16.07.2019 - 17:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Die ersten sieben Jahre nur für anerkannte Flüchtlinge

Das Bergsteigviertel war Ziel einer Besichtigungstour, zu der sich der Aufsichtsrat der Stadtbau aufgemacht hatte. Erste Station waren die alten Kasernen-Gebäude an der Leopoldstraße 8. Danach ging es weiter zur neuen Ringer-Arena.

In diesem Gebäude an der Leopoldstraße hat die Stadtbau die ehemaligen Offizierswohnungen renoviert.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die Stadtbau hat an der Leopoldstraße die denkmalgeschützten ehemaligen Offizierswohnungen der Leopoldkaserne renoviert und zu insgesamt 27 Wohneinheiten umgebaut. Bei ihrer Rundfahrt erfuhren die Teilnehmer, darunter Aufsichtsratsvorsitzender OB Michael Cerny sowie Stadtbau-Geschäftsführer Maximilian Hahn, dass in die fertiggestellten und zum Teil bereits bewohnten Häuser insgesamt rund 5,7 Millionen Euro investiert worden sind. Auf voraussichtlich 4,6 Millionen Euro belaufen sich laut einer Pressemitteilung die Städtebaufördermittel aus dem Programm soziale Stadt, die zu 90 Prozent vom Freistaat Bayern und zu 10 Prozent von der Stadt Amberg getragen werden.

"Die ersten sieben Jahre besteht eine Belegungsbindung der Wohnungen", ließ der Leiter der Sanierungs-Abteilung der Stadtbau, Johann Voith, wissen. In diesem Zeitraum dürfen die zwischen 59 und 97 Quadratmeter großen Einheiten zu einem Mietpreis von 4,50 je Quadratmeter ausschließlich an anerkannte Flüchtlinge vergeben werden.

Wegen des Denkmal-Charakters der Gebäude habe es diverse Bauauflagen gegeben, die von der Stadtbau erfüllt werden mussten. So sei es nicht erlaubt gewesen, die Familienwohnungen mit Balkonen auszustatten. Voith: "Dies wäre durch das Landesamt für Denkmalpflege als Teilzerstörung gewertet worden." Damit sich die Familien trotz alledem auch draußen aufhalten können, wurden Freiflächen sowie ein kleiner Spielplatz mit Rutsche, Sandkasten und Sitzbänken angelegt.

Weitere Vorgaben waren unter anderem eine Dacheindeckung mit roten Biberschwanzziegeln, der Erhalt der stillgelegten Kamine, zweiflügelige Holzfenster mit Oberlichtern und das Rankgerüst an der Fassade. Auch den mit drei Reihen Stacheldraht bewehrten Zaun in Richtung Leopoldkaserne hat die Stadtbau entsprechend den Vorgaben wieder errichtet.

Beim anschließenden Besuch der Ringer-Arena erfuhren die Aufsichtsratsmitglieder von Robert Roithmayr, Diplom-Ingenieur und Architekt aus Lienz, mehr über die aus transluzenter Folie und Leimbindern bestehende Gebäudekonstruktion. Diese gilt als Prototyp einer neuen Bauweise. Der Zeitplan soll nun demnächst vorgelegt und ein Fertigstellungstermin ins Auge gefasst werden.

In der Ringer-Arena verschaffen sich die Aufsichtsräte einen Überblick über den Baufortschritt. Ein exakter Eröffnungstermin steht noch nicht fest.
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