23.10.2020 - 14:12 Uhr
AmbergOberpfalz

Bayerischer Jugendring: Amberg sendet Signal gegen rechts

Der „Amberger Antrag“ macht Karriere. Unter diesem Titel positionieren sich die bayerischen Jugendringe klar gegen die AfD und ihre Versuche, die offene, pluralistische Gesellschaft zu untergraben.

Die Oberpfälzer Bezirksjugendring übt scharfe Kritik an einem AfD-Antrag im bayerischen Landtag,
von Externer BeitragProfil

Bei ihrer Vollversammlung in Amberg hatten die Jugend-Vertretungen aus der Oberpfalz scharfe Kritik an der AfD geübt und ein Positionspapier verabschiedet. Dieser "Amberger Antrag" ist zwischenzeitlich in anderen Bezirken übernommen und jetzt an den Landesvorstand verwiesen worden. Hintergrund ist ein Vorstoß, den die AfD-Fraktion vor etwas mehr als einem Jahr bei den damaligen Haushaltsberatungen im Landtag unternommen hat. Er zielte darauf ab, die Zuschüsse an den Bayerischen Jugendring ersatzlos zu streichen. Begründet wurde dies von der AfD damit, dass sich im Jugendring Mitgliedsorganisationen befänden, "die politisch nicht auf neutraler Grundlage" stünden und die freiheitlich-demokratische Grundordnung negierten.

Bezirksjugendring-Vorsitzender Philipp Seitz sprach laut Pressemitteilung von einem "Angriff auf die gesamte Jugendarbeit in Bayern". "Das ist ein einmaliger Vorgang, nicht tolerierbar und auf das Schärfste zu verurteilen", wird er zitiert. Alle Mitgliedsorganisationen des Jugendrings hätten ein sorgfältiges und strenges Anerkennungsverfahren durchlaufen. Sie verpflichteten sich der Satzung des Bayerischen Jugendrings und träten für "eine vielfältige, demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft" ein. Das in Amberg verabschiedete Positionspapier trägt den Titel "Gegen die Spaltung - für Offenheit und Pluralität". Darin heißt es, das Vorgehen der AfD sei "ein nicht akzeptabler Versuch, die Souveränität und Diversität der Jugendarbeit in Bayern einzuschränken". Außerdem beschlossen die Oberpfälzer Delegierten bei der Gelegenheit, dass sie mit Organisationen und Gruppierungen, die den in der Satzung definierten Werten entgegenstehen, nicht zusammenarbeiten wollen.

Der "Amberger Antrag" war nun auch Gegenstand der Beratungen bei der Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings in Regensburg, dem höchsten beschlussfassenden Gremiums der Jugendarbeit in Bayern. Detlef Staude, Delegierter der Bayerischen Sportjugend, sagte dort: "Seit einigen Jahren hat sich die AfD in ihrem Auftreten, Äußerungen und politischen Ideen radikalisiert. AfD-Mitglieder fallen immer wieder durch verbale Entgleisungen auf, provozieren und wollen spalten." Mit Blick auf die Geschichte der offenen und pluralen Jugendarbeit seit mehr als 70 Jahren in Deutschland, aber auch in Erinnerung an die Gleichschaltung der freien Jugendarbeit zuvor im Dritten Reich spreche er sich klar für den Antrag des Bezirksjugendrings aus. "Die demokratische Wahl einer Partei bedeutet noch lange nicht, dass mit dieser eine Zusammenarbeit stattfinden muss."

Link zum Antrag „Gegen die Spaltung – für Offenheit und Pluralität“

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