14.01.2020 - 08:22 Uhr
AmbergOberpfalz

Erkan und Stefan mit korrektem Comeback in Amberg

Brutal frontal haben Erkan und Stefan die 2000er-Jahre geprägt. Dann ließen die Comedians ihre Ghetto-Sprache verstummen. Nach zwölf Jahren sind sie wieder zurück - und "krassen voll ab".

„Amberg hat ja die E-Mail erfunden. Wusstest du nicht?“ Erkan und Stefan erkundeten die Stadt und fanden im Stadtmuseum die fett krassen „Amberger Emailwaren“. Auch begeisterte das Duo, dass Amberg „voll fame“ für Mensch-ärgere-dich-nicht ist: „Kickst du deine Feinde einfach so von der Straße – legal!"
von Dagmar WilliamsonProfil

Sie sind noch immer ein eingespieltes Duo, beleidigen sich gegenseitig und versöhnen sich danach schnell in bester Bruder-Manier. Erkan trägt sein Namensschildchen und Stefan sein Handtuch um den Hals. So wie früher, als der Hype um die beiden begann.

John Friedmann und Florian Simbeck verkörpern ihr altbekanntes Paralleluniversum zu ihren Akademikertiteln und hin und wieder rutscht dem einen sogar der korrekte Dativ aus - Doppelschwör.

Auch mit fast 50 Jahren sind sexy Bunnys und die Merkmale ihrer fett-krassen Geschlechtsteile wichtige Themen, mit denen sie sich befassen. Das Repertoire umfasst jetzt aber auch Instagram und Tinder. Von Food-Porn und Landschaftsfotos als Profilbild bis zum Älterwerden nehmen sie sich gekonnt auf die Schippe und erweitern den Horizont ihres Publikums mit ihrer ganz besonderen Weltanschauung - inklusive Tipps für Rentner. Greta, die dem mächtigsten Mann der Welt Angst macht, und die Me-too-Bewegung finden in ihren brontalen Dialogen ebenfalls Platz.

Wer Erkan und Stefan vor zehn Jahren schon hasste, wird sie jetzt nicht mehr lieben lernen. Und da stellt man sich die Frage, braucht der deutschsprachige Raum nach zwölf Jahren ein Duo wie Erkan und Stefan? So lange Mario Barth mit seinen Verschwörungstheorien punkten kann oder Dieter Nuhr gegen junge Aktivisten wettern darf, haben die Wortkünstler aus Ingolstadt und München aber durchaus eine Daseinsberechtigung.

Sie sind die Klassenclowns, die langweilige Familienfeiern den nötigen Umpf verpassen, den Alltag und vor allem nichtige Streitigkeiten vergessen lassen. Man könnte fast meinen, es stecke eine gesellschaftlich versöhnende Philosophie hinter ihren Auftritten. Das Besondere darin ist das Gute daran: Man kann sie nicht kopieren. Erkan und Stefan bleiben eine Marke für sich und "mit etwas mehr scharf am Döner", können sie sogar da weitermachen, wo sie aufgehört haben.

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