30.01.2020 - 16:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Feld, Wald und Wild gehören zusammen

Zum dritten runden Tisch luden das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und Landrat Richard Reisinger ein. Ziel beim Thema "Feld-Wald-Wild" war es,Vertreter der Land- und Forstwirtschaft sowie der Jagd zu informieren.

Auf Einladung von Landrat Richard Reisinger (rechts) informierte über die Umsetzung des Volksbegehrens und ein vernünftiges Zusammenspiel von Jäger und Jagdgenossen (von links) der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wolfhard-Rüdiger Wicht, Wildlebensraumberater Balduin Schönberger und stellvertretender Amtsleiter Engelbert Hollweck.
von Autor USCProfil

Die Umsetzung des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" und des Versöhnungsgesetzes, die Erhöhung der Biodiversität in der Feldflur, das Kulturlandschaftsprogramm 2020 sowie Gedanken eines Wildlebensraumberaters zum Zusammenspiel Jäger - Jagdgenossen standen dabei im Landratsamt im Mittelpunkt. Eine wichtige Forderung: Jäger und Jagdgenossen müssen zum Wohl der Natur enger zusammenarbeiten.

Wolfhard-Rüdiger Wicht, der Leiter des Amberger AELF, stellte die Gesetzesänderungen vor, die sich aus dem Volksbegehren "Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern - Rettet die Bienen" und aus dem Begleitgesetz "Gesamtgesellschaftliches Artenschutzgesetz - Versöhnungsgesetz" ergeben.

So dürfen Landwirte ab 2020 zum Schutz von Wiesenbrütern auf Grünlandflächen nach dem 15. März nicht mehr walzen. Bei der Mahd auf Grünlandflächen ab einem Hektar ist zum Schutz von Niederwild von außen nach innen zu mähen. Das Wassergesetz schreibt nun vor, dass der Randstreifen an Gewässern 1. und 2. Ordnung auf Grundstücken des Freistaats zehn Meter breit sein muss. Eine ackerbauliche Nutzung oder die Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmittel ist dort verboten.

Neue Aufgabe

Für Mitarbeiter von Bauhöfen gibt es auch eine neue Vorschrift. Straßenbegleitflächen an Staatsstraßen sollen als Magergrünland bewirtschaftet und als Lärmschutzanlagen begrünt werden. Entsprechendes wird für Kreis- und Gemeindestraßen empfohlen. Landrat Reisinger sieht das als neue Aufgabe an, was Richard Lehmeier vom Landschaftspflegeverband im Gespräch mit Verantwortlichen umzusetzen versucht.

In seinem Vortrag zur Erhöhung der Biodiversität in der Feldflur und das damit einhergehende Kulturlandschaftsprogramm 2020 ging Engelbert Hollweck (AELF) zunächst auf die vielfachen Fördermöglichkeiten für die Landwirte ein, etwa zum Erhalt artenreicher Grünlandbestände (250 Euro/Hektar), die extensive Grünlandnutzung an Waldrändern und in der Feldflur (250 Euro/Hektar), die vielfältige Fruchtfolge mit blühenden Kulturen (160 Euro/Hektar), die vielfältige Fruchtfolge mit Eiweißpflanzen (85 Euro/Hektar) und die vielfältige Fruchtfolge mit großkörnigen Leguminosen/alte Kulturen (120 Euro/Hektar). Das Land fördert laut Hollweck auch jährlich wechselnde Blühflächen sowie Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur.

Geld vom Staat gibt es auch für extensive Bewirtschaftung bestimmter Dauergrünlandflächen durch Nachweis von jährlich mindestens vier Kennarten, für extensive Grünlandnutzung an Waldrändern und in der Feldflur, für jährlich wechselnde Blühflächen.

Obergrenze drei Hektar

Was die Förderung von Blühflächen an Waldrändern und in der Feldflur anbelangt, so nannte Hollweck eine Obergrenze von drei Hektar pro Betrieb. Für die Ansaat im ersten Verpflichtungsjahr müssen die Bauern spezielles Saatgut kaufen. Hollweck machte auch die Jägerschaft darauf aufmerksam, dass diese Flächen nicht befahren werden dürfen.

"Wald, Wild und Feld gehören zusammen", betonte Wildlebensraumberater Balduin Schönberger (AELF). Dafür seien gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit von Jägern und Jagdgenossen Grundvoraussetzung. Rehwild liebe Waldränder und Saumbereiche. Habitate in gut erschlossenen Wirtschaftswäldern seien interessanter als in gleichförmigen und schlecht erschlossenen Wäldern. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft seien kleinparzellige Lebensräume in Offenlandschaften teilweise verschwunden.

Nach Schönbergers Kenntnis fehlen Strukturen mit Deckung, Äsung und vor allem Ruhe. Der Fachmann gab Tipps sowohl für Jagdpächter als auch für Waldbesitzer, Jagdgenossen und Landwirte, vor allem aber riet er dringend zu gemeinsamen Revierbegehungen und guter Kommunikation auf Augenhöhe, ebenso zu regelmäßigen gemeinsamen Kontrollen von Problemorten. Schönberger schloss mit Hinweisen für Heckenpflege.

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