24.01.2020 - 14:37 Uhr
AmbergOberpfalz

Die besten Wege zur perfekten Bewerbung

Job-Wechsel, Praktikumsplatz oder erste Arbeitsstelle: Am Schreiben einer Bewerbung kommt niemand herum. Damit das gelingt, sind einige Dinge zu beachten. Unser Ratgeber gibt Tipps. Zum Beispiel den: Motivation zählt mehr als gute Noten.

Das Schreiben einer Bewerbung ist für viele eine Herausforderung. Stefan Mühleisen von den Wirtschaftsjunioren Amberg-Sulzbach und Adrian Heilmann, der Leiter der Amberger Agentur für Arbeit, geben Tipps.
von Michelle BalzerProfil

Die Entscheidung fällt vielen oft nicht leicht: Welcher Job ist der richtige, welche Ausbildungsstelle die perfekte? Ist diese erste Hürde genommen, lässt die nächste nicht lange auf sich warten - die schriftliche Bewerbung. Für Stefan Mühleisen, Vorstandssprecher der Wirtschaftsjunioren Amberg-Sulzbach, ist sie wie eine persönliche Visitenkarte: "Ich habe nur diese eine Möglichkeit, die Firma von mir zu überzeugen. Wenn ich dabei ungeeignet erscheine, werde ich auch nicht eingeladen." Und genau das gilt es zu verhindern.

Laut Adrian Heilmann, dem Leiter der Agentur für Arbeit in Amberg, setzt sich eine Bewerbung aus dem Deckblatt, dem Anschreiben, dem Lebenslauf und den dazugehörigen Anlagen wie Zeugnissen und Arbeitsnachweisen zusammen. Die gesamte Bewerbung sollte auf dem Computer geschrieben werden. Stefan Mühleisen gibt hier den ersten wichtigen Tipp: "Ob auf dem Deckblatt oder erst auf dem Lebenslauf - ein gutes Foto ist notwendig. Alle Personaler sehen sich gern mal ein Foto an. So kann man sich ein Bild von der Person machen".

Motivation wichtiger als Noten

Im Anschreiben ist die komplette Absender- und Empfängeradresse zu nennen. Inhaltlich ist vor allem die Motivation für die Bewerbung hervorzuheben. Laut Mühleisen ist das sogar noch viel wichtiger als die Noten: "Es muss klar sein, warum man sich für genau diese Stelle bewirbt. Warum möchte man das machen? Warum sollte das Unternehmen meine Bewerbung etwas länger in der Hand halten? Alles andere ist erst einmal sekundär." Zu Beginn biete es sich an, Fragen wie diese zu beantworten: "Wer bin ich? Von wo komme ich her? Was mache ich? Wieso will ich in das Unternehmen?" Dabei sollten die besten Eigenschaften, Fähigkeiten und Erfahrungen seiner selbst hervorgehoben werden, sagt Adrian Heilmann und fügt hinzu: "Am Ende sollten Datum, Unterschrift und Anlagen, in der richtigen Reihenfolge aufgelistet, nicht vergessen werden. Außerdem darf das Anschreiben nie länger als eine Seite sein, also dabei knapp halten."

Im Lebenslauf müssen grundlegende Angaben wie Namen, Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum und -ort genannt werden. Laut Mühleisen folgen darauf "dann Informationen über schulische Ausbildung, Abschluss, Praktika und Vorerfahrungen". Je nachdem, wo man sich bewirbt, kann die Angabe der Führerscheinklasse nützlich sein. Auch Interessen wie Sport, Hobbys oder Fremdsprachen sind an dieser Stelle unterzubringen."

In den Anlagen befinden sich meist Dokumente wie Zeugnisse oder Bescheide über Praktika. Dabei ist es wichtig, nie die Originale, sondern immer eine Kopie zu versenden, denn die Schriftstücke erhält der Absender normalerweise nicht zurück. Auch ein fehlerfreies Deutsch empfiehlt sich, sagt Heilmann und rät grundsätzlich: "Ist man sich nicht sicher, sollten Bekannte oder Berufsberater über die Bewerbung schauen. Die finden möglicherweise noch ein paar Anmerkungen oder Ergänzungen."

Direkter Ansprechpartner

Laut Mühleisen ist zum Beispiel die direkte Ansprache des richtigen Ansprechpartners ein Kriterium, das die Bewerbung aufwerten kann: "Diese Sachen zeigen, dass die Bewerbung nicht einfach aus der Schublade gekramt wurde und seit über einem Jahr verschickt wird."

Auf Internet-Vorlagen verzichten

Idealerweise wird das Absendedatum auf die Bewerbung geschrieben. Ist man sich beim Ansprechpartner unsicher, kann bei der Firma angerufen und sich nach der betreffenden Person erkundigt werden. Laut Adrian Heilmann kann sich aus dem Anruf auch ein Gespräch mit dem Ansprechpartner ergeben. Vorteil: "Beim Lesen der Bewerbung hat der Mitarbeiter direkt eine Erinnerung an die Bemühungen und das nette Gespräch." Vorlagen aus dem Internet können als Orientierung und grobe Vorlage dienen, doch sollten sie nie kopiert werden. Sollte das trotzdem der Fall sein, wird das laut Stefan Mühleisen sofort erkannt: "Die Schriftart ist da meist speziell, die Formulierungen kommen einem bekannt vor und der Aufbau ist auch anders. Allgemein wirkt das dann, als wäre man nicht selbst in der Lage gewesen und als hätte man sich keine Mühe gemacht."

Nach Informationen der Agentur für Arbeit sind in der Dienststelle Amberg momentan über 600 freie Ausbildungsstellen registriert. Laut Adrian Heilmann sind es so viele freie Stellen, "dass wir nicht wissen, wo hin damit". Normalerweise ist der Bewerbungsprozess für den Ausbildungsstart im Herbst 2020 schon so gut wie abgeschlossen. Doch Unentschlossene, die jetzt noch nicht wissen, welche Ausbildung sie im Herbst beginnen wollen, würden mit Sicherheit noch einen Platz bekommen. Die Agentur für Arbeit steht für Unterstützung und Orientierung immer zur Seite.

Praktikum im Sommer

Besonders im Handwerk, im Pflegebereich und in der Verwaltung lassen sich viele offene Stellen finden, die laut Heilmann wegen des demografischen Wandels für die Zukunft jedoch große Karrierechancen bieten. Der Experte rät: "Wenn man weiß, man schließt im Frühjahr oder Sommer 2021 die Schule ab, ist es sinnvoll, den Sommer dieses Jahres für Schnupperpraktika zu nutzen." Das biete eine bessere Grundlage für die Bewerbung und erleichtere den gesamten Prozess.

Grundsätzlich gelte: Je früher sich mit der Berufswahl und der dementsprechenden Bewerbung beschäftigt wird, desto ausgefeilter sei das Endprodukt. Abschließend empfiehlt Stefan Mühleisen, der bei Adidas beschäftigt ist: "Eine Bewerbung muss gepflegt werden. Sie sollte immer wieder auf den neusten Stand gebracht werden. Es schadet nichts, da Zeit zu investieren, Sachen auszubessern oder hinzuzufügen." Denn: "Am Ende steht der perfekten Bewerbung dann auch nichts mehr im Weg."

Informationen zu Ausbildungsstellen, Berufsberatungen und Orientierungsmöglichkeiten finden Sie auf der Seite der Agentur für Arbeit

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