26.06.2020 - 10:37 Uhr
AmbergOberpfalz

Architektouren heuer virtuell: Vier Bauprojekte aus der Region Amberg dabei

241 außergewöhnliche Bauprojekte wären in Bayern bei den Architektouren zu besichtigen gewesen. Auch aus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach wurden je zwei Projekte ausgewählt. Zuletzt war die Region 2010 so stark vertreten.

Architektouren 2020: Das Bürogebäude der Firma Englhard in Ammerthal wurde vom Büro EVH-Architekten aus Amberg geplant.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Die Architektouren leben vom direkten Austausch zwischen Architekten, Bauherren, Nutzern und Neugierigen vor Ort. Heuer fällt die Veranstaltung coronabedingt aus. Sie wäre für das letzte Juni-Wochenende terminiert gewesen. Besonders für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach ist das bitter. Die Region wurde heuer gleich viermal von der Jury ausgewählt. Die herausragenden Bauprojekte sind: Neues Stadtarchiv (Paulanergasse 17), Deprag-Acadamy (Schlachthausstraße 6a), Englhard-Firmengebäude in Ammerthal (Amberger Straße 35) und der Marktplatz in Hirschau (Rathausplatz 1).

Roland Wochnick hat nachgeschaut. Der Amberger Architekt musste bis ins Jahr 2010 zurückgehen, um die Region bei den Architektouren ähnlich stark vertreten zu sehen. Der Katalog zu der diesjährigen Bau-Schau ist zwei Zentimeter dick. Doch über die Hälfte der darin aufgenommenen "Gebäude mit Vorbildfunktionen" stehen in und um den Münchner Speckgürtel. Dabei gebe es auch in der Oberpfalz viele Vorzeige-Projekte. Über die Homepage der Bayerischen Architektenkammer (www.byak.de) können heuer alle von der Jury ausgewählten Häuser oder Plätze begutachtet werden. Unterteilt sind sie in verschiedene Genres: Städtebau, Bildung, Wissenschaft, Kultur, Staat, Kommune, Sanierung, Denkmalschutz, Innenraum, Wohnungsbau, Einfamilienhaus, Gesundheitswesen, Freizeit, Wirtschaft, Schulen, Verkehr, Straßen, Plätze, Verwaltung oder Freiraumgestaltung.

Fotowettbewerb für Kinder

Trotz Corona können die Bauprojekte natürlich nciht nur online, sondern zumindest auch von außen begutachtet und besucht werden. Die Architektenkammer hat zudem einen Fotowettbewerb für Kinder bis 16 Jahre ausgeschrieben. Wer mitmachen will, kann Fotos von den persönlichen Sichtweisen und eigenen Blickwinkeln auf die Architektur bis Montag, 29. Juni, an matzig[at]byak[dot]de schicken.

Stationen der Architektouren

  • Neues Stadtarchiv: Die Restaurierung des kurfürstlichen Wagenhauses und der Umbau zum neuen Stadtarchiv der Stadt Amberg (Paulanergasse 17) hat etwa drei Jahre gebraucht. Das Gebäude selbst wurde 1615 von Kurfürst Friedrich in Auftrag gegeben. Bauerrin: Stadt Amberg; Architektur: Gildehaus und Partner, Bernd Gildehaus, Weimar, sowie Hubert Meier vom Hochbauamt der Stadt Amberg, Nutzfläche: 990 Quadratmeter.
  • Deprag Acadamy Schulungs- und Ausbildungszentrum: Wo früher Videothek und Shishabar standen, plante Architekt Roland Wochnick einen neuen Anbau an bestehende Werkshallen, um der Firma Deprag Raum für Schulungen und Ausbildungsplätzen zu geben. Die Lage der Firma, mitten in der Stadt, begrenzt von drei Straßen, ist eine besondere Herausforderung an den Planer. "Die Firma legt großen Wert auf Lehrlingsausbildung", so Wochnick. Zudem wurden die Arbeitsplätze für Programmierer enorm aufgewertet. Das sei auch dringend erforderlich: "Benötigt werden dort mehr Ingenieurplätze." Bauherr: Deprag, Architektur: Roland Wochnick, Nutzfläche: 1450 Quadratmeter.
  • Englhard-Bürogebäude, Ammerthal: Der Neubau der Firmenzentrale erfolgte in Modulbauweise mit Sichtbeton, in den Büroräumen ist der Boden aus Gussasphalt. Der Clou: Die gesamten Materialien des Gebäudes stellt das Unternehmen selbst her. Bauherrin: Englhard Besitz GmbH & Co KG. Architektur: EVH-Architekten Amberg, Christian Eberhardt, Stefan Vogl, Andreas Hirsch
  • Altstadtsanierung Marktplatz, Hirschau: 2009 bis 2012 wurde das neue Gesicht von Hirschaus Mitte erschaffen. Der große Marktplatz ist mittlerweile barrierefrei und multifunktionell. Bauherrin: Stadt Hirschau, Landschaftsarchitektur: Garnhartner + Schober + Spörl Deggendorf, Josef Garnhartner, Nutzfläche: 13 200 Quadratmeter.
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