25.03.2020 - 11:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Wenn eine Erzieherin zwei Kinder betreut

Seit gut einer Woche sind die bayerischen Kindergärten wegen des Coronavirus geschlossen. Für bestimmte Eltern gibt es ein Angebot zur Notbetreuung. Nur vereinzelt wird das in der Region in Anspruch genommen.

Da bleibt die Kleidung in diesen Tagen im Kindergarten hängen: Einige Einrichtungen in Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach bieten für Eltern, die in einem Beruf der kritischen Infrastruktur arbeiten, eine Notbetreuung für Kinder an.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Die Stühle stehen seit einigen Tagen auf den Tischen in den Einrichtungen, freudiges Kindergeschrei ist seltener geworden. Seit 16. März sind Kindergärten, Krippen sowie Schulen geschlossen. Doch es gibt die Möglichkeit für Eltern, die in einem Beruf arbeiten, welcher die Infrastruktur im Land aufrechterhält, ihr Kind in eine Notbetreuung zu geben. Das Angebot richtet sich unter anderem an diejenigen, bei denen ein Erziehungsberechtigter im Bereich der Gesundheitsversorgung, Pflege, Feuerwehr, Polizei, Lebensmittelversorgung oder in den Medien tätig ist. Im Landkreis Amberg-Sulzbach sind das aktuell zwischen 29 und 31 Kinder, in der Stadt Amberg 15 (Stand: Freitag, 20. März).

Katharina Reiff arbeitet in der BRK-Kinderkrippe Mäuseland. Im Normalbetrieb sind hier 25 Kinder untergebracht, unterteilt in zwei Gruppen. Jetzt werden hier drei Kinder betreut. Aber nicht jeden Tag. "Das wechselt, weil die Eltern auch zwischendurch frei haben oder im Homeoffice arbeiten können", sagt sie. Die Eltern seien unter anderem Ärzte in der Amberger Klinik.

Reiff sagt, dass es - trotz weniger Kinder - für die Erzieherinnen derzeit eine schwierige und auch anstregende Situation sei. "Wir wollen den Kleinen ja etwas bieten." Jetzt basteln die zwei oder drei Erzieherinnen mit der kleinen Zahl an Kinder trotzdem für Ostern, lesen Geschichten über den Osterhasen oder sähen Kresse an. "Wir versuchen unser Bestes."

Zu Beginn sei es für die Kleinen spannend und interessant gewesen, nahezu alleine in der Einrichtung spielen zu können. "Jetzt wird es langsam schwierig, dass es ihnen nicht fad wird." So ganz verstehen die Kleinen die Situation eben noch nicht. "Dafür sind sie noch zu klein."

Der Kindergarten ist auch durch die Ausgangsbeschränkungen, die herrschen, gebunden. Man gehe mit den Kindern bei dem schönen Wetter dieser Tage in den Garten. "Ohne zu vergessen, dass alle voneinander Abstand halten müssen."

Pro Gruppe dürfen maximal fünf Kinder gleichzeitig betreut werden, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Die Betreuung findet dort statt, wo das Kind auch regulär angemeldet ist. Reiff sagt, dass sechs Eltern in ihrer Einrichtung die Möglichkeit hätten, die Notbetreuung in Anspruch zu nehmen. "Diese Eltern verzichten aber, weil sie die Betreuung anderweitig geregt haben." Sollten die Maßnahmen in Bayern aber verlängert werden, könnten natürlich welche dazukommen. "Es wird nicht einfacher, je länger die Situation dauert."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.