25.07.2018 - 10:32 Uhr
AmbergOberpfalz

Mit erfahrener Oberin durch stürmische See

Das "Segelschiff Schwesternschaft" gerät durch gesetzliche Vorgaben in einen gewaltigen Orkan und wird ordentlich ins Schlingern gebracht. Durch die Beseitigung der Schäden und die Erneuerung der Segel ist eine sichere Weiterfahrt möglich.

Brigitte Wedemeyer gehört seit 50 Jahren zur Schwesternschaft, deren Oberin sie seit 20 Jahren ist.

(zig) Das war das Fazit des Schwestern-Festes im Wallmenich-Haus. Während des Festakts wurden insgesamt 23 neue Matrosen aufgenommen, um die Segel wieder richtig in den Wind setzen zu können. Das Problem war eine Änderung des Arbeitnehmer-Überlassungsgesetzes. Sie verbietet es, Leiharbeiter länger als 18 Monate in ein und demselben Unternehmen, auch in kommunalen, zu beschäftigen. Davon war ebenso das Klinikum betroffen, das seit 60 Jahren die ausgebildeten Kräfte der BRK-Schwesternschaft per Gestellungsvertrag in seinen Reihen hat.

Oberin Brigitte Wedemeyer dankte allen Mitgliedern und vor allem denen, die trotz gekündigter Gestellungsverträge Mitglied bleiben, für ihre tägliche Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege und wagte gleichzeitig einen Ausblick in die Zukunft: "Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen. Wenn es uns gelingt, mit der verbleibenden Mannschaft und guten neuen Matrosen die Segel wieder richtig in den Wind zu stellen, kann uns nichts mehr passieren."

Auch Kritik an Politik

Generaloberin Edith Dürr aus München wurde für ihre 25-jährige Tätigkeit und die Verleihung des Bayerischen Verdienstordens geehrt. Der Gast aus München stellte in seinen Grußworten die Problematik des Fachkräftemangels und des Pflegenotstandes dar: "Die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen hinterlassen Spuren in unserem Gesundheitswesen." Dabei übte Dürr Kritik an der Politik, gab sich aber mäßigend: "Wir brauchen Geduld."

Die für 10, 25, 40, 50 und 60 Jahre Treue geehrten beziehungsweise in den Ruhestand verabschiedeten Mitglieder bekamen je eine Ehrennadel mit Schmucksteinen, Urkunden des Deutschen und Bayerischen Roten Kreuzes, der Schwesternschaft sowie ein Geschenk. Neben Oberin Wedemeyer gratulierten auch die Chefinnen der Abteilungen und Einsatzorte.

20 Jahre an der Spitze

Höhepunkt war der Würdigung der Verdienste von Brigitte Wedemeyer. Sie kann auf 50 Jahre Mitgliedschaft in der Schwesternschaft zurückblicken. Zudem ist die Ambergerin seit 20 Jahren Oberin. Das veranlasste die Anwesenden dazu, als Zeichen der Verbundenheit gemeinschaftlich ein rotes Kreuz in die Höhe zu halten.

OB Michael Cerny schloss sich dieser Zeremonie an und dankte "seiner Ratgeberin" für die Zusammenarbeit. Nicht versäumen wollte es das Stadtoberhaupt, die langjährige Mitgliedschaft aller Geehrten und ihren Einsatz in der Pflege hervorzuheben. Zudem wurde der Oberin ein Modell eines Segelschiffs überreicht. Mit diesem Symbol in Händen appellierte die Kapitänin: "Segeln wir weiter in unserer Schwesternschaft!"

Vor der Eröffnung des Büfetts im Garten wurde der offizielle Teil mit dem Seemannslied beendet. Christian Farnbauer, der bereits zwischen den Programmpunkten am Klavier zusammen mit Kathrin Ehrnsberger an der Geige brillierte, übernahm dabei mit Sängerin Emily Hirschmann-Pirzer die musikalische Begleitung.

Die für 50 und 60 Jahre Zugehörigkeit zur Schwesternschaft Geehrten (hinten von links): Pflegedirektorin Elisabeth Ziegler (Hof), Christa Gingerich, Christine Mokry, Jutta Petzoldt, Katharina Vetter und Edeltraud Heisel. Vorne von links: Oberin Brigitte Wedemeyer, Karin Gradl , Annemarie Degenkolb, Herta Suchland, Anita Baier und Pflegedirektorin Kerstin Wittmann vom Klinikum St. Marien Amberg.
Die Geehrten für 25 und 40 Jahre Mitgliedschaft (von links): Pflegedirektorin Kerstin Wittmann vom Klinikum St. Marien, Christa Lotter, Monika Weiß, Regina Letz, Lydia Moosburger, Elisabeth Püschel, Renate Eichermüller, Maria Drescher, Maria Halucha, Oberin Brigitte Wedemeyer, Petra Engelbrecht, Renate Wirth, Karin Strelow, Angelika Räder, Rita Schmidt, Pflegedirektorin Elisabeth Ziegler (Hof), Ingrid Findl und Tatjana Richter vom Wallmenich-Haus.
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