23.01.2020 - 13:31 Uhr
AmbergOberpfalz

Experten sicher: Impfung bester Schutz vor Influenza

Der Kopf dröhnt, die Nase läuft: Kollegen bleiben zu Hause. Ist das schon die Grippewelle? Susanne Schwab und Stephan Röckelein erklären, was die Stadt für ihre Mitarbeiter unternimmt und wie man sich vor einer Ansteckung schützt.

Die Grippeschutzimpfung ist nach wie vor der wirksamste Schutz vor Influenza.
von Laura Schertl Kontakt Profil

Amberg lässt es nicht darauf ankommen. „Schon im Vorfeld ergreift die Stadt Maßnahmen, um Mitarbeiter zu schützen“, erklärt Susanne Schwab, Leiterin der Pressestelle der Stadt. Im Herbst findet eine freiwillige und kostenlose Grippeschutzimpfung statt. „Außerdem verfügt die Stadt über ein aktives Gesundheitsmanagement, das auf seiner Intranetseite regelmäßig Gesundheitstipps veröffentlicht und dabei unter anderem auch über Möglichkeiten der Vorsorge informiert“, sagt Susanne Schwab. Wie jeden Januar erreicht die jährliche Grippesaison mit der Grippewelle ihren Höhepunkt. Durchschnittlich drei bis vier Monate dauert dieser Zeitraum erhöhter Influenza-Aktivität. Pro Jahr schätzen die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) und das Robert-Koch-Institut (RKI), dass zwischen einer und sieben Millionen Patienten aufgrund einer Grippe den Arzt aufsuchen.

Stephan Röckelein, Leiter der Abteilung Krankenhaushygiene im Klinikum St. Marien, erklärt, wie Menschen sich am besten vor der Grippe schützen können: „Natürlich empfehlen wir in erster Linie die Impfung. Sie ist die beste Möglichkeit, sich effektiv zu schützen.“ Er beruft sich dabei auf die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts. Deren Empfehlungen werden einmal jährlich aktualisiert und sind Grundlage für die Impfkalender in Deutschland. „Ein beliebtes Gegenargument bei Impfgegnern ist, dass die Impfung nicht hilft“, weiß Stephan Röckelein. „Das stimmt so nicht. Wie gut die Impfung wirkt, hängt ganz einfach von den zirkulierenden Viren ab. Die Zusammensetzung des Impfstoffes erfolgt ein Jahr im Voraus. Es kann also durchaus sein, dass sich das mit den dann existenten Viren nicht so genau deckt.“ Bei dem Großteil der Geimpften biete der Impfstoff aber einen vollständigen Schutz. Nebenwirkungen fallen, wenn überhaupt, minimal aus.

Neben der Impfung ist auch eine gründliche Händehygiene wichtig. Dass das nicht für jedermann dasselbe bedeutet, wissen die wenigsten. „Für Privatpersonen spielt vor allem das Hände waschen eine große Rolle, nicht die Desinfektion“, erklärt Stephan Röckelein, „die Handhygiene ist fast schon überladen. Draußen reicht es, nach dem Verschmutzen der Hände diese gründlich zu waschen.“ Im Krankenhaus selbst gelten hingegen andere Regeln: „Hier liegt der Schwerpunkt natürlich auf der Desinfektion zur Tötung von Keimen und Bakterien.“

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt Tipps zum Grippeschutz. Dafür ist vor allem ein Verständnis über Übertragung und Ansteckung wichtig. Die Viren werden durch Tröpfchen- und Kontaktinfektion übertragen. Beim Husten und Niesen gelangen kleinste Tröpfchen in die Luft und auf umliegende Flächen. Diese können von Mitmenschen eingeatmet werden oder durch Berührung in Kontakt mit Schleimhäuten kommen. Einfache Hygieneregeln vermindern das Ansteckungsrisiko: Hände sollten möglichst wenig Kontakt zum Gesicht haben, gerade wenn sie nicht gewaschen sind. Deshalb besonders wichtig: gründliches Händewaschen mit Seife. Richtig ausgeführt dauert das mindestens 20 Sekunden. Auch dürfen Fingerzwischenräume, Fingerspitzen und Daumen nicht vergessen werden. Beim Husten gilt die sogenannte Husten-Etikette: Husten und Niesen in ein sauberes Taschentuch oder die Ellenbeuge. „Wer noch Stofftaschentücher nutzt, sollte sie sehr regelmäßig per Kochwäsche reinigen“, empfiehlt Stephan Röckelein. Räumlichkeiten müssen regelmäßig für zehn Minuten gelüftet werden. Enger Kontakt zu Kranken ist zu vermeiden. Trotzdem empfiehlt die World Health Organisation (WHO) nicht eindeutig, sich von größeren Menschenansammlungen fernzuhalten.

Im Klinikum gelten grundsätzliche Hygienemaßnahmen, kommt aber ein Grippe-Fall ins Haus greifen spezielle Regeln. Erkrankte werden isoliert, Ärzte tragen Schutzkleidung. Regelmäßige Desinfektion ist besonders wichtig. Jedes Jahr wirbt das Klinikum bei Mitarbeitern für die Grippeimpfung. Mobile Impfteams suchen Arbeitsplätze auf, eine Impfstation wird eingerichtet, Experten werden für Vorträge geladen. Das Robert-Koch-Institut hob dieses Engagement in einer Broschüre lobend hervor.

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