31.07.2019 - 17:28 Uhr
AmbergOberpfalz

BR-Radltour: 1100 Radler auf der Durchreise in Amberg

Gerissene Fahrradketten, Schweiß getränkte Trikots, neongrelle Funktionskleidung oder Helme mit Gamsbart: Die 30. BR-Radltour stoppt am Mittwoch in Amberg. Die 1100 Teilnehmer starke Truppe rast über den Altstadtring und ist eine Schau.

Die 30. BR-Radltour führte am Mittwoch durch den Landkreis Amberg-Sulzbach und stoppte mittags in Amberg.
von Andrea Mußemann Kontakt Profil

Es ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Radler die Anstrengungen der 80 Kilometer langen Tagesetappen vergessen lässt. "Und der Jubel am Straßenrand", sagt Heidi Nadler. Für die Radlerin aus Wassing (Landkreis Landshut) wartete bei der Feuerwache in Amberg, wo die Mittagspause auf dem Plan stand, ganz besonderer Besuch: "Die Wallfahrer grüßen Heidi Nadler" stand auf einem Plakat, das Conny Schlegl, Lothar Weigl und Josef Scheffmann in die Höhe hielten. Das Trio aus Sulzbach-Rosenberg und Poppenricht übernachtet seit 17 Jahren beim Fußmarsch nach Altötting bei Heidi Nadler. Daraus entstand eine Freundschaft. "Mir kommen fast die Tränen", sagt die Radlerin gerührt über das Empfangskomitee.

Das sagen die Radfahrer zur BR-Radltour

Beeindruckt von der Masse, die sich am Vormittag durch ihr Dorf schlängelte war auch die Feuerwehr Weigendorf. Dort war für den Tross, der aus Lauf an der Pegnitz kam, die erste Trinkpause des Tages angesetzt. Kommandant Fabian Pickel kann sich nicht erinnern, jemals so viele Menschen in so kurzer Zeit durch das Dorf geschleust zu haben. Eine Stunde und 1500 Bananen später setzt sich die Gruppe wieder in Bewegung. Dazwischen arbeitet das Team um Anne Knobloch auf Hochtouren: Reifen flicken, Bremsen nachziehen, verbogene Schaltungen richten. Die Fahrradmonteurin ist Teil der Werkstatt Live-Cycle, die bei jedem Stopp ihre mobilen Fahrradservice aufbaut. "Größere Reparaturen machen wir abends, lassen uns Ersatzteile per Express auf das Hotelzimmer bestellen", erzählt sie. Auch der Wasserversorger gerät bei der Getränkeausgabe ins Schwitzen. "Wir haben 48 000 Flaschen dabei", erzählt er. Zwei Lkw fahren deshalb immer voraus, um bereit zu sein, wenn die durchschnittlich 24 km/h schnelle Gruppe die vorgeschriebenen Pausen macht. Begleitet werden sie von Polizisten auf Motorrädern, die Straßen sperren und den Verkehr regeln. Voran fährt auch der BR-Bus mit Moderator Bernhard Fleischmann. Vor dem Teilnehmerfeld fällt ein Herr mit Liegefahrrad und Begleiter ins Auge. Es ist Vater und Sohn. "Seit 13 Jahren bin ich schon bei der BR-Radltour dabei", erzählt Petro Nöth aus Bad Staffelstein später. Der 69-Jährige darf vor dem Pulk fahren, weil sein Sohn Tobias (28) ein Handicap hat. Wenn Nöth tritt, bewegen sich auch die Beine von Tobias mit. Dazu die Atmosphäre und die Stimmung rundum: "Das hat schon therapeutischen Effekt."

Von Weigendorf geht es teilweise über die B 85 nach Amberg. In der Feuerwache gibt es Nudeln, Pizza und Bratwürste. Die 1100 Räder parken gegenüber. Wieder hat dort die mobile Fahrradwerkstatt ihre Tore geöffnet. Ein Herr möchte sein Rad repariert haben. "Die Zähne habe ich nach meinem Sturz wieder machen lassen." Am ersten Tag musste er in Hersbruck zu einem Arzt, weil er gestürzt war und zwei Zähne verloren hatte. Max Bohrer aus München ist hart im nehmen. Für den 68-Jährigen gibt es nur ein Ziel: Am Freitag möchte er Bad Füssing erreichen.

Bilder von der Etappe durch den Landkreis Amberg-Sulzbach

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