25.06.2018 - 11:23 Uhr
AmbergOberpfalz

Einkehr mit einer Radler-Mass - Tour als Download

Amberg ohne Bergfest - das wäre wie Bratwürste ohne Bier oder Wallfahrt ohne Messe. In wenigen Tagen läuten die Glocken der Bergkirche die Festwoche ein. Und willkommen sind nicht nur Fußpilger, Feierabend-Wanderer und Buspendler, sondern auch Radfahrer.

Auf dem Mariahilfberg läuten demnächst die Glocken zur Festwoche. Nicht nur Fußpilger führt der Weg in diesen Tagen auf den Berg. Auch viele Radfahrer steuern den Wallfahrtsort an – so wie unser Autor Robert Stammler.

Die Liste der Publikationen über Dinge, die man einmal im Leben getan haben sollte, ist lang: Baum pflanzen (klassisch), Marathon laufen (sportlich), Bungee jumpen (halsbrecherisch) oder mit dem Quad durch die Wüste in Dubai fahren (exotisch). Für einen echten Amberger führt diese Liste der Besuch des Wallfahrtsfestes auf dem Mariahilfberg an. Aber nicht nur einmal im Leben, sondern jedes Jahr. Die wenigsten fahren mit dem Rad hinauf. Wir schon. Zumal am Ende der Tour das klassische Getränk für die Pedaleure wartet: die Radler-Mass.

Original Erzweg

Wir starten an der Kneipp-Anlage beim Kurfürstenbad. Die Vils gibt durch das 33 Hektar große ehemalige Landesgartenschaugelände, das vor 22 Jahren mehr als eine Million Besucher nach Amberg lockte, die Richtung vor. Das damalige Motto "Leben am Fluss" wird deutlich angesichts der vielen Radfahrer, Jogger, Spaziergänger oder Piraten am Wasserspielplatz. Beim Skulpturenweg begegnen wir zwei hoch aufgepackten Wanderern. "Woher und wohin des Weges?", wollen wir wissen. Das Paar stammt aus Kiel ist auf den Spuren des 150 Kilometer langen Erzweges von Pegnitz nach Kastl unterwegs und will an diesem Tag bis Rieden kommen. Schade, dass sie nicht den Original-Erzweg über den Mariahilfberg nehmen. Nach dem ehemaligen Drahthammer-Bahnhof zweigen wir rechts ab Richtung Kastl/Ursensollen auf die die Trasse der ehemaligen Bahnlinie nach Lauterhofen. Über die Mantlachtalbrücke und vorbei am ehemaligen US-Militärflugplatz in der Köferinger Heide folgen wir bei Kilometer 5,6 an einer Kreuzung nach rechts der Wegweisung Gailoh. Nach einem Freizeitgrundstück am Waldrand links ab, die Straße überqueren, vorbei an Schießanlage, Tierheim und Hundeschule und auf asphaltiertem Weg nach Ullersberg (Kilometer 8,5). Hier rechts ab bis zur Kreisstraße, kurz links auf die Brücke über die B 299 und bei der Bushaltestelle scharf nach rechts.

Der anfangs asphaltierte Weg, der zunächst am Autobahnzubringer entlang führt, bringt uns nach direkt Atzlricht. Bei der Bauernhofdurchfahrt sollte man etwas vom Gas gehen. Einerseits, weil ein frei laufender Hund den Weg kreuzen könnte. Andererseits, weil es hier viele Tiere zu schauen gibt. Ein junger Mann füttert gerade zwei Kälbchen mit Milch, die sich die Brotzeit schmatzend schmecken lassen. Auch wir können gleich Pause und innere Einkehr machen an der Kirche Maria Schnee. Das Altarbild zeigt Maria über den beiden ihr geweihten Hauptkirchen Roms: Santa Maria Rotonda und Santa Maria Maggiore, was den Bezug zum Patrozinium Maria Schnee herstellt. Auf dem Bankerl vor der Kirche zu rasten und nach Amberg hinein und zum Mariahilfberg hinauf zu schauen, dazu ist keine Minute zu schade.

