Bei der Versammlung der Religionen stellten sie sich den Fragen von Pfarrer Dr. Johannes Blohm und ihrem Publikum: Rabbiner Elias Dray, Imam Sali Taskin und Betul Hamaloglu von der türkisch-islamische Gemeinde, Marina Koller von der russisch-orthodoxen Gemeinde, Religionspädagoge Christian Irlbacher von der Katholischen Erwachsenenbildung sowie Religionspädagogin Bettina Hahn vom Evangelischen Bildungswerk.
Es ist ein schmaler Grat zwischen religiöser frühkindlicher Erziehung und Indoktrination. In dieser Schwebe befanden sich auch die Vertreter der fünf Religionen. Denn objektiv betrachtet: Der Glaube ist anerzogen. Kinder sind bekanntlich ahnungslos bezüglich Religionen, Gott und einem Leben nach dem Tod. Kinder haben keine andere Wahl, als alles, was ihnen ihre Eltern erklären, für wahr zu halten. Zweifel in kognitiven Belangen kennen sie nicht. Das abstrakte Denken ist noch nicht ausgebildet, übersinnliche Konzepte übersteigen ihr Vorstellungsvermögen.
Dass es wichtig sei, nachfolgende Generationen religiös zu erziehen, darüber waren sich alle einig. Im Vordergrund stand die Wertevermittlung - der Glaube als moralische Gebrauchsanleitung für das Leben."Kinder sind Nachmacher", erklärte Blohm. Dem stimmte auch der Imam zu und ergänzte, dass es zur vorbildlichen elterlichen Sorge gehöre, die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft ernst zu nehmen: "Wir müssen nützliche Kinder erziehen, die ihr soziales Umfeld respektvoll behandeln." Praktizierende Religion zu Hause fördere dies. Auch hier waren sich alle Vertreter einig. Für den Erwachsenen, auch wenn er zwischenzeitlich seinem Gotteshaus fern blieb, stünde in kritischen und schweren Zeiten die Rückkehr zu Gott im Vordergrund; und nicht die Suche nach der weltlichen Befriedigung, die sich durch materiellem Konsum oder Rauschsucht äußert. Der Glaube als Vorbeugung quasi.
Religionspädagogin Bettina Hahn betonte, dass religiöse Erziehung sanftmütig geschehen müsse. Als Mittel zum Zweck diene der Glaube an Gott nicht. "Gott sieht alles" als Drohung zu missbrauchen, übermittle dem Kind nur eine falsche Vorstellung. Ohne Religion fiele es schwer, Kindern die Bedeutung von Leben und Tod zu erklären. Diese Gespräche seien wichtig - ein Sterbefall passiere unerwartet. Diese Unterhaltungen förderten aber auch Wertschätzung und Dankbarkeit.













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