10.07.2019 - 18:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Funken entzünden Bahndämme

Mehrere brennende Bahndämme zwischen Amberg und Freihöls haben am Mittwochvormittag rund 90 Feuerwehrleute enorm gefordert. Die Feuer hatte ein durchfahrender Güterzug ausgelöst – durch eine komplett feste Bremse und Funkenflug.

von Kristina Sandig Kontakt Profil

Der erste Alarm für die Rettungskräfte war um 10.07 Uhr: In der Nähe des Wasserschlosses in Moos brannte ein Bahndamm. Während die ersten Einsatzkräfte anfuhren, wurden weitere Brände entlang der Bahnstrecke zwischen Amberg und Freihöls gemeldet. Schnell war klar, dass nur ein durchfahrender Zug diese Feuer verursacht haben konnte, so Kreisbrandinspektor Hubert Blödt aus Kümmersbruck, der am Mittwochvormittag der Einsatzleiter war und den die Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl (Freudenberg) und Jürgen Ehrnsberger (Schmidmühlen) als Abschnittsleiter unterstützten.

Insgesamt waren es fünf bis sechs Stellen, an denen der Funkenflug die Bahndämme in Brand gesetzt hatte. Kritisch war die Situation in zwei Bereichen, dort hatte das Feuer bereits auf den angrenzenden Wald übergegriffen. Beide Örtlichkeiten waren laut Hubert Blödt nicht so gut zugänglich, die Brandstellen relativ groß und spät entdeckt worden. Nach Angaben von Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl hatte das Feuer dort schon auf das Unterholz und die Wurzelstöcke übergegriffen. „Allein mit Feuerpatschen hätten wir diese Brände nicht mehr ausgekriegt“, so Daubenmerkl.

Deshalb brachten die Löschfahrzeuge Wasser im Pendelverkehr zu den Einsatzstellen. Am einem Einsatzort mussten sie einen Kilometer in den Wald fahren, teilweise musste dabei mit der Motorsäge der Weg freigeschnitten werden. Bis auf 200 Meter kamen die großen Feuerwehrfahrzeuge an die Brandstelle ran. In Paulsdorf war für die Wasserversorgung extra eine Wasserfüllstation eingerichtet worden. Dafür hatte die Feuerwehr Hiltersdorf einen Hydranten angezapft. Löschfahrzeug um Löschfahrzeug fuhr so das notwendige Wasser an die Einsatzstellen.

Wegen der Bahndammbrände entlang der Gleise zwischen Amberg und Freihöls war am Mittwochvormittag auch der Polizeihubschrauber aus Roth in den Landkreis Amberg-Sulzbach gekommen. Mit einem Flughelfer der Feuerwehr, den er in Amberg an Bord genommen hatte, flog er über die einzelnen Einsatzstellen. So wurden von der Luft aus die Bahndämme nach weiteren Feuern und Glutnestern abgesucht, wozu auch eine Wärmebildkamera eingesetzt wurde.

Bis zum Nachmittag dauerten die Löscharbeiten an, Kreisbrandinspektor Hubert Blödt beendete gegen 15 Uhr seinen Einsatz. Später am Nachmittag und auch noch abends fuhren die Feuerwehren Kümmersbruck und Ebermannsdorf die betroffenen Stellen an den Bahndämmen ab, um die abgelöschten Bereiche zu kontrollieren. Das Gleis war während des Feuerwehreinsatzes gesperrt, die Züge aus Richtung Nürnberg fuhren bis Amberg, die Züge aus Richtung Regensburg bis Schwandorf. Laut DB Regio wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet: Zwischen Amberg und Schwandorf verkehrte ein Bus.

Info:

90 Feuerwehrleute im Einsatz

Stundenlang im Einsatz am Bahngleis zwischen Amberg und Freihöls waren am Mittwoch rund 90 Feuerwehrleute. Nach Angaben von Kreisbrandinspektor Hubert Blödt, der als Einsatzleiter die Löscharbeiten an den brennenden Bahndämmen koordinierte, waren die Feuerwehren Kümmersbruck, Haselmühl, Amberg, Ebermannsdorf, Pittersberg, Freudenberg-Wutschdorf, Hiltersdorf und Högling alarmiert worden. Sie rückten mit insgesamt 15 Fahrzeugen aus.

Zusätzlich zu den Löschfahrzeugen, die im Pendelverkehr die Einsatzkräfte an den Brandorten mit Wasser versorgten, schaffte noch Landwirt Sebastian Graf aus Gärmersdorf mit einem Güllefass, das 14 000 Liter fasste, und die Gemeinde Högling mit einem Pumpfass (rund 10 000 Liter) Wasser ran. Über diese Unterstützung zeigte sich Kreisbrandinspektor Hubert Blödt sehr dankbar: „Wir haben alles Wasser genommen, das wir kriegen konnten.“ Ebenfalls vor Ort mit einem Rettungswagen, dessen Besatzung und Michael Honig als Einsatzleiter war das Rote Kreuz zur Absicherung der Feuerwehrleute. Verletzt bei den Löscharbeiten wurde niemand, so Blödt. Das BRK lieferte außerdem Nachschub an Getränken für die Einsatzkräfte.

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