09.10.2018 - 15:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Chlor-Alarm in Kleingartenanlage

Der Chlorgeruch zog heraus bis zum Parkplatz an der Drahthammerstraße unmittelbar an der Stadtgrenze zwischen Amberg und Kümmersbruck: Anlass für einen Großeinsatz der Rettungskräfte.

von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Da gegen 11.15 Uhr völlig unklar war, woher das Gasgemisch stammte und welche Dimension das Ganze bekommen könnte, wurden am Dienstagvormittag neben der Polizei auch die Feuerwehr und der Rettungsdienst alarmiert. Vermutet wurde der Ursprung innerhalb der hier angesiedelten Kleingartenanlage Vilstal.

Gelände durchkämmt

Die Einsatzkräfte, geführt von Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl, sperrten zunächst den Parkplatz für die eigenen Fahrzeuge ab. Danach durchkämmten Aktive der Wehren Kümmersbruck und Haselmühl, unterstützt von Kollegen des Amberger Gas-Messtrupps, den Bereich der weitläufigen Kleingartenanlage - schwerpunktmäßig beginnend in der Nähe des Vereinsheims. Erste Messungen brachten Entspannung: "Wir haben im Augenblick keine Ergebnisse, suchen aber noch weiter", erklärte Einsatzleiter Daubenmerkl. Wenig später, exakt um 11.45 Uhr, ließen die Mess-Experten wissen, dass sie fündig geworden waren.

Auf einem kleinen geschotterten Platz am Vereinsheim waren - rund um Gras- und Unkrautflecken - frische Spuren von Feuchtigkeit auszumachen. Diese ließen sich auf einem Weg weiter in das Gelände der Anlage hinein nachverfolgen. Außerdem schlug das Kontrollgerät aus.

Damit war klar, dass hier wohl mit außergewöhnlichen Methoden Unkraut beseitigt werden sollte. Ein erster Verdacht ging vor Ort in Richtung eines chlorhaltigen Toilettenreinigers. Dass sich die Dämpfe des verwendeten Gemischs nicht schon längst verflüchtigt hatten, dürfte in erster Linie an der Hochnebellage am späten Dienstagvormittag gelegen haben. Bis dahin war das Gelände selbst längst geräumt. Sprich, die Feuerwehr hatte sechs Menschen, die sich dort aufgehalten hatten, aus Sicherheitsgründen mit einem Megafon vorsorglich zum Verlassen des Areals aufgefordert.

Weder Boden noch Vils

Im Laufe des Tages schaltete die Polizei das Wasserwirtschaftsamt und das Landratsamt in die weiteren Untersuchungen ein. Laut Polizeisprecher Achim Kuchenbecker am Nachmittag, hieß es seitens der Behörde aus dem Kurfürstlichen Schloss in Amberg, dass wegen des verwendeten Mittels weder Gefahr für den Boden, noch für das Wasser der nahe gelegenen Vils bestehe. Bis dahin war bekannt, dass es sich bei dem verwendeten Mittel um Natronlauge gehandelt hatte. Aufgebracht dürfte dies ein Mitglied der Vereins Kleingartenanlage Vilstal haben.

Gleichwohl legten die Experten des Landratsamtes Wert darauf, dass sich spielende Kinder in der Nähe der benetzten Stellen tunlichst nicht aufhalten sollten.

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