18.07.2019 - 16:33 Uhr
AmbergOberpfalz

Blühwiese: Jeder Quadratmeter zählt

Seit der Auftaktveranstaltung im Januar sind in diesem Sommer schon viele Blumen erblüht, die es sonst nicht gegeben hätte. Geht es nach dem Bündnis "Amberg engagiert für Insekten" sollen es noch viel mehr werden.

Nächster Programmpunkt für das "Insektenprojekt" ist ein Info-Stand beim Kinderfest am Sonntag, 21. Juli. Projektleiterin Beate Mastel (links) und die Leiterin der Freiwilligenagentur Catherine Dill ziehen nach einem halben Jahr eine erste Bilanz.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Im Januar startete unter dem Dach der Freiwilligen-Agentur das Projekt "Amberg engagiert sich für Insekten", abgekürzt Aefi, mit zahlreichen Bündnispartnern, darunter naturnahe Verbände und Vereine sowie städtische Fachkräfte. Ziel ist, in den Gärten mehr "ungestüme Wildheit" neben den englischen Rasen zuzulassen, um Lebensräume für Insekten zu schaffen.

"Die Resonanz auf das Projekt war so groß, dass unsere zeitlichen Ressourcen einfach nicht ausreichten, um mit allen Interessierten den Kontakt zu vertiefen. Das bedauern wir sehr und bitten auch um Entschuldigung", sagte die Leiterin der Freiwilligen-Agentur, Catherine Dill, in dieser Woche bei einem Pressegespräch.

Gemeinsam mit Projektkoordinatorin Beate Mastel zog sie eine Zwischenbilanz. "Nach einem halben Jahr ist noch viel Potenzial vorhanden. Da die Natur den Takt vorgibt, werden wir einige Projekte erst im kommenden Jahr beginnen", sagte Mastel. So sei bereits im Frühjahr die kostenlose Abgabe von Blühsamen durch das Sachgebiet Grün der Stadt Amberg erfolgt. Im Herbst starte dazu eine neue Runde. Neu sind seit Juli kostenlose Plakate für Blumenwiesen, die in der Freiwilligen-Agentur am Spitalgraben erhältlich sind.

Die Info-Tafel könne am Gartenzaun angebracht werden und adressiere sich an Nachbarn und Spaziergänger, damit der Grundstücksbesitzer nicht als schlampig bezeichnet wird, wenn der Rasen ungehindert wächst. Das nächste Mal präsentiert sich das Insektenprojekt beim Amberger Kinderfest, am Sonntag, 21. Juli, auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände. Gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz, der Umweltwerkstatt für Kinder und dem Naturpark Hirschwald sind Aktionen für junge Naturschützer geplant. "Während die Kinder malen oder basteln, können sich die Erwachsenen darüber informieren, wie sie Lebensräume durch insektenfreundliche Pflanzen schaffen können", sagte Mastel. Verteilt werden Samen für eine Blühwiese zu Hause. Die Mädchen und Buben dürfen Samenbomben bauen, Insektenstempel ausmalen oder Quizspiele rund um die Natur lösen. Bei den 50-plus-Tagen am Sonntag, 6. Oktober, zeigt das Bündnis außerdem verschiedene insektenfreundliche Herbstpflanzen. Vorgestellt werde auch ein Projekt, dem sich Anfang kommenden Jahres gewidmet werden soll.

Das Angebot "Glückskäfer" soll (ehemalige) Gärtner, Landschaftsarchitekten und Menschen mit grünem Daumen zu ehrenamtlichen Beratern für Firmen oder Privatgartenbesitzer machen. Mit dem neuen Schuljahr werden auch Schüler und Studenten tätig. Das Hochschulgelände wird laut Catherine Dill mit Hochbeeten und Obstbäumen aufgewertet.

An einigen Grundschulen dürfen Raupen gezüchtet werden. Im Frühjahr 2020 ist zudem ein insektenfreundliches Begrünungskonzept für die Innenstadt in Planung.

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