Die Verbisssituation, namentlich auch bei der Kiefer, hat sich im Landkreis insgesamt leicht verbessert. Das hat Einfluss auf die Abschussempfehlungen. In 9 von 16 Hegegemeinschaften fällt das Vegetationsgutachten aber noch unbefriedigend aus, wie Leitender Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht vor Jägern der Kreisgruppe Amberg betonte. Die Lage habe sich aber gegenüber 2015 nicht verschlechtert.
Vegetationsgutachten werden seit 1986 erstellt, letztmals 2018. Nach Willen der Münchener Koalition sollen diese weitergeführt werden. "Die Richtung stimmt", bilanzierte Wicht. Jetzt gehe es vor allem darum, diesen positiven Trend weiter zu stabilisieren, indem man den Abschuss vorerst in der bisherigen Höhe beibehält. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Revierinhaber die Abschussvorgaben durch die Untere Jagdbehörde auch konsequent umsetzen.
Wie Wicht weiter erläuterte, hat die Koalition in ihrem Wald-Pakt festgelegt, dass für Hegegemeinschaften, die seit 2006 einen zu hohen Verbiss aufweisen, noch heuer Leitlinien unter Einbeziehung der Unteren Jagdbehörde entwickelt werden sollen. Dies ziele darauf ab, eine nachhaltige Verbesserung bei der Waldverjüngung zu erreichen. Im Amtsbereich betrifft dies nach Angaben von Wicht 7 der 16 Hegegemeinschaften. Allerdings fehlten bislang konkrete Handlungsanweisungen.
Hegeringleiter anschreiben
Der örtliche Jagdbeirat, der am Tag vor der Hegeschau das Thema beriet, will vertiefende Informationen einholen und erste Erfahrungen aus anderen Landkreisen abwarten. Danach wird das Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt die Hegeringleiter anschreiben und sie auffordern, Revierbegehungen zu organisieren, und zwar in kritischen ebenso wie in Vorzeige-Revieren, von denen man ja eventuell auch lernen kann, sagte Wicht.Ziel soll es sein, auf breiter Front das Problembewusstsein zu fördern und vor Ort auch gemeinsam eventuelle Lösungsansätze zu diskutieren. Wicht geht davon aus, dass sich für die Hegegemeinschaften automatisch spezifische Maßnahmenpakete ergeben, die dann Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. Als Ziel der Politik nannte Wicht, die Eigenverantwortung vor Ort zu stärken und diese auch einzufordern.Jagdberater Ekkehard Zink vertiefte das Thema Abschusspläne. Demnach betrug der Soll-Abschuss im Jagdjahr 2018/19 zur Erfüllung des dreijährigen Plans 4079 Stück Rehwild. Die Jäger meldeten sogar eine Überschreitung mit 4523 erlegten Tieren. Im Drei-Jahres-Plan waren nach Darstellung Zinks 13 201 Stück Rehwild zu schießen, in der Summe waren es aber sogar 13 645 erlegte Tiere. Dies bedeutet, so führte Zink weiter aus, eine Planerfüllung von 103 Prozent. Zink kritisierte, dass es wieder Reviere geben hat, die unter der Abschussvorgabe geblieben sind. Er verwies auf gesetzliche Vorgaben in der Ausführungsverordnung: "Hält man sich nicht daran, verwirklicht man einen Ordnungswidrigkeitstatbestand."
So nicht akzeptabel
Er wurde dann konkret: "Wir haben nun das erste Mal zum Ende der dreijährigen Abschussplanperiode in einer Vielzahl von Fällen in verschiedenen Hegegemeinschaften maßgeblichste Missachtungen dieser gesetzlichen Vorgaben." Auch der Jagdbeirat habe einstimmig die Meinung vertreten, "dass man diese Vorgänge nicht so auf sich beruhen lassen kann". Allerdings gibt es laut Zink seit einigen Jahren die Chance, um 20 bis 30 Prozent vom Abschussplan abzuweichen, bei Revieren, für die das forstliche Gutachten den Verbiss als günstig oder tragbar einstuft.
Abschließend gibt Zink noch auf das Thema Schwarzwild ein. Im abgelaufenen Jagdjahr betrug die Strecke 1218 Stück gegen 2225 in 2017/18. Im stärksten ging der Abschuss in der Hegegemeinschaft Rieden-Hirschwald zurück, von 447 auf 199.













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