12.10.2018 - 11:02 Uhr
AmbergOberpfalz

Einnahmen der Stadt Amberg übersteigen alle Erwartungen

Viele, viele Jahre waren die Kämmerer an der kommunalen Basis die Hungerleider und Sparkommissare der Nation. Das hat sich mittlerweile grundlegend gewandelt, ins Gegenteil gekehrt.

Franz Mertel
von Michael Zeissner Kontakt Profil

(zm) Am Donnerstag präsentierte Stadtkämmerer Franz Mertel dem Haupt- und Finanzausschuss Zahlen, die er sich in seinem Berufsleben eventuell kaum mehr zu erträumen wagte. Das Stadtsäckel ist zum Abschluss des dritten Quartals 2018 mehr als prall gefüllt. Waren die Einnahmen des Verwaltungshaushalts bei der Aufstellung des Etats für dieses Jahr auf 128 Millionen Euro taxiert worden, so rechnet Mertel diesen Posten inzwischen bis Jahresende auf 143,5 Millionen Euro hoch. Damit kommt er auf voraussichtlich auf 112,02 Prozent des veranschlagten Ansatzes. Beim Vermögenshaushalt sieht es nicht viel anders aus. War bei den budgetierten Posten mit Einnahmen von relativ mageren 70 000 Euro kalkuliert worden, so sind bisher 1,6 Millionen Euro verbucht worden. Und ausgeben möchte die Stadt eigentlich auch mehr.

So hat Mertel den unerwarteten Geldsegen bisher hauptsächlich in den Schuldenabbau gesteckt. Die Haushaltsplanung sah bis zum Jahresabschluss lediglich eine Verringerung der Verbindlichkeiten von 28,4 Millionen - der Höchststand lag einmal bei rund 50 Millionen - auf 28 Millionen Euro vor. "Der aktuelle Schuldenstand liegt bei 18 Millionen Euro", heißt es nüchtern in der Sitzungvorlage, und der Kämmerer sprach sehr zurückhaltend von "einem sehr positiven Rahmen" für den städtischen Haushalt.

Derweil stehen noch rund 22,8 Millionen verplante Euro zur Verfügung, die wegen personeller Engpässe in der Verwaltung und bis über die Ohren ausgebuchte Auftragnehmer nicht fließen könnten, gab Mertel zu bedenken. Als hätte es den Ausschussmitgliedern angesichts dieser Zahlen die Sprache verschlagen, meldete sich niemand zu Wort.

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