieses Jahres bundesweit umstrukturiert werden soll, sei der Planungsstand schon wieder veraltet, denn nun benötige der Ortsverband noch zwei zusätzliche Garagen. Und ob die in die aktuelle Planung einbezogen werden können, sei fraglich.

Es sei fast eine Tragödie, meinte Bundestagsabgeordneter Alois Karl, dass nun seit gut zehn Jahren über einen Neubau geredet und verhandelt werde. Weitere Verzögerungen seien unverantwortlich. Karl sagte, dass er in den vergangenen Jahren regelmäßig verantwortliche Minister oder Staatssekretäre vor Ort über den THW-Bedarf informiert habe. Getan habe sich aber immer nichts.

Doch ohne eine vernünftige Unterkunft könne niemand motiviert werden, dem Technischen Hilfswerk beizutreten. Bei dem Treffen machte Ortsbeauftragter Marco Hubert aus seiner Gefühlslage kein Geheimnis: "Mich nervt es mittlerweile, dass wir nahezu jeden Tag auf unseren Neubau, der längst stehen könnte, angesprochen werden und wir haben keine Antwort darauf, warum seit zehn Jahren nichts vorangeht." Geld stünde jedenfalls zur Verfügung, ergänzte THW-Regionalstellen-Leiterin Ilona Knecht-Jesberger, aber die Planungen würden permanent überarbeitet, jedoch nie sinnvoll zu Ende gedacht.

Das sei alles nicht so einfach mit dem Neubau der Amberger THW-Unterkunft, sagte Martin Weidner, Projektverantwortlicher der Bundesimmobilienanstalt, denn niemand wisse, ob mit Altlasten im Boden zu rechnen ist. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass unmittelbar neben dem Gelände die Vils fließt. Weidner vertrat die Meinung, dass alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden sollten, um den Neubau zu beschleunigen. Ein Problem sei aber, dass die Maßnahme ausgeschrieben werden muss und Firmen wegen der aktuellen Hochkonjunktur im Baugewerbe oft ausgebucht seien.

"Grundsätzliches Problem"

"Ich sehe ein grundsätzliches Problem", betonte Paul Johannes Fietz. Es gebe zu viele Behörden und Ministerien, die bei öffentlichen Bauten an der Entscheidungsfindung beteiligt sind. Aber: Wenn alle zusammenhelfen und es keine weiteren Verzögerungen bei Planung oder Ausschreibung gibt, dann sei er guter Dinge, dass 2021 die neue THW-Unterkunft bezogen werden könne.

Nicht weit von der Wahrheit entfernt war die scherzhafte Bemerkung von Alois Karl, dass er nicht darauf wetten würde, was eher fertig wird - das neue THW-Gebäude in Amberg oder der Berliner Flughafen.

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