Es lohnt sich aber nicht, sich akut darüber aufzuregen, sagt Jörg Podewils, der Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, die die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg in Amberg betreibt. Er schlägt etwas anderes vor.
ONETZ: Herr Podewils, welche Emotionen rufen denn die Jahreszeugnisse Ihrer Erfahrung nach bei Kindern und Eltern hervor?
Jörg Podewils: Die ganze Bandbreite von himmelhoch-jauchzend bei denjenigen, die ein sehr gutes Zeugnis stolz den Eltern zeigen können, bis hin zu sehr, sehr betrübt bei denjenigen, bei denen es trotz intensivsten Hausaufgabe- und anderen Förderungen nur zu einer vermeintlich schlechten Note gereicht hat.
ONETZ: Was würden Sie Eltern raten, die mit den Zeugnissen ihrer Kinder nicht zufrieden sind?
Jörg Podewils: Erst einmal tief durchatmen, all die "hätte, wäre, könnte" hinunterschlucken und nach einer gewissen Zeit des Abkühlens dann sich in Ruhe hinsetzen und eventuell auch mit dem Kind zusammen analysieren, woran es lag und wie eine gute, vorwurfsfreie Unterstützung aussehen könnte. Im Idealfall sind Kinder - wenn sie sich frei entfalten können und gut gefördert, aber nicht überfordert werden - gut in der Lage, sich mit Interesse und Freude auf die neuen Lern-Inhalte zu stürzen.
ONETZ: Wie äußert sich Schulangst und wie kann sie genommen werden?
Jörg Podewils: Sie äußert sich in Beschwerden wie Kopfweh, Bauchschmerzen oder Appetitlosigkeit. Eltern sollten nie aus den Augen verlieren, dass trotz der Bedeutung der schulischen Leistungen dieser Bereich nicht der einzige Maßstab zur Bewertung der menschlichen Persönlichkeit sein darf.
Wer rund um die Zeugnisvergabe Beratungsbedarf hat, kann sich an die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern (Dreifaltigkeitsstraße 3 in Amberg) wenden und entweder persönlich oder telefonisch (09621/9177330) oder per E-Mail (info[at]beratungsstelle-amberg[dot]de) einen Gesprächstermin ausmachen. (ll)



















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