13.08.2019 - 15:59 Uhr
AmbergOberpfalz

Bedrohlicher Borkenkäfer: Schnell handeln

Der Borkenkäferbefall nimmt bedrohliche Ausmaße an: Die zuständigen Stellen im Landkreis appellieren an betroffene Waldbesitzer, möglichst schnell zu handeln. Der Freistaat gibt Finanzhilfe.

Wenn die Borkenkäferweibchen ihre Gänge und Brutkammern unter der Borke gegraben haben, ist es für den Baum bereits zu spät, er muss gefällt und entsorgt werden, um eine weitere Borkenkäferausbreitung zu unterbinden.
von Autor GFRProfil

Waldbesitzer sollten umgehend ihren Baumbestand kontrollieren, ob er vom Borkenkäfer befallen ist: Dann nämlich sei höchste Eile geboten, betonen Franz Eichenseer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und Uli Hausmann, der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FbG) Amberg-Schnaittenbach. Beide schlagen Alarm wegen des starken Borkenkäferbefalls in der Region.

Abstand einhalten

Um den Waldschädling zu bekämpfen, müssten befallene Bäume sofort gefällt, vermarktet oder in ausreichender Entfernung vom Wald (mindestens 500 Meter) zwischengelagert werden. Letzteres ist laut Hausmann aber problematisch, da unser Landkreis fast zu 50 Prozent bewaldet ist: Der Sicherheitsabstand sei da nur schwer einzuhalten. Grundsätzlich sollten Waldbesitzer, die Borkenkäferbefall festgestellt haben, oder sich nicht sicher sind, den zuständigen Förster verständigen. Waldbesitzer seien zur Borkenkäferbekämpfung verpflichtet, sagt Eichenseer. Der Freistaat leiste dabei finanzielle Unterstützung, als Ausgleich für dramatisch gesunkene Holzpreise, denn Schadholz überflute den Holzmarkt. Die sofortige Vermarktung sei zwar nicht förderfähig, aber wenn man Schadholz zwischenlagere oder es entrinde, Waldrestholz wie Äste und Gipfel aufarbeite, gebe es Finanzhilfe.

Freistaat hilft mit Geld

Seit 1. Juli wird laut Eichenseer auch die "Vorbereitung der insektizidfreien Borkenkäferbekämpfung" gefördert. Dies soll Mehrkosten abdecken, die Waldbesitzern beim Suchen, Kennzeichnen, Aufarbeiten und Rücken entstehen. Möglich seien fünf Euro für den Festmeter Schadholz bei der Vorbereitung, weitere fünf Euro für die insektizidfreie Borkenkäfer-Bekämpfung. Befallenes Holz müsse so gelagert werden, dass der Schädling nicht mehr in den Wald zurückfliegen kann.

Bei der Förderung gibt es eine Bagatellgrenze von 250 Euro. Hier unterstütze die Forstbetriebsgemeinschaft ihre Mitglieder mit einem Sammelantrag, erklärte Hausmann. Eichenseer wies darauf hin, dass Förderanträge vor der Bekämpfung gestellt werden müssen. Eine nachträgliche Förderung sei nicht möglich. AELF und FbG beraten Waldbesitzer bei der Beurteilung, ob Borkenkäferbefall besteht, und bei der Beantragung der Förderung.

Sollen Kahlflächen aufgeforstet werden, fördert die Forstverwaltung jedes gepflanzte Bäumchen mit einem Euro. Selbst Waldbesitzer, die nicht vom Borkenkäfer betroffen sind, sollten rechtzeitig mit einem Waldumbau beginnen, lautet Eichenseers Rat: Gemischter Wald und schädlingsresistente Baumarten kämen besser mit wärmerem und trockenerem Klima zurecht.

Franz Eichenseer vom AELF, Forstwirtin Helga Riedl und FbG-Geschäftsführer Uli Hausmann (von links) begutachten eingeschlagenes Schadholz im Wald zwischen Raigering und Lintach. Ursache für gut 60 Festmeter Schadholz waren wahrscheinlich die befallenen und bereits abgestorbenen Fichten im Hintergrund.
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