21.06.2020 - 15:52 Uhr
AmbergOberpfalz

Burst beim Schloderer: Fast immer mitten ins Herz

Drei Stunden, drei wunderbar entspannende Lehrstunden in den Fächern Musik und Gesellschaftskunde sowie Meteorologie und Großreinemachen hat der kreuzfidele Amberger Dreigesang namens Burst im Innenhof beim Schloderer-Bräu geboten.

Dieser lange Freitagabend hatte es in mehrfacher Hinsicht in sich. Die Corona-Angst spielte nur eine Nebenrolle. Ins Haus ging es aber einzig mit Maske; gut so! Im Hof gab es in erster Linie Klasse-Musik, gesungen und gespielt von echten Menschen für zahlreiche echte Mitmenschen, die kaum genug bekommen konnten. Endlich wieder, fast wie "damals"! Am Ende stand eine durchaus stolze Bilanz. Curtis Fink (Vocals, Percussion), Werner "Leif" Wismeth (Piano, Vocals) und Michael "Dandy" Dandorfer (Guitar, Vocals) haben alle Herausforderungen gemeistert. Sie sind mit das Beste, was die Szene zu bieten hat: Professionalität und eine ganz lockere, selbstverständliche Nähe zum Publikum gehören bei Curtis, Leif und Dandy untrennbar zusammen. Die erste Stunde war ein unschlagbarer Beweis dafür. Auf der Bühne wie an den Biertischen gab es nur fröhliche Gesichter. Der, der normal vorn steht, stand hier hinten, zog aber trotzdem die meiste Aufmerksamkeit auf sich.

Die Coolness in Person

Würde man Curtis Fink als "Barack Obama des jazzigen Gesangs" bezeichnen, wäre unklar, wer von diesen beiden sich dadurch mehr geehrt fühlen könnte. Der Haut-Ton käme wohl in etwa so hin. Weit und breit ist niemand in Sicht, der Curtis in Sachen Coolness am Mikrofon plus Schüttelrohr das Wasser reichen könnte. Obwohl, Wasser - aber dazu später. Lässig, immer auf den Punkt und fast immer mitten ins Herz. Dandy Dandorfer ist auch schon längst ein Großer, ob mit der Fender Telecaster, der dicken "Jazz-Mama" (eine gemäßigte Stromgitarre) oder mit der Acoustic, wie hier.

Alles, was er bei Burst macht, dient dem Song und der gemeinsam zu erzielenden Wirkung. Dandy hat auch ein feines Ohr dafür, ob seine Lautstärke den Zweck erfüllt, der hier gefragt ist - im Zweifel ist "weniger" mehr, das zeichnet ihn aus. Wismeth ist inzwischen wieder ganz locker, aller Tournee-Stress mit einer Amberger Gruppe ist offenkundig von ihm abgefallen. Munter und quietschfidel swingend wie vor vielen Jahren tanzen seine Finger über die schwarzen und weißen Tasten. Leif zeigte sich ebenso konzentriert wie abgeklärt und hatte immer ein feines, aber ganz offenes Lächeln übrig für Mitspieler und Publikum. Burst befindet sich hörbar in einem Wandlungsprozess. Das Trio gibt zwar immer noch unverzichtbare Knaller wie "Proud Mary" in sehr eigener Weise wieder, hat aber inzwischen sogar schon einen (!) eigenen Song im Programm. Wie unter der Hand zu erfahren war, haben diese drei Musiker inzwischen sogar wieder geprobt; das war ja vielleicht gar nicht nötig, aber halt mal was Anderes, hieß es.

Zur Pause kommt der Regen

Das war Stunde 1. Zur Pause kam der große Regen, der laut Wetter-App da wieder abziehen sollte. Für Musiker ist es allemal ein Schock, wenn empfindliche Geräte wie Keyboards oder Mischpult "zu Wasser gelassen" werden. Alles rein ins Haus, durchschnaufen! Das war die zweite Stunde. Kreuzfidel, auch mit volkstümlicher Mucke, war dann Stunde 3: Alle saßen bei den Musikern. Ein guter Ort für mehr davon.

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