"Von großer Bedeutung für die Darmkrebsvorsorge sind sogenannte Risikopersonen, bei denen ein Verwandter ersten Grades entweder Darmkrebs oder fortgeschrittene Polypen hatte", betont im Vorfeld des Gesundheitstags ÄVOM-Vorsitzender Dr. Harald Schmaußer. Er steht am Sonntagnachmittag Besuchern für alle Fragen zur Verfügung - direkt beim begehbaren Darm-Großmodell, das diesmal beim Gesundheitstag gezeigt wird.
Rechtzeitig zum Check
Risikopersonen sollten sich, unabhängig vom Alter, schon zehn Jahre vor dem Alter des betroffenen Verwandten, untersuchen lassen, lautet der dringende Rat des Fachmanns. Auch diese Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Zur Veranschaulichung des Darms und seiner möglichen Erkrankungen präsentieren die Veranstalter auch heuer wieder ein Großmodell im König-Ruprecht-Saal des Landratsamts. Der überdimensionale Darmausschnitt informiert kompakt und anschaulich über den anatomischen Aufbau des Organs und zeigt folgende Darstellungen: chronische Darmerkrankungen in verschiedenen Stadien, unterschiedliche Polypen, Adenome, Divertikel sowie Karzinome. Darmpolypen sind Schleimhaut-Ausstülpungen des Dickdarms. Meist verursachen diese keine Beschwerden. Gefährlich wird es laut ÄVOM, wenn eigentlich gutartige Schleimhautveränderungen entarten.
Wenn es gefährlich wird
Im überdimensionalen Modell-Darmausschnitt ist unter anderem die übermäßige Vermehrung gesunder Darmzellen dargestellt. Daraus können kleine Schleimhautpolypen, Adenome, entstehen. Diese pilzähnlichen Vorwölbungen in den Darmraum sind zwar noch gutartig, werden aber bereits als potenzielle Krebsvorstufen betrachtet. Die Entwicklung vom Polypen zum bösartigen Tumor kann Jahre dauern.
Das begehbare Darmmodell beim Gesundheitstag dokumentiert professionell und doch klar verständlich, wie wichtig die Vorsorge ist - und damit die Chance, Probleme möglichst frühzeitig zu erkennen. Das von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Früherkennungsprogramm für Darmkrebs beginnt mit dem 50. Lebensjahr. Es besteht aus einem jährlichen Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Okkultbluttest) in Verbindung mit einer Austastuntersuchung des Enddarms. Ab dem 55. Lebensjahr übernehmen die Kassen alternativ dazu eine Darmspiegelung (Koloskopie) zur Vorsorge.
Tabuthema Darmkrebs
"Auch in unserer aufgeklärten und aufgeschlossenen Gesellschaft ist heute das Thema Darmkrebs oft noch tabuisiert", heißt es in einer Information des ÄVOM. Der überdimensionale Darmausschnitt sei ein zeitgemäßes Medium, um dieses Thema angemessen zu vermitteln. Für Früherkennung durch Aufklärung und fundierte Informationsvermittlung zu werben, sei das Ziel, auch beim Gesundheitstag.
Zwei Vorträge
Zum Thema Darm gibt es beim Gesundheitstag am Sonntag, 15. September, auch zwei Fachvorträge im kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes (beim Rosengarten). Von 13.30 bis 14 Uhr geht es um das Thema „Darmkrebs: Früherkennung & Vorsorge“. Es spricht Chefarzt Vincent W. Wanji vom St.-Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg. Dr. Marc Dauer, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am Klinikum St. Marien Amberg, behandelt von 15.30 bis 16 Uhr das Thema „Chronische Magen-Darm-Beschwerden – alles nur Reizdarm“.













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