04.07.2019 - 15:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Bischof Oster in Amberg: "Frieden heißt, nach Hause kommen"

Sie gilt als eine der größten Soldatenwallfahrten in Deutschland: Von der Schweppermannkaserne in Kümmersbruck pilgern am Donnerstag Hunderte auf den Mariahilfberg. Ihnen schließt sich der Passauer Bischof Stefan Oster an.

Bischof Stefan Oster: „Ich bin dankbar für diese wunderbare Stadt, für diesen Mariahilfberg und für die wunderbare Kindheit, die ich hier in dieser Stadt erleben durfte.“
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Zum 29. Mal wallfahrteten die Soldaten auf den Berg. Ins Leben gerufen hatte den Marsch 1950 der Amberger Ludwig Gradl. Um 8 Uhr war Abmarsch an der Schweppermannkaserne in Kümmersbruck. Zweieinhalb Stunden später versammelten sich die Soldaten um den Freialtar, um gemeinsam mit Hunderten Gläubigen das Pontifikalamt zu feiern. Militärgeneralvikar Monsignore Reinhold Bartmann hatte sogar seine Schuhe durchgelaufen.

Es war eine der bislang bestbesuchtesten Vormittagsmessen auf dem Bergfest. "Ich freue mich sehr, dass ich in meiner Geburtsstadt bin", sagte Stefan Oster zu Beginn. Anlässlich der Soldatenwallfahrt sprach er darüber, was Frieden eigentlich heißt. Soldaten seien als Wahrer des Friedens bekannt. Frieden heiße auch: "Nach Hause kommen." Oster beschrieb einen inneren Frieden in Gedanken an eine selige Kindheit. Er erzählte den Gläubigen wie er als kleiner Bub in den Wäldern rund um den Mariahilfberg Räuber und Gendarm gespielt habe. "Es gibt in uns eine Sehnsucht nach Frieden, die nicht aufhört." Doch die Herausforderung sei, diese Welt nicht "mit unserem letzten Zuhause" zu verwechseln. Er verwies auf Menschen, die ihren inneren Frieden gefunden hatten wie beispielsweise Maximilian von Kolbe oder Edith Stein, die beide im KZ in Auschwitz starben oder aber auch Papst Johannes Paul, II. Diese Menschen seien im Inneren des Friedens zu Hause gewesen. "Ich bin froh, seid ihr es auch", habe Johannes Paul im Sterbebett gesagt. Oster betonte: "Frieden heißt, nach Hause können." Und den Soldaten wünschte er, dass sie für einen Frieden sorgen, "der weiter reicht, als nur Waffenstillstand".

"Liebe Amberger, ich bin wirklich dankbar für diese wunderbare Stadt, für diesen Mariahilfberg und für die wunderbare Kindheit, die ich hier in dieser Stadt erleben durfte." Es sei für ihn eine Erinnerung an den Frieden, "nach dem wir uns alle sehnen. Denn Frieden heißt, nach Hause kommen", sagte Oster in seiner Predigt zum Abschluss.

Sebastian Erbe, Kommandeur des Logistikbataillon 472 und Standortältester, zeigte sich begeistert von der Soldatenwallfahrt: "Was für ein beeindruckender Tag." Er bedankte sich bei Bischof Oster, der sich "trotz vollen Terminkalenders" zur Verfügung gestellt habe. Auch Osters Vater hatte eine Verbindung zur Bundeswehr. Er sei in der Leopoldkaserne stationiert gewesen. Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim sorgte für musikalische Gestaltung.

Bild: Hartl Wallfahrtsamt am Berg mit Bischof Oster und Heeresmusikkorps Veitshöchheim

Drei Fragen an Bischof Stefan Oster

Nach der Soldatenwallfahrt auf den Mariahilfberg und der sich anschließenden Messe am Freialtar besucht Bischof Stefan Oster (Mitte) das Kummert-Zelt und isst Bratwürste. Rechts: Sebastian Erbe, Standortältester und Kommandeur des Logistikbataillons 472.

Für Bischof Stefan Oster war der Besuch des Amberger Bergfestes ein Heimspiel. Der 54-Jährige aus dem Bistum Passau ist in der Stadt an der Vils geboren und aufgewachsen. Bei der Soldatenwallfahrt am Donnerstag, die von der Schweppermannkaserne in Kümmersbruck auf den Mariahilfberg führte, predigte er vor Hunderten Gläubigen am Freialtar über die Begriffe Frieden und Heimat. In seiner Predigt zeigte er sich dankbar für seine „wunderbare Kindheit“, die er in Amberg erlebt habe.

ONETZ: Welche Kindheitserinnerungen haben Sie an den Berg?

Stefan Oster: Ich habe am Berg als Kind gerne Räuber und Gendarm und auf den Wiesen Fußball gespielt. Freunde von mir haben am Südhang gewohnt, bei denen war ich auch oft daheim. An das Bergfest erinnere ich mich natürlich auch. Zehn Brauereien waren das damals und während der Mess’ gab es kein Bier. Ich weiß nicht, ob das immer noch so ist? An Gottesdienste kann ich mich erinnern, aber von den Predigten habe ich nix verstanden, die fand ich langweilig. Aber trotzdem, es war immer großartig. Es war ein riesiger Treffpunkt für alle, auch für meine Eltern. Wir haben unterhalb des Berges, in der Bozener Straße gewohnt. In einer Viertelstunde waren wir oben.

ONETZ: Wie empfinden Sie den Zuspruch in Amberg?

Stefan Oster: Das kann ich gar nicht so sagen. Es waren zwar viele Leute in der Messe, aber ich habe gehört, dass es hier so schön ist, dass sie auch für die Soldaten kommen. Das ist nicht selbstverständlich.

ONETZ: Kommen Sie noch öfter in Ihre alte Heimat?

Stefan Oster: Ich wollte im Februar kommen und eine Amberg-Tour machen, meine Grundschule, Gymnasium, Berg und die Salesianer in Ensdorf besuchen. Dann bin ich massiv krank geworden und wir mussten absagen. Jetzt schauen wir mal, ob wir das noch hinkriegen. Das ist immer eine mords Planung für mein Büro, weil ja so viele Sachen anstehen.

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