26.02.2020 - 11:51 Uhr
AmbergOberpfalz

Frauen am Gewehr: BJV-Kreisgruppe zählt mehr Jägerinnen

Jäger werden liegt im Trend. Es sind vermehrt auch Frauen, die sich für das Waidwerk interessieren. Dies kam in der Jahresversammlung der Kreisgruppe Amberg des Landesjagdverbands zum Ausdruck.

Auffällig viele Frauen interessieren sich für den Erwerb eines Jagdscheins.
von uscProfil

Günter Baumer, der die Jungjägerausbildung leitet, informierte seine Kollegen, dass das Interesse noch immer groß sei, den Jagdschein zu erwerben. "Auffällig ist der Anstieg an Frauen unter den Kursteilnehmern." 16 Männer und Frauen aus dem aktuellen Lehrgang haben bereits die schriftliche Prüfung bestanden.

Schulkinder und Amt dabei

Viel Beachtung in der Öffentlichkeit fand das Engagement der Jäger bei der Weiherrenaturierung am Hennenbach in Freudenberg mit Kosten von rund 85 000 Euro sowie das Anlegen einer Streuobstwiese in Uschlberg. Dabei wurden 100 Bäume auf Anregung des stellvertretenden BJV-Kreisvorsitzenden Wolfram Seebauer gepflanzt. Eingebunden haben die Jäger bei der Pflanzaktion auch Schulkinder und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Es gab in der Versammlung in Oberleinsiedl aber auch Kritik: Noch viel zu wenig nutzten die mehr als 450 Jäger die Möglichkeit, die Treffgenauigkeit ihrer Jagdwaffe auf dem Schießstand der Kreisgruppe regelmäßig zu testen. Auch Baumer warb für regelmäßiges Übungsschießen. "Gutes Schießen ist Tierschutz", betonte er.

Kreisvorsitzender Ruppert Schmid sprach ein großes Lob den Hunde-Obleuten der Kreisgruppe, Ute Ehebauer, Hans Merz und Reinhold Galli, aus, deren erfolgreiche Arbeit der Bezirksverband ausdrücklich würdigte. "Sie leisten einen wichtigen Beitrag für eine erfolgreiche Nachsuche auf Nieder- und Schalenwild." Franz Ehebauer hatte mit seiner Hündin Yara 63 Nachsuchen, davon 17 in Revieren der Kreisgruppe Amberg.

Wegen der hohen Zahl der Nachsuchen auf waidwund geschossenes Wild appellierte Schießobmann Karl-Heinz Beck erneut an die Jäger, die Zielgenauigkeit ihrer Jagdwaffen regelmäßig überprüfen zu lassen. "Im Vergleich zur Gesamtmitgliederzahl ist der Zuspruch beim monatlichen Testschießen zu gering. Daran nahmen rund 70 Schützen teil." Neun von ihnen erwarben die Büchsennadel der BJV-Sonderprägung. Bester Schütze auf die Ehrenscheibe war Josef Prüll.

Mit einem Kostenaufwand von rund 85.000 Euro haben die Jäger im Rahmen der Wildland-Stiftung 2019 die Renaturierung des Weihers am Hennenbach in der Gemeinde Freudenberg als wichtigen Beitrag für den Naturschutz abgeschlossen.

Großen Einsatz zeigte nach den Worten ihres Obmanns Hans Saller auch die 17-köpfige Bläsergruppe, die an die 40 Proben und Auftritte zu absolvieren hatte. Hans Renner übernahm zu seiner Entlastung die musikalische Leitung der Gruppe.

Danach thematisierte Naturschutzbeauftragter Peter Fröhlich die Naturschutzbelange der Jäger in den verschiedenen Arbeitsgremien auf regionaler beziehungsweise Kreisebene. Es handelt sich dabei vor allem um den Naturpark Hirschwald, den Naturschutzbeirat des Landkreises und den Landschaftspflegeverband.

Eine erfreuliche Ankündigung brachte der stellvertretende Landrat Hans Kummer mit. Es werde erwogen, die Untersuchung auf Trichinen für Jäger kostenlos durchzuführen. "Bislang werden jährlich etwa 2000 Proben abgegeben." Das Thema werde demnächst den Kreistag beschäftigen. Entwarnung könne man bei der Bedrohung durch Schweinepest aus Tschechien geben, sagte Kummert.

Unkommentiert ließ am Ende der Versammlung Kreisvorsitzender Ruppert Schmid die Meldung, dass in der Gemeinde Ursensollen ein Wolf gesichtet worden sei. Schmid ermahnte die Mitglieder, die Streckenlisten rechtzeitig im Landratsamt abzugeben.

Kostenloser Trichinen-Test

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.