07.10.2019 - 14:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Ansturm in Amberg: Aktion "Heimat shoppen" kommt gut an

Was bedeutet es eigentlich, "Made in Amberg" zu kaufen? Beim "Heimat shoppen" am verkaufsoffenen Sonntag hatten die Amberger bei einer Stadtführung die Möglichkeit, hinter die Kulissen einiger "Selbermacher" zu blicken.

von Kathrin Moch Kontakt Profil

Die Angebote im Internet sind verlockend: Günstige Preise und bequem vom Sofa online shoppen. Der Trend zum Online-Kauf hat aber mitunter fatale Folgen für die Innenstädte: Sinkende Kundenzahlen und Leerstände. Die bundesweite Initiative "Heimat shoppen" der IHK, an der sich dieses Jahr zehn Städte in der Oberpfalz beteiligen, will mit ihren Aktionstagen nun die Bürger wieder mehr für den Einkauf in der Region sensibilisieren. Am verkaufsoffenen Sonntag gab es nun die erste Stadtführung unter dem Motto "Heimat shoppen", die Produkte "Made in Amberg", in den Mittelpunkt rückte.

Mehr Andrang als erwartet

"Mit so viel Andrang hatten wir nicht gerechnet", gesteht Altstadtkümmerin Verena Fitzgerald. "Wir mussten einigen Anmeldungen sogar wieder absagen, weil die Geschäfte, die bei der Stadtführung besichtigt werden sollten, einfach zu klein gewesen wären für so viele Leute." Mit rund 20 Personen machte sich Horst Strobl vom Reisebüro Strobl am verkaufsoffenen Sonntag auf, um hinter die Kulissen von sechs "Selbermachern" in der Altstadt zu blicken. Darunter zum Beispiel die Brauerei Schloderer oder die Seifenfee. Insgesamt gibt es aber wohl rund 20 bis 30 Geschäfte, die ihre Waren in der Vilsstadt produzieren, schätzt Fitzgerald. Nicht nur das Kennenlernen der Geschäfte, die sich oft in den Gassen der Altstadt verstecken, steht dabei im Vordergrund. "Wir möchten mit den Aktionen auch Wertschätzung und Bewusstsein für die Menschen hinter den Produkten schaffen", sagt Fitzgerald. "Wenn man sein Geld bei Online-Händlern investiert, weiß man nicht, was damit passiert. Wenn man in der Altstadt einkauft, kennt man vielleicht die Familie, die damit ihren Lebensunterhalt verdient".

Trend zum Selbstgemachten

Nach dem Trend der Globalisierung in den letzten Jahren, kann sich die Altstadtkümmerin eine Rückbesinnung auf Regionales und Selbstgemachtes gut vorstellen: "Viele Neueröffnungen kommen aus dem Handwerksbereich. Zum Beispiel das Bärenbrot oder die Seifenfee." Das Online-Shopping verteufeln darf man laut der Altstadtkümmerin aber auch nicht: "Oft haben Einzelhändler auf Online-Plattformen wie Dawanda oder Etsy angefangen und fanden dadurch den Mut einen eigenen Laden aufzumachen. Einige vertreiben ihre Produkte nun auf beiden Kanälen, lokal und bundesweit. Das finde ich eine sehr positive Entwicklung."

Für Bernhard Reif von der IHK Regensburg ist das "Heimat shoppen", welches in Zusammenarbeit mit den örtlichen Werbegemeinschaften umgesetzt wurde, eine gute Gelegenheit den örtlichen Handel zu stärken. "Der Service vor Ort ist einfach um ein Vielfaches besser, als im Internet, wo man sich zum Beispiel bei Problemen mit Rücksendungen herumschlagen muss", sagt Reif. Zudem stärke der Einzelhandel die wirtschaftliche Gesamtstruktur einer Region, indem Arbeits - und Ausbildungsplätze bereitgestellt würden. Die Händler seien oft tief verwurzelt und engagierten sich auch finanziell in der Region. Das Idealziel der Aktion "Heimat shoppen" wäre für Reif die Motivation der Menschen zum Einkauf in der Altstadt zu fördern. "Auch die Umwelt wird geschont, wenn man lokal kauft, da keine weite Lieferung oder Verpackungen anfallen", erklärt Reif.

Weitere Stadtführungen geplant

Aus IHK-Sicht sei das Projekt eine wirklich gute Sache, das auch in Zukunft beibehalten werden soll, so Reif. Zudem stünden Pläne im Raum die Aktionstage "Heimat shoppen" im nächsten Jahr auch nach Sulzbach-Rosenberg zu bringen. Nach dem positiven Testlauf der Stadtführung "Made in Amberg", soll es eine Fortsetzung geben, um der Nachfrage gerecht zu werden: "Ich könnte mir etwas in Richtung Advent vorstellen. In der Vorweihnachtszeit sucht man ja oft noch nach Geschenken. Wir möchten auch noch weitere Unternehmen zeigen. Immer in Verbindung mit besonderen Anlässen, wie jetzt am verkaufsoffenen Sonntag, wäre ein Gedanke", erklärt Fitzgerald.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.