Amberg
29.01.2020 - 11:49 Uhr

Französin aus Périgueux für ein Schuljahr in Amberg

Léa Ducret aus Périgueux verbringt ein Schuljahr in der Partnerstadt Amberg. Die 15-jährige Französin besucht das Erasmus-Gymnasium und lebt in einer Gastfamilie in Ammersricht.

Sie leben die deutsch-französische Freundschaft und die Städtepartnerschaft zwischen Amberg und Périgueux: Die 15-jährige Französin Léa Ducret (links) absolviert ein Schuljahr am Erasmus-Gymnasium und lebt in dieser Zeit in der Familie ihrer gleichaltrigen Freundin Gina-Marie Meier in Ammersricht. Bild: Petra Hartl
Sie leben die deutsch-französische Freundschaft und die Städtepartnerschaft zwischen Amberg und Périgueux: Die 15-jährige Französin Léa Ducret (links) absolviert ein Schuljahr am Erasmus-Gymnasium und lebt in dieser Zeit in der Familie ihrer gleichaltrigen Freundin Gina-Marie Meier in Ammersricht.

Sie hat ein fesches Dirndl und freut sich schon auf die Kirwa in Ammersricht. Sie mag Brezen und Bratwürste, hat auch schon Oberpfälzer Bier probiert und für gut befunden. Nur Baguette, das langgestreckte knusprige Weißbrot, vermisst sie.

Léa Ducret aus Périgueux absolviert ein Schuljahr am Erasmus-Gymnasium und ist erstaunt, wie kurz ihr Stundenplan hier ist. In Frankreich ist sie von grundsätzlich von 8 bis 18 Uhr in der Schule. Die 15-Jährige war vor ihrem jetzigen Aufenthalt in der Oberpfalz zwei Mal mit dem Schüleraustausch nach Amberg gekommen. Dabei lernte sie Gina-Marie Meier kennen. Bei ihr und deren Familie in Ammersricht lebt die Schülerin aus Ambergs Partnerstadt nun seit fünf Monaten.

Herzliche Aufnahme

Als Léa Ducret die Idee hatte, ein Schuljahr in Deutschland zu absolvieren, war ihr die Unterstützung ihrer Eltern sicher. Léa beziehungsweise ihre Familie beherbergte selbst schon einen Gast aus dem Ausland: eine chinesische Jugendliche für ein Jahr. Auch Gina-Maries Eltern hatten nichts dagegen, die junge Französin ein Schuljahr lang bei sich aufzunehmen. "Meine Mutter war sofort begeistert, mein Vater hatte anfangs nur Bedenken, weil er selbst kein Französisch spricht." Schwierigkeiten gibt es mit der Verständigung keine. "Anfangs haben wir immer Französisch gesprochen", erinnert sich die Ammersrichterin, "jetzt eigentlich nur noch Deutsch."

Die 15-jährige Léa gesteht, dass sie anfangs Heimweh hatte. Das hat sich zwischenzeitlich gelegt. Sehr gefreut hat sie sich über den Besuch ihrer Mutter und ihrer zwölfjährigen Schwester über Weihnachten.

Heiligabend feierten die Meiers mit ihren Gästen traditionell: mit Weihnachtsessen, Bescherung und Christmette. Léa erzählt, wie Weihnachten in Frankreich gefeiert wird: Mit einem üppigen Festschmaus, Réveillon genannt, am Abend des 24. Dezembers, der "Bûche de Noël" als klassischem Weihnachtskuchen und natürlich Geschenken, die es allerdings erst am Morgen des 25. Dezembers gibt.

Besuch von Mama und Schwester

Léa erzählt aber auch, dass sie und ihre Familie Weihnachten nicht daheim in Périgueux feiern, sondern um diese Zeit immer verreisen. Gina-Marie und Léa treffen sich in ihrer Freizeit gerne mit Freunden zum Quatschen, die junge Französin geht jeden Samstag zum Reiten. Seit sie in Deutschland ist, ist sie einmal für fünf Tage heim nach Périgueux geflogen, um ihren Collège-Abschluss zu feiern. Im Februar steht der nächste Kurzbesuch in der Heimat an. Und in den Pfingstferien wird sie mit ihrer deutschen Gastfamilie in den Urlaub fahren - Frankreich ist das Ziel. Wie Gina-Marie Meier erzählt, ist eine Rundreise geplant, bei der natürlich auch Station in Périgueux im Südwesten des Landes gemacht wird.

Jetzt aber freuen sich Léa Ducret und Gina-Marie Meier erst einmal auf ihren Tanzkurs-Abschlussball. "Unsere Kleider dafür haben wir schon", sagt die 15-jährige Ambergerin. Im Unterricht am Erasmus-Gymnasium schreibt Léa Ducret auch die Schulaufgaben mit, obwohl sie das nicht müsste. Denn sie wird, wenn sie in Frankreich zurück ist, die zehnte Klasse wiederholen. "Aber für mich sind die Schulaufgaben ein gutes Training", erklärt die junge Austauschschülerin.

Info:

Léa Ducret über...

Amberg: „Eine schöne Stadt, sie gefällt mir sehr gut. Von der Größe her ist Amberg ein bisschen wie Périgueux. Ich kenne mich inzwischen schon gut in der Stadt aus und finde das Rathaus sehr schön.“

Périgueux: „Das ist seit 15 Jahren meine Heimatstadt und ich liebe sie – und ich vermisse sie auch. Besonders gut an Périgueux gefallen mir die Altstadt und die Kathedrale St. Front.“

Schule in Deutschland: „Einfach anders als bei uns daheim. In Deutschland hat man mehr Freizeit, der Schultag ist kürzer. Als wir den Stundenplan bekommen haben, hat meine Klasse gestöhnt: Oh Gott, der ist so voll. Und ich dachte mir: Wow, der ist aber leer. In Frankreich ist man bis zur zehnten Klasse von 8 bis 17.30 Uhr in der Schule, von der zehnten bis zur zwölften sogar bis 18 Uhr. Und eine Schulstunde dauert 60 Minuten.“

Brezen und Bratwürste: „Meine erste Breze habe ich am Kirwamontag in Ammersricht gegessen, als ich mit dem Schüleraustausch hier war. Ja, sie schmecken gut. Brezen kennen wir in Frankreich überhaupt nicht. Und die Bratwürste mag ich auch gerne.“

 
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