13.07.2018 - 10:37 Uhr
AmbergOberpfalz

Blick ins Fotoarchiv Bildschirm-Drama gegen Brasilien

Amberg im Juni 2002. Die Fußballfans schwimmen auf einer Welle der Euphorie und singen während der WM, die in Japan und Südkorea ausgetragen wurde: "Es gibt nur einen Rudi Völler." Doch dann werden sie bitter enttäuscht. Und das doppelt.

Hunderte kommen im Juni 2002 auf den Marktplatz, um das WM-Finale gegen Brasilien zu sehen.

(tk) Amberg im Juni 2002. Die Fußballfans schwammen auf einer Welle der Euphorie und sangen während der WM, die in Japan und Südkorea stattfand: "Es gibt nur einen Rudi Völler." Der damalige Teamchef hatte die DFB-Elf bis ins Finale gebracht, nachdem zuvor die Weltmeisterschaften 1994 (1:2 gegen Bulgarien) und 1998 (0:3 gegen Kroatien) früh zu Ende gewesen waren.

Ein Amberger Wirt wollte diese Begeisterung nutzen und organisierte eine Veranstaltung, die damals im Stadtgebiet völlig neu war - ein Public Viewing. Groß angekündigt, lockte es am letzten Juni-Sonntag des Jahres zur Mittagszeit Hunderte in die Altstadt. Wegen der Zeitverschiebung trafen sich die ersten Anhänger der deutschen Elf um Oliver Kahn und Miroslav Klose schon vormittags am Marktplatz. Doch die Fanmeile geriet zur Farce. Eine Großbildleinwand, wie sie mittlerweile üblich ist, war nicht zu sehen. Stattdessen stand vor der Basilika St. Martin ein Lkw, in dessen Laderaum ein für damalige Verhältnisse überdimensionaler Flachbildmonitor stand.

Exemplare wie diese stehen oder hängen mittlerweile in den meisten Amberger Wohnzimmern, im Juni 2002 war aber offensichtlich nichts Größeres zu haben. Wer in den ersten Reihen stand, hatte Glück und konnte das Spiel, das Deutschland mit 0:2 verlor, anschauen. Vorausgesetzt, die Sonne blendete nicht. Viele zogen es relativ schnell vor, wieder nach Hause zu gehen oder in eine der umliegenden Kneipen zu wechseln, um da die Partie zu verfolgen.

Größer ist er nicht, der Bildschirm, der auf der Ladefläche eines Lkw steht. Viele Fans sehen nichts und gehen wieder. Heim oder in eine Kneipe.

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