12.08.2019 - 14:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Der Graf fehlt, Ritter ist da

Zwar fehlte der Graf, dafür war Ritter allgegenwärtig und Schemm brachte Goa für Urlaubsreife nach Amberg. Kurzum: Die Ausstellung im Kulturstift ist eröffnet.

Kunstfreunde freuen sich über die kurze Ansprache im Kulturstift. Marcus Trepesch (rechts), ein Mann von wenigen Worten, eröffnet die Ausstellung von Monika Ritter (Zweite von rechts) und Harri Schemm (Vierter von rechts).
von Dagmar WilliamsonProfil

A.K.T.-Vorsitzender Hans Graf segelt derzeit durch die Weiten und deswegen übernahm Marcus Trepesch mit bekanntlich wenigen, aber prägnanten Worten die Eröffnung für die fränkischen Künstler Monika Ritter und Harri Schemm. Der "Urlaubspinsler", der im indischen Bundesstaat Goa seine Wintertage verbringt, malt mit satten kräftigen Farben seine Eindrücke und das Erlebte auf die Leinwand.

Weder voll mit Koffern bepackte Vehikel noch Tätowierungen oder das Zen-Wasser bleiben dabei auf der Strecke. Schemm war der ideale Kandidat für die "Blaue Nacht" in Nürnberg. Mit seinen ausdrucksstarken Werken wurde die Burg beleuchtet. Über sich selbst lacht der Künstler mit einem Augenzwinkern: "Unterschätzt als Nicht-Akademiker, kann man sich schnell als Genie entpuppen."

Monika Ritter ist Bildhauerin und entscheidet erst während des Schaffens über Detail und Größe der Skulpturen. Muschelkalk, Bronze, Juramarmor, Sandstein oder Linde sind ihre bevorzugten Materialien. Der "Torso" ist eine Auftragsarbeit für eine renommierte Firma, aufgebaut in der Nachkriegszeit. Gerne hätte die Künstlerin mehr über den Chef und seine Teilnahme während der NS-Zeit erfahren, fürchtete aber, dass ihre Meinung dem Werk und die Absicht der Huldigung wohl schaden hätte können.

Der "Gamer" hingegen hat Bezug zu ihrem Leben. Bucklig auf den Bildschirm starrend war ihr Sohn die Motivation hinter der Skulptur. Und der "alte Mann mit Hund" ist die Darstellung ihres Vaters. Beide Künstler verstehen es, ihre Umwelt als Werke zu verewigen. Wahrnehmend im Moment des Lebens, den Augenblick einzufangen ohne eine Kamera. Auch Mitglieder des Borgo Ensembles waren bei der Ausstellungseröffnung zugegen. Die musikalische Untermalung jedoch übernahmen die Amberger Leif Wiesmeth und Melanie Dotzler. Bis 26. August können die fränkischen Werke im Kulturstift bestaunt und erworben werden.

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