30.07.2019 - 16:59 Uhr
AmbergOberpfalz

Aus Angst vor dem 5G-Netz

Ulrich Weiner hält seine Vorträge in einem Strahlenschutzanzug. Er lebt in einem Wohnwagen, den er im Schwarzwald abstellt - ausnahmslos in Funklöchern. In Amberg referiert er über die Gefahren, die seiner Meinung nach vom 5G-Netz ausgehen.

Ulrich Weiner tritt bei seinen Vorträgen im Schutzanzug auf.
von Klaus HöglProfil

Kritiker behaupten: Politik, Industrie, Wirtschaft wollen die flächendeckende Einführung unbedingt und durchpeitschen. Auch mit der Begründung, dass der neue Standard die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts-Standortes Deutschland in der Welt sichert.

Doch die Gegner befürchten, dass aus dem Einsatz von 5G weltweite, noch nie dagewesene Konsequenzen für die Umwelt resultieren: "5G wird eine massive Erhöhung hochfrequenter Strahlung zur Folge haben, der sich niemand entziehen kann", hieß es in einer Infoveranstaltung der noch jungen Amberger Bürgerinitiative 5G-freie Zukunft. Diese hat sich vor vier Wochen gegründet, Sprecher ist Anton Stöcklmeier, der nun zur ersten Aufklärungsveranstaltung ins Musikomm eingeladen hatte. Stöcklmeier wörtlich: "Wir wollen nicht kämpfen, sondern aufklären, es geht uns um die Gesundheit der Menschen - das ist die Triebfeder."

Gastredner war Ulrich Weiner, der von sich selbst sagt, hochgradig elektro-sensibel zu sein. Die von Weiner vorgelegten Studien aus unterschiedlichen Ländern sollen nachweisen, dass "die exorbitante Strahlenbelastung" Mensch, Tier und Pflanzenwelt massiv schadet. Was zusätzlich unter der Decke gehalten werde: Durch das hochmoderne Mobilfunknetz ließe sich auch ein gigantisches Überwachungsnetz aufbauen. 5G, das bedeute: Autos können autonom fahren, der Kühlschrank meldet, wann er leer ist, der Mülleimer, wenn das Gegenteil der Fall ist, und die Zahnbürste speichert, wie oft sie täglich benutzt wird. Operationen sollen aus der Ferne sollen möglich sein. Durch einen weltumspannenden Mikrowellen-Antennenwald und durch Funkchips, die in alle Dinge eingebaut werden (Internet of things), werde es möglich sein, alles mit allem zu vernetzen. 5G werde als Quantensprung der weltumspannenden Mikrowellen-Bestrahlung gesehen. Eine stetig zunehmende Zahl an Menschen sei an Elektrohypersensibilität erkrankt.

Die Elektrosmogbelastung durch Mobilfunkantenne, lokale Netzwerke und Mobiltelefone sei dramatisch angestiegen. Dennoch streben laut Weiner staatliche Stellen und die Bundesnetzagentur eine 99-prozentige Versorgung des Bundesgebietes an. Laut Weiner soll die Zahl aller Sendeanlagen auf 800 000 anwachsen. 5G soll Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde übertragen, 100 Mal schneller als bisher.

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