Es geht weiter nach links in den Atzlrichter Weg und bei der Infotafel zum Landeskundlichen Rundweg am Ammerbach geradeaus hinein in den ehemaligen Übungsplatz. Gleich danach bei der Wüstung Rammertshof nach rechts in den breiten Hauptweg entlang des Segelflugplatzes. Bei km 13 links ab und der Rad-Wegweisung nach Speckmannshof folgen. Vorbei am Postweiher überqueren wir die Straße, links in den Heftner Weg und nach dem Ortsausgang rechts. Nach den Wochenendgrundstücken bei der Biwi-Ranch links unter der B 85 durch, gleich danach rechts und bald nach links Richtung Altegelsee. Hier rechts auf Amberg zu, über die Brücke des Autobahnzubringers, gleich danach links ab und in schönem Tempo zur Erzbergbrücke. Drei Mal rechts haltend schleifen wir uns so ein auf die Sulzbacher Straße stadtauswärts. Ein Zwischenstopp zur Amberger Bergbaugeschichte bietet sich bei der Druckerei Frischmann an. Etwas versteckt liegt das Mundloch des ehemaligen Theresienstollens, in den bis 1964 die Bergleute in den Erzberg einfuhren.

Bei der Waschhalle rechts über die Bahnbrücke, an Kleingärten vorbei, bei Neumühle die Straße überqueren, vorbei an einem Erinnerungsstein an einen 2009 verunglückten Radfahrer und zum Schweighof, der uns mit einer Herde Straußenvögeln empfängt. Durch den Hof Richtung Staatsstraße und geradeaus nach Neubernricht. Vor dem Ort rechts ab nach Ammersricht. Am Froschweg links nach Oberammersricht. Jetzt auf dem bald geschotterten Weg Richtung Industriegebiet. Bei der ersten Einmündung im Wald rechts ab und später bei Kilometer 27 den Langangerweg überqueren.

Zur Abstimmung: Welches ist das schönste Bergfest?

Aussicht zum Nachbar-Berg

Spätestens hier ist das "Gondeln" vorbei, denn nun steht der schweißtreibende Anstieg zum Berg bevor. Bei der Wegkreuzung nach 400 Metern rechts. Wir kommen auf eine freie Fläche beim Biotop. Hier lässt sich über die Luitpoldhütte hinweg eine wunderschöne Aussicht bis zu den Bergfest-Partnern Annaberg und Frohnberg genießen. Im Wald links ab zum Jubiläumswanderweg Amberg-Schnaittenbach, geradeaus auf diesem Weg bis Kilometer 30,75. Nach einem gelben Metallpfosten rechts ab, vorbei am Kräuterbrünnerl und auf der Höhe nach links. Jetzt sind es nur noch ein paar "Flügelschläge" bis zum Festplatz.

Den verlassen wir nach ausgiebiger Einkehr am unteren Ende nach links und folgen dem Erzweg und dem Karl-Krampol-Weg mit der gelb-rot-gelben Markierung auf etwas holprigem Weg bis hinunter nach Raigering. Jetzt können wir es bis zum Ziel auf asphaltierten Wegen locker auslaufen lassen: An der Schule vorbei, rechts in die Hallstätter Straße, links in die Fagerastraße, immer entlang der Straße AM 30 und den Mosacher Weg überqueren. Ab hier begleitet uns die vorbildliche Fahrrad-Wegweisung "Amberg Dultplatz", den wir nach einigen Straßenunterführungen und dem Rechtsabzweig vor der Périgueux-Brücke entlang der Vils erreichen. Hier schließt sich der Bergfest-Kreis rund um Amberg und wir können nach 40 Kilometern und rund 460 Höhenmetern die heißen Füße in das kühle Kneipp-Becken stecken.

Auf gehts zum Mariahilfbergfest - auf einem Fahrrad-Rundkurs um Amberg.

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