08.12.2019 - 15:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Bauern sehen viel Klärungsbedarf

Der von der Staatsregierung beschlossene Schutz der biologischen Vielfalt als Folge des Volksbegehrens zu Artenvielfalt war Thema einer Ortsobmännertagung des Bauernverbands.

BBV-Kreisobmann Peter Beer (rechts) und Geschäftsführer Thomas Bayerl konnten mit dem Vorsitzenden des Bayerischen Milchförderfonds, Alfred Enderle (Mitte), einen Fachmann für die Ortsobmännertagung gewinnen.
von uscProfil

Bei einer Ortsobmännertagung im Gasthaus Erras in Fichtenhof ging es jetzt um die umfangreichen Änderungen, die der Landtag insbesondere beim bayerischen Naturschutzgesetz beschlossen hat - mit dem Ziel, ein deutliches Plus beim Artenschutz zu erreichen. Die neuen Regelungen, die seit 1. August gelten, werden durch Förderprogramme begleitet.

Randstreifen ausgewiesen

Der Biotopverbund wird in ganz Bayern entlang der Bäche und Flüsse, im Offenland und im Wald ausgebaut. Wichtig für die Landwirte: Die Staatsregierung weist an allen natürlichen und naturnahen Gewässern einen mindestens fünf Meter breiten Randstreifen ab Uferlinie aus. Grünlandnutzung ist weiterhin möglich, nicht jedoch eine garten- und ackerbauliche Nutzung. In Einzelfragen, so war seitens des AEFL zu hören, gibt es noch viel Klärungsbedarf, auch beim Thema Entschädigungen.

Details lassen auf sich warten

Nach Kenntnis des BBV-Kreisvorsitzenden Peter Beer lassen nähere Ausführungsbestimmungen wohl noch länger auf sich warten. Dies gelte auch für detaillierte Förderrichtlinien. Dass die Landwirte gut beraten seien, sich an die Vorschriften zu halten, betonte Engelbert Hollweck vom örtlichen Amt.

Die Behörde hat nach seinen Angaben zuletzt an elf Flächen im Landkreis bei Kontrollen Verstöße gegen die Düngerverordnung, sprich zu geringen Abstand zu Gewässern, festgestellt. Er bat die Landwirte, sich auch bei kleinen Fließgewässern an die Vorschriften zu halten, denn Institutionen wie der Bund Naturschutz hätten ein waches Auge darauf. Peter Beer machte die Obmänner darauf aufmerksam, dass Landwirte Einspruch beim Wasserwirtschaft Weiden einlegen sollten, wenn sie aufgrund von nachvollziehbaren Fakten Gewässer aus der Randstreifenkulisse entfernt haben wollen.

Milchförderfonds und Landtierärzte-Mangel:

Mit Alfred Enderle hatten die Obmänner einen ausgewiesenen Fachmann zum Thema Milchförderfonds zu Gast. Dieser Topf wird durch freiwillige Abgaben der Milcherzeuger aktuell mit 3,3 Millionen Euro im Jahr ausgestattet. Daraus finanziert werden auch Maßnahmen zur Imageförderung. Die Verwurzelung der Landwirtschaft in der Bevölkerung ist laut Enderle dramatisch zurückgegangen – und der Anteil der Landwirte von früher mal 30 Prozent auf nunmehr nur noch 1,4 Prozent. Gerade nach den Negativschlagzeilen über große Milchviehbetriebe im schwäbischen Bad Grönenbach sei bessere Image-Arbeit nötig. Schnelle Hilfen biete der Fonds auch bei Auftreten von TBC, Salmonellose oder bei Maul- und Klauenseuche. Geld gibt es auch für den Einsatz eines mobilen Melkstands nach Schadenfällen bei Milchbauern.

Tobias Guggenmos, Vorsitzender des Kreis- und Bezirksverbands der Tierärzte, berichtete über zunehmende Probleme beim tierärztlichen Notdienst abends und am Wochenende: „Der Mangel an Landtierärzten ist bei uns bereits angekommen.“ Für Praxisinhaber sei es schwer, angestellte Tierärzte finden, so dass es auch immer schwieriger werde, Notdienste sicherzustellen. Weitere schlechte Nachricht: Die Bundesregierung hat die Novellierung der tierärztlichen Gebühren, eine deutliche Erhöhung, beschlossen. Guggenmos empfahl deshalb den Abschluss von Bestandsbetreuungsverträgen.

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