06.06.2018 - 10:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Endstation Straßenlaterne

So haben sich Günter, der Lkw-Fahrer, und seine Kollegen ihren Arbeitstag nicht vorgestellt. Nach Amberg fahren, Haus abladen, wieder heim - so ist es geplant. Doch dann kommt alles ganz anders.

Es ist knapp, aber es funktioniert. Allerdings erst, nachdem eine Straßenlaterne abgesägt worden ist, an dem dieser Schwertransport am frühen Morgen hängengeblieben ist. Aber schon wenige Meter weiter ist die Reise wieder zu Ende. Das Gefährt hängt erneut fest.

Denn an der schmalen Zufahrt im Stadtnorden bleibt Günter mit seinem Schwertransporter am frühen Morgen zum ersten Mal hängen. Seine Ladung: Ein komplettes Mobilheim, 16,50 Meter lang, 15 Tonnen schwer und sehr, sehr unhandlich. Der Auflieger will einfach nicht um die schmale Kurve, die schicke Terrasse des Mobilheimes bleibt an einer Straßenlaterne hängen und bekommt eine ordentliche Schramme. Aber auch das Gespann wird beschädigt. Unter anderem reißen am Auflieger Bremsleitungen. Um halb drei sind sie am Niederrhein losgefahren, jetzt stecken sie erst einmal stundenlang fest.

Als die Straßenlaterne abgesägt ist, geht es weiter. Die Polizei hat mittlerweile den Straßenabschnitt abgesperrt, damit der Lkw für den zweiten Versuch wenden kann. Es wird zwar sehr knapp, doch der Lastzug kommt diesmal durch. Meter für Meter lässt Günter seinen schweren DAF über die schmale Straße rollen. Bei seinen Kollegen von der Transportfirma herrscht hektische Gespanntheit. Per Funk informieren sie Günter am Steuer, wo es eng wird. Es ist kurz nach 10.40 Uhr, als es nicht mehr weiter geht.

Ein Gartenpfosten aus Beton steht im Weg. Günter manövriert vor und wieder zurück. Nichts geht mehr. Der Pfosten muss weg. Irgendwann kommen die Bewohner des Anwesens heim, zu dem der Pfosten gehört. Sie sind nicht unbedingt erbaut, dass ihr Zaunpfosten im Weg ist. Schließlich einigt man sich auf einen Neubau, wenn das Werk getan ist. Günter haut sich in der Zwischenzeit ganz tiefenentspannt in seine Koje. Egal, was passiert, er schläft jetzt erst einmal eine Runde. "Stört mich überhaupt nicht, was hier draußen geschieht, ich kann überall schlafen", sagt er und legt sich zur Ruhe.

Seine Kollegen draußen versuchen derweil, den störrischen Pfosten aus dem Weg zu räumen. Erste Versuche mit einem kleinen Trennschleifer schlagen fehl. Schweres Gerät muss her und bringt den gewünschten Erfolg: Der Pfosten fällt endlich. In der Zwischenzeit hat sich bereits eine stattliche Anzahl an Zuschauern eingefunden. Jeder hat einen guten Tipp parat, jeder weiß, was jetzt zu tun ist. Nur Günter, der seine Pause beendet hat, lässt sich absolut nicht aus seiner Ruhe bringen. Geduldig rangiert er mit seinem Gefährt durch die Engstelle, während sein Kollege via Fernsteuerung die Hinterachse des Aufliegers lenkt.

Und wieder steckt das Gespann fest, die Durchfahrt ist einfach zu schmal. Links drohen die Reifen des Aufliegers an einer scharfkantigen Gartenmauer zu zerplatzen, rechts schränkt erneut eine Straßenlaterne den Radius für den Lkw ein. Günter unternimmt noch einen letzten Versuch, doch auch der scheitert. Es geht nur noch zurück. Jetzt kann nur noch ein letzter Trick helfen: Der Auflieger muss um ein paar Meter verkürzt werden, vorne ist noch ein bisschen Platz zwischen Lkw und Mobilheim.

Tatsächlich klappt es. Das Gespann bewältigt die enge Kurve, der seit dem frühen Morgen wartende Kran nimmt das Mobilheim an den Haken und transportiert es an seinen Platz. Günter ist zufrieden. Aber heute fährt er keinen Meter mehr.

Schwertransport bleibt mehrfach stecken

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