12.04.2019 - 17:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Firma Baumann eröffnet Waldkindergarten

Auf einer Lichtung mit Blick über Ammersricht soll im Industriegebiet Nord ein neuer Waldkindergarten entstehen. Der erste im Amberger Stadtgebiet. Eröffnen wird ihn die Firma Baumann, als Betreiber fungiert der Kreisverband des BRK.

Auf dieser Lichtung entsteht der Waldkindergarten der Firma Baumann. Den Kindern, die mit ihren Eltern zur Infoveranstaltung gekommen sind, gefällt es. Auch BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller (von links), Jugendamtsleiter Thomas Boss, Anja Hopf vom BRK, Oberbürgermeister Michael Cerny, Annette Baumann, Inhaber Georg Baumann sowie die Leiterin des Kainsrichter Waldkindergartens, Sabine Lindner, sind von der Lage angetan.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Sofort sausten und tobten die Kinder über die grüne Wiese, suchten sich am Waldrand Stöcke und Äste und streckten diese in die Luft. Die Buben und Mädchen besichtigten mit ihren Eltern die Lichtung, auf der die Firma Baumann im September einen Kindergarten eröffnen will.

Es soll der erste Waldkindergarten im Amberger Stadtgebiet werden. Betreiber wird der Kreisverband Amberg-Sulzbach des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Das passende Grundstück hat die Firma Baumann bereits gefunden und gekauft. Es befindet sich nur etwa 300 Meter vom Firmengebäude im Industriegebiet Nord entfernt - und liegt dennoch mitten im Grünen. Die Lichtung mit Blick auf Ammersricht lud die Kinder, die mit ihren Eltern am Donnerstag zu der Infoveranstaltung nach Immenstetten gekommen waren, gleich zum Spielen ein.

Und auch Oberbürgermeister Michael Cerny zeigte sich begeistert: "Die erste Idee von Georg Baumann fand ich schon klasse. Wenn ich jetzt sehe, mit welch großem Elan hier angeschoben wird, bin ich noch überzeugter." Die Stadt Amberg fördert den Waldkindergarten. Cerny dankte dem Inhaber von Baumann Automation für das "super Engagement". Mit dem Kindergarten komme der Betrieb seiner sozialen Verantwortung nach und mache sich damit als Arbeitgeber "noch attraktiver als sowieso schon". Diesem Lob schloss sich auch Jugendamtsleiter Thomas Boss an. Das Projekt helfe, den gestiegenen Bedarf an Betreuungsplätzen abzudecken. "Das Jugendamt unterstützt die Maßnahmen von A bis Z", betonte Boss. "Wir sind uns sicher, dass das klappt."

Pädagogen gesucht

Die offizielle Betriebserlaubnis ist jedoch noch nicht erteilt. Aktuell geben Baumann, das BRK und die Stadt Amberg dem Konzept den letzten Schliff. Die Befürchtung einiger Eltern, einen anderen Kindergartenplatz abzusagen und dann im September ohne Betreuung dazustehen, konnten die Verantwortlichen bei der Ortsbesichtigung jedoch zerstreuen. BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller erklärte, dass derzeit Pädagogen für den Waldkindergarten gesucht werden, einige Bewerbungen seien auch schon eingegangen.

Sabine Lindner ist Erzieherin und leitet den BRK-Waldkindergarten Räuberwald in Kainsricht bei Gebenbach. Sie stellte das Konzept der etwas anderen Betreuungsform vor. Der Hauptunterschied zu einem Regelkindergarten sei, dass der Alltag bei Sonne, Wind und Wetter draußen stattfindet. "Der Wald bietet ein unerschöpfliches Reservoir zum spielen, entdecken und lernen", sagte Lindner. Die Kinder sind das ganze Jahr über in der freien Natur, nur bei besonderen Wetterlagen ziehen sie sich in Innenbereiche zurück. Diese werden zum einen mit einer beheizten Waldhütte auf der Lichtung geschaffen, zum anderen mit einem "Sammelhaus" beim Firmengelände.

Der Plan sieht vor, dass die Kinder jeden Morgen an diesen Treffpunkt im Industriegebiet gebracht werden. Von dort gehen sie dann gemeinsam mit den Erziehern zur Lichtung im Wald. Dort können sich die Mädchen und Buben bei Bedarf in der Hütte aufwärmen. Der Bau dieses Gebäudes startet in den nächsten Wochen und soll zu Beginn des Kindergartenjahres abgeschlossen sein. Auch eine Komposttoilette wird es geben. Mittags geht es dann zurück zum morgendlichen Treffpunkt. Im "Sammelhaus" wird gemeinsam gegessen. Dies wird übergangsweise ein Container sein. 2020 soll dann auch hier ein festes Bauwerk entstehen. "Dafür wird es einen Architekturwettbewerb geben", sagte Baumann.

20 Kinder im ersten Jahr

Zunächst werden 20 Kindergartenplätze mit Ganztagesbetreuung geschaffen. Aufgenommen werden dabei nicht nur Kinder von Baumann-Mitarbeitern. "Bei Bedarf ist im darauffolgenden Jahr eine Erweiterung auf bis zu 40 Plätze geplant", erklärte der Firmenchef. Der Waldkindergarten soll von Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 16 sowie freitags bis 14 Uhr geöffnet sein. Die genauen Kosten werden noch festgelegt und variieren je nachdem, ob das Kind nur vormittags oder ganztags betreut wird und ein Mittagessen bekommt. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 500 000 Euro und werden von der Firma Baumann übernommen mit Förderung der Stadt.

Eine Mutter äußerte die Sorge, ob die Lichtung im Wald im Notfall auch für Rettungskräfte gut und schnell erreichbar sei. Baumann erklärte, dass dies bereits geprüft wurde und kein Problem darstelle. Cerny pflichtete bei: "Der Standort wird auch bei der Integrierten Leitstelle eingetragen."

Georg Baumann freue sich über die konkreten Pläne. Einzig einen Namen für den neuen Waldkindergarten gäbe es noch nicht.

Freie Plätze:

Schon vor dem offiziellen Startschuss wurden 14 Kinder für den Waldkindergarten der Firma Baumann angemeldet. Einige Plätze sind aktuell noch verfügbar. Interessierte Eltern können sich beim BRK an Anja Hopf wenden (Telefon 09621/47 45-30 oder E-Mail hopf[at]kvamberg-sulzbach.brk[dot]de).

Unentschlossenen Eltern bietet sich die Möglichkeit, den Räuberwald in Kainsricht zu besuchen, um einen Eindruck von den Besonderheiten eines Waldkindergartens zu bekommen. Anmeldungen für einen Besuch nimmt Sabine Lindner (0162/262 34 95, lindner[at]kvamberg-sulzbach.brk[dot]de) entgegen.

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