10.07.2020 - 15:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Enge Straßen und Mountainbikes sorgen für Diskussionen im Ausschuss

Das ehemaligen Hotel Gall findet sich mittlerweile in einem Buch über Lost Places in der Oberpfalz. Das marode Gebäude ist aber nur eine Randnotiz in einer ganz anderen Diskussion im Bauausschuss der Stadt Amberg.

Die Verkehrssituation am Erzbergweg ist seit vielen Jahren unbefriedigend. Ändern wird sich hier auf absehbare Zeit wohl nichts..

Dort, wo der Erzbergweg von der Sulzbacher Straße abzweigt, stehen zwar auf der einen Seite schmucke Einfamilienhäuser. Direkt vis-á-vis aber schaut es nicht gut aus. Die Ruine des einstmals renommierten Hotel Gall ist kein städtebaulicher Glanzpunkt, der Parkplatz dahinter ebenfalls kein touristischer Hotspot. Weil ein Stück oberhalb der dortige Grundstücksbesitzer eine soziale Wohnanlage bauen will, wird für diesen Bereich ein Bebauungsplan aufgestellt, der eben das nicht mehr möglich machen wird. Etwas unüblich hat die Bauverwaltung von diesem Verfahren die Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans abgekoppelt. Jasmin Hannich, die Leiterin des Bauordnungs- und Stadtentwicklungsamts, erläuterte am Mittwoch im Bauausschuss den Grund dafür.

Während sich der Bebauungsplan einen relativ kleinen Bereich herauspickt, geht der Flächennutzungs- und Landschaftsplan den umgekehrten Weg. Er strukturiert einen Bereich, der entlang der Sulzbacher Straße bis zur Luitpoldhütte reicht. Der Grund dafür liegt laut Hannich darin, dass sich die Gegebenheiten vor Ort in den vergangenen Jahrzehnten ohnehin stark verändert hätten. So ist der Bereich rechts der Sulzbacher Straße, wo heute die Baywa, ein Autohändler und die Waschanlage steht, ursprünglich als Industriegebiet definiert worden, wird aber nicht als solches genutzt.

Erschließung für die Luitpoldhöhe

Ähnlich schaut es gegenüber aus, wo früher noch Teile der Luitpoldhütte standen. Auch hier ist inzwischen "normales" Gewerbe eingezogen, stellenweise hat die Natur auch die ehemaligen Industrieflächen überwuchert, sie sollen wegen ihrer Hanglage gänzlich aufgegeben werden. Wichtig ist den Stadtplanern auch, dass die Dr.-Robert-Strell-Straße hinauf zur Luitpoldhöhe anders gewidmet werden kann. Sollte nämlich tatsächlich im Zuge der Maßnahme Sozialer Zusammenhalt die Infrastruktur des Viertels erneuert werden, braucht es eine zweite leistungsfähige Erschließungsstraße.

Der Bauausschuss fand die vorgelegten Planungen soweit für akzeptabel und zielführend. Josef Witt (ÖDP) nutzte aber die Gelegenheit für eine Nachfrage, wie es mit dem im Bebauungsplan vorsehenen Ausbau des Erzbergwegs konkret aussieht. Gar nicht, sagte Jasmin Hannich. Denn angesichts der für den Eigentümer unbefriedigenden Situation mit dem sozialen Wohnungsbau an der Stelle, gestalte sich der dafür notwendige Grunderwerb schwierig bis unmöglich.

Umso wichtiger sei es, so forderte Hans-Jürgen Bumes (Grüne), zu verhindern, dass der Erzbergweg zum Schleichweg in Richtung der neuen Baugebiete in Eglsee werde. "Nicht, dass der Schuss nach hinten los geht." Doch da konnte ihn Rudolf Maier (CSU) als alter Eisberger "beruhigen": "Es besteht nicht die Gefahr eines Schleichwegs, denn das ist schon längst einer." Versucht habe man in der Vergangenheit ja schon alles mögliche, um das zu beenden. "Wir haben den Erzbergweg sogar zugesperrt - und nach Protesten wieder aufgesperrt." Trotzdem, so schätzt es Matthias Schöberl (CSU) ein, würde ein Ausbau gerade im unteren Bereich der Straße schon eine leichte Verbesserung für die Anwohner bringen. Weil es dann zu weniger Stausituationen dort komme.

Und weil der Ausschuss schon mal mitten in der Diskussion war, brachte Veronika Niklaus (Freie Wähler) gleich noch das Thema der Mountainbiker zur Sprache, die den Erzberg zu ihrem Eldorado erkoren haben. Die aber inzwischen zur Gefahr für Mensch und Natur würden. Ein Problem, das den Oberbürgermeister schon länger drückt in diesem Landschaftsschutzgebiet. "Aber vielleicht müssen wir das einfach in geordnete Bahnen lenken", dachte er einen Kompromiss zwischen Naturschutz und MTB-Vergnügen an. Er will deswegen mit den Bikern und dem Stadtförster in einen Dialog treten, um eine tragfähige Lösung zu finden.

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