Amberg
02.09.2018 - 15:32 Uhr

Fitness-Studio fürs Gehirn

Vor allem die Kirchgänger von St. Martin wundern sich: Was macht ein Wohnwagen an einem verregneten Sonntagvormittag mitten auf dem Marktplatz?

Wenn es um Kinder und Jugendliche geht, denen geholfen werden kann, steckt Christian Michael Gnerlich (rechts mit dunkler Jacke) voller Ideen. Sein Brainboost-Neurofeedback-Mobil steht noch am Montag und Dienstag von jeweils 11 bis 18 Uhr vor der Basilika St. Martin auf dem Marktplatz. Bild: Thomas Kosarew
Wenn es um Kinder und Jugendliche geht, denen geholfen werden kann, steckt Christian Michael Gnerlich (rechts mit dunkler Jacke) voller Ideen. Sein Brainboost-Neurofeedback-Mobil steht noch am Montag und Dienstag von jeweils 11 bis 18 Uhr vor der Basilika St. Martin auf dem Marktplatz.

Amberg.(tk) Vor allem die Kirchgänger von St. Martin wunderten sich: Was macht ein Wohnwagen an einem verregneten Sonntagvormittag mitten auf dem Marktplatz? Die Antwort lieferte Christian Michael Gnerlich. Der 23 Jahre alte Amberger ist Gründer der Initiative "Out of the Box". Sie setzt sich für Kinder und Jugendliche ein, "die aus dem Rahmen fallen" - wegen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Essproblemen, Schlafstörungen, Depressionen oder gar Burn-out. "Diese Kinder werden mit Medikamenten zugeschossen", sagt Gnerlich, der weiß, wovon der spricht. Als Sechstklässler erhielt er eine ADHS-Diagnose und nahm jahrelang Ritalin, das ihn zwar ruhiger werden ließ, aber auch leicht depressiv machte. Gnerlich, ein angehender Wirtschaftsingenieur, suchte nach alternativen Ansätzen, fand diese und bietet sie auch selbst an. Nicht, um reich zu werden, wie er sagt, sondern um zu helfen.

Im Wesentlichen handle es sich bei der Neurofeedback-Behandlung "um ein Fitness-Studio fürs Gehirn". Durch Messungen mit der Elektroenzephalografie (EEG) werden Gehirnströme ermittelt, auf deren Grundlage Konzentration und Entspannung antrainiert werden können - ganz ohne Medikamente. "Wir stellen uns damit gegen die Pharma-Industrie, die natürlich ein starker Konkurrent ist", sagt Gnerlich, der gewillt ist, diesen Kampf zu führen. Auch, weil die alternativen Ansätze in der Region häufig unbekannt und Spezialisten kaum vorhanden seien. Zudem erstatteten Krankenkassen die Kosten pro Sitzung (bis zu 120 Euro) nicht.

